10 Reiseblogger verraten ihr Lieblingsessen

Ich mag das Essen in Japan„Was hat dir unterwegs am besten geschmeckt?“, werde ich oft gefragt. Diese Frage habe ich jetzt an zehn andere Reiseblogger weitergegeben. Die Antworten sind: köstlich!

Asiatische NudelsuppeChristina Grabherr von Hallo Welt!
Unterwegs in Asien – vorwiegend China, Thailand und alles dazwischen – wirst du um ein Gericht nicht herum kommen, welches gleichzeitig auch meine liebste Speise ist: Die Nudelsuppe! Die Besten findest du auf Straßenmärkten und in engen Gassen. Angeboten in unzähligen Varianten mit Gemüse, Huhn, Meeresfrüchten oder Rind findet sich für jeden etwas. Jede Suppe schmeckt anders (schließlich wird nach Familienrezept gekocht) und doch haben sie Gemeinsamkeiten: Die Nudeln und der unvergleichlich leckere Geschmack! Wie froh bin ich darüber, dass es weltweit in jeder großen Stadt mit eigenem China Town, irgendwo eine Nudelsuppe zu entdecken gibt!

Austern in Charente-MaritimeElke Weiler vom Meerblog
Einen Gourmet würde ich mich nicht nennen, ich mag einfache Sachen. Und neben Kuchen und Kartoffeln in jeder Form natürlich gerne Dinge aus der See, wie es sich für eine Meerbloggerin gehört. Die beste Spigola (Wolfsbarsch) meines Lebens habe ich auf Sardinien gegessen. Frisch gefischt und auf den Punkt gegrillt. Was Krabben angeht, bin ich verwöhnt. Sie müssen vom Kutter kommen, tagesfrisch und selbst gepult. Pulen zu zweit oder in der Gruppe macht übrigens einen Riesenspaß. Um Austern habe ich lange Zeit einen Bogen gemacht, ohne so recht zu wissen, warum. Doch auf einer winzigen Insel in der Charente-Maritime ist es dann doch passiert. Auf die Île Madame läuft man zu Fuß bei Ebbe. Ich war umzingelt von Schafen und Meerwasserbecken mit Muscheln, Seebrassen. Und plötzlich standen sie vor mir: sechs enorme Austern. Ich werfe einen Blick auf den Nachbartisch, schlürft das Paar sie? Ok, mit der Gabel herausnehmen. Die Erste probiere ich pur. Es ist so intensiv wie ein kräftiger Schluck Meerwasser beim Schwimmen. Ab der Zweiten also nur noch mit Zitrone. Wie die Profis. Was so ein kleiner Spritzer doch ausmacht! Heaven. Nein, das Meer. In mir. Dort schwimmen die Austern also lustig weiter…

Das mak in Budapest
Jörg Baldin von Breitengrad53
Mein „Magic Moment“ beim Thema Essen war ein ganz normales Gericht. Wir waren in einem Bistro in der Budapester Innenstadt. Die Speisekarte las sich einfach, die Küche schien ebenfalls einfach zu sein und so bestellte ich mir ein Filet von Rind mit Kartoffelmus, wie gesagt, ich hatte Hunger. Die erste Überraschung: Das Kartoffelmus war wie eine Art Creme und schmeckte sonderbar, aber wahnsinnig gut. Das Rinderfilet sah auf den ersten Blick ebenfalls normal aus, entpuppte sich aber als absolute Sensation: das Fleisch war zart, richtig gut gebraten und super, super lecker. Für mich ein besonderer Moment, weil damit keiner gerechnet hatte, in diesem Bistro das – für mich bisher – weltbeste Rinderfilet zu bekommen. Absoluter Geheimtipp und drei Mützen von mir für den Koch. Wer es mal ausprobieren möchte, hier die Adresse: mak Bistro, Vigyazó Ferenc st.4, 1051 Budapest.

Muscheln in BrüsselUdo und Sonja Weisner vom Jo Igele Reiseblog
Unweit des Grand Place in Brüssel, der weltweiten Hauptstadt der Pommes, befindet sich die Rue de Bouchers / Beenhouerstraat, die Brüsseler „Fressgasse“. Dicht gedrängt schieben sich in Saisonzeiten die Touristen durch diese Gasse. Nie hätten wir vermutet, dass man hier wirklich gut essen kann, schon gar nicht im, mit über 400 Sitzplätzen größten Lokal Brüssels, dem Chez Leon. Eher haben wir mit mittelmäßigem, überteuerten Essen und genervten Personal gerechnet. Trotzdem folgten wir einer Empfehlung und wurden eines besseren belehrt. Muscheln mit Pommes sollten wir dort essen und dazu das „Leon Bier“ trinken. Muscheln gibt es im Chez Leon in allen Varianten. Wir entschieden uns letztendlich für „Gegratineerde mosselen“ das sind mit Käse überbackene Muscheln in Muskatnuss-Butter-Sauce, dazu die obligatorischen „Frieten“ und das in Brüssel gebraute „Leon Bier“. Alles zusammen ein Gaumenschmeichler, von dem wir noch heute schwärmen. Gefreut hat uns auch, dass dieses kulinarische Highlight preislich im Rahmen blieb und der Kellner uns äußerst zuvorkommend und kompetent bediente. Keine Spur von Touristennepp weit und breit.

Pinchos in BarcelonaUlrike Pager aka Fernauslöserin
Mein leckerstes Essen auf Reisen sind Tapas, ganz klar. Und das liegt nicht daran, dass ich gerade erst von einem Kurztrip nach Barcelona zurück bin. Meine Liebe begann schon ein paar Jahre früher in Murcia, wo ich von einer Freundin in die besten Tapas-Läden der Stadt geschleppt wurde. Sie hatte leichtes Spiel, denn ich bin ohnehin ein Freund von kleinen abwechslungsreichen Häppchen anstatt großer Portionen. Ich esse gerne gut, aber bitte ohne Chichi. Und die Spanier verstehen es aufs Beste aus einfachsten Zutaten geniale Leckereien zu zaubern. Mein Highlight in Barcelona waren die Pinchos, eine Sonderform der Tapas. Pinchos sind kleine Brotscheiben, deren Belag mit einem Zahnstocher zusammengehalten wird. Und dabei kommen ganz gewöhnliche und außergewöhnliches Zutaten zusammen: eingelegten Paprika mit Sardellen, Frikadellen mit Käse und Marmelade oder spanische Würstchen mit einem Wachtel-Spiegelei. Ein Traum!

Hummer in New BrunswickMonika und Petar Fuchs von American Lifestyle & Travel
Im letzten Sommer waren wir auf kulinarischer Entdeckungtour unterwegs in New Brunswick entlang der Bay of Fundy. Dort gibt es viel für alle zu entdecken, die sich auf Reisen auch mit der regionalen Küche auseinandersetzen wollen. Für uns gehört das inzwischen zu jeder Reise dazu, und in New Brunswick haben wir viel gefunden, was wir bis dahin noch nicht kannten. So züchtet man dort zum Beispiel eine Stör-Art, die sehr exklusiven Kaviar produziert. Auf Grand Manan Island werden Algen getrocknet, die auf den Märkten der Region angeboten werden und als Zutat für Salate verwendet werden. Im Frühjahr geht man in die Wälder und sammelt die frischen Sprößlinge der Fiddlehead Farne, die ganz köstlich als Gemüsebeilage schmecken. Aber das war alles nichts im Vergleich zu den verschiedenen Zubereitungsarten des Paradestücks der Küche New Brunswicks: dem Hummer. Wir haben ihn in der Schale, als Sandwich, als Eintopf und sogar als Lobster Cappuccino gegessen. Am besten geschmeckt hat uns jedoch der „Naked Lobster“ – der nackte Hummer -, der uns im Rossmount Inn in St.-Andrews-by-the-Sea serviert wurde: mit frischen Erbsen, auf hausgemachtem Kartoffelpüree mit einer schmackhaften Soße und vor allem ohne Schale genossen wir den wohl besten Hummer unserer gesamten Reise. Chefkoch Chris Aerni, der übrigens aus der Schweiz stammt, hat uns damit voll überzeugt.

Mango Sticky Rice in ThailandGabriele Dünwald von Soiblossom
Es gibt sooo viele leckere Sachen, die ich auf meinen Reisen schon gegessen habe, dass die Entscheidung wirklich nicht leicht war. Mango Sticky Rice ist auf jeden Fall mein allerliebster Nachtisch in Thailand. Die Thais lieben es nach dem Dinner eher sehr bunt und vorallem sehr süss, das ist nicht so mein Geschmack. Aber die Kombination von frischen Mangos mit Klebreis und Kokosmilch ist leicht und frisch, quasi das Thai-Equivalent zum deutschen Milchreis mit Obst, und damit für mich ein krönender Abschluss nach scharf und knusprig. Wunderbar essen kann man dieses Dessert auch überall in Bangkok an der Strasse, besonders lecker auch in Chinatown auf der berühmten Fressmeile Yaowarat. Aber nicht zu jeder Zeit, denn wie man in Europa garnicht vermutet, gute Mangos haben nicht das ganze Jahr Saison, die leckersten Früchte werden im Juli geerntet. Aroi maak maak!! (sehr lecker auf thai)

Schokorosetten zum SelberhobelnMeike Nordmeyer von meikemeilen
Hauchdünn und fein gekräuselt – so habe ich Schokolade im Engadin genießen können. Ein ganz besonderes Dessert hat Chefkoch Marek Wildenhain im Hotel Nira Alpina in Silvaplana-Surlej bei St. Moritz kreiert: Schokorosetten zum Selberhobeln. Die Idee ist ganz einfach, und das sind ja meistens die besten Einfälle. Wildenhain hat die Girolle, also die für den Tête de Moine vorgesehene Rundhobelvorrichtung, statt mit dem schweizer Käse mit einer Komposition aus Schokolade bestückt. Als Grundmaterial für die süße Scheibe dient mitteldunkle Schokolade, und in diese ist ein Streifen Nougat eingelassen. Der äußere Rand besteht zudem aus einer dünnen Schicht weißer Schoko. So erhalten die feinen Rosetten, die beim Hobeln entstehen, eine elegante helle Spitze. Für seinen Einsatz auf der Girolle muss das Naschwerk präzise temperiert werden, denn das Material darf nicht zu fest und nicht zu weich sein. Und genau richtig kam es im Anschluss an ein Fondue chinoise auf unseren Tisch. Wie passend, dass sich nun auch beim Dessert jeder seine Häppchen selbst zubereiten kann. Erst der Hobelspaß und dann die zart gekräuselte Schoko auf der Zunge – zum Dahinschmelzen!

Frozen Joghurt in BrightonJessica Koch von Fernweh und so
Das erste Mal Frozen Joghurt und sofort verliebt Als ich im August 2011 vier Wochen in Brighton verbrachte, habe ich mich vom FroJo-Fieber anstecken lassen. Frozen Joghurt kam in dieser Zeit gerade so richtig auf in Deutschland und überall eröffneten Shops, die die gesunde Alternative zu Eis anbieten. In Aachen leider nicht. Also nutzte ich in Brighton die Gelegenheit, das erste Mal einen FroJo zu probieren. Und seitdem komme ich aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Ich habe den gefrorenen Joghurt mittlerweile in verschiedenen deutschen Städten und auch in den USA probiert, doch nirgends habe ich einen gefunden, der nur annähernd so gut schmeckt wie der in Brighton. Ob es an meiner allgemeinen Liebe zu diesem englischen Seebad liegt oder ob die Engländer es wirklich besser können?

Açai-Dessert aus BrasilienMadlen Brückner von puriy
Cupuaçu, Guayaba, Lulo… Früchte sind für mich eine wahre Bereicherung auf Reisen. Für eine Frucht tue ich fast alles und das nicht nur, weil sie als Schlankmacher und Faltenkiller gilt – AÇAI (sprich Aça-iiiiii). In ganz Brasilien gehört ein Açai-Dessert auf die Speisekarte. Und so passiere ich kurz vor meinem Rückflug mal eben schnell die kolumbianisch-brasilianische Grenze, um mir noch ein Açai-Eis zu kaufen. Doch in dem kleinen Urwaldstädtchen Tabatinga gibt es außer Pulp nirgends ein fertiges Açai-Produkt zu kaufen. Bis ich in einem Kaufladen in einer leckenden Eistruhe eine ramponierte Eispackung mit den dunkelblauen Beerchen erspähe. Mein Herz springt, der Verstand sagt zum Gedanken an die Kühlkette „ojeeee“. Ach, Du kleine Wunderbeere, Du hast mich verzaubert! Kaffee, Wasser und Açai – und ich bin glücklich!

Was ist euer Lieblingsessen auf Reisen?

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Anja Beckmann

Gründerin & Reiseblogger bei Travel on Toast
Ein Jahr Weltreise war nicht genug, es zieht mich immer wieder in die Ferne - der Sonne entgegen. Ich habe dieses Blog 2012 gegründet, inzwischen habe ich über 50 Länder besucht und bin oft auf Reisen. Ich bringe euch hier zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps - damit eure Reise unvergesslich wird. Meine Themen: Fernreisen, Strandurlaub, Städtereisen, leckeres Essen, Wassersport, Yoga und Wellness sowie Luxus mit schönen Hotels.

Kommentare

  1. Pingback: puriy zu Gast bei... | puriypuriy

  2. The Great Mrs. Gatsby

    Mich durch „ein Land zu essen“ ist ein wichtiges Element, dieses auch kennen zu lernen.
    Es gibt viel Leckeres, an das ich mich heute noch erinnere: der burmesische Salat en-route nach Mandalay, das Homemade Gelato in Portland, Oregon oder ein einfacher Teller Spaghetti Pomodoro am Ufer des Comer Sees.
    Wenn es irgendwo mal nicht besonders schmeckt (Hallo Neufundland!), hat das bei mir leider einen Einfluss darauf, wie sehr mir eine Destination gefällt.
    Liebe Grüße

  3. Charlotte

    Ui, tolle Bilder und tolle Gerichte! Da bekommt man aber ganz schön Hunger…

  4. Christina

    Haha, da kann ich mich Udo nur anschließen: Bitte einmal alles von oben nach unten und wieder zurück! 😀

  5. shadownlight

    jetzt bekomme ich hier richtig appetit 🙂
    vorallem meeresfrüchte, yummi!
    gglg

  6. Ulli

    Wie gut, dass ich gerade keinen Hunger habe, sonst hätte ich vermutlich direkt in den Laptop gebissen. 😉

    LG, Ulli

  7. meikemeilen

    Da will man sofort losreisen und alles am richtigen Ort verspeisen und genießen. Danke für den schönen Beitrag!

  8. Thomas

    Ganz spontan gefällt mir die Nudelsuppe von Christina am Besten. Liegt wohl daran, dass ich in Asien auch schon so viele gegessen habe und sie schmecken einfach sehr gut.
    Zu den Austern und anderen Fischgerichten von Elke fühle ich mich auch hingezogen (soll keine Wertung der Beiträge sein, sondern was mir geschmacklich am besten zusagt).
    Lg
    Thomas

  9. Udo Weisner

    Einmal die Karte runter, von 1 bis 10, jeweils die große Portion bitte. Sieht alles sehr gut aus.
    Grüße vom Bodensee
    Udo

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