Beitrag von Franziska Lenz. Wer nach Kambodscha reist, kommt an einem Besuch des Unesco Weltkulturerbes Angkor mit seinen mehr als 1.000 Tempeln und Heiligtümern nicht vorbei. Bei meiner Reisevorbereitung habe ich Tourenvorschläge von 1 Tag bis hin zu 8 Tagen gefunden. Wie lange braucht man denn jetzt aber wirklich, um sich die Tempel wie Angkor Wat anzuschauen? Ich verrate euch die Antwort sowie die Top 3 Tempel von Angkor.
Wir sind Anfang Januar in Siem Reap angereist, das heißt die Temperaturen lagen um die Mittagszeit bei knapp 30 Grad. Ich empfehle daher einen Hut und reichlich Wasser, um unbeschadet durch den Tag zu kommen.
2 Tage für die Besichtigung von insgesamt 11 Tempeln (inkl. Angkor Wat) – das haben wir gebraucht und waren jeweils von 8 bis ca. 16 Uhr unterwegs.
Die meisten Reiseführer veranschlagen 3 bis 4 Tage für die Besichtigung der wichtigsten Tempel in Angkor, da sie in der Mittagshitze die Rückkehr nach Siem Reap empfehlen.
Mir macht Hitze nicht allzuviel aus, und da ich halbwegs sportlich bin, war unser Tagespensum für mich in Ordnung. Wir haben immer wieder kurze Pausen eingelegt und in schattigen Restaurants in Ruhe zu Mittag gegessen.
Am ersten Tag haben wir uns für die großen Tempel Angkor Wat, Bayon und Ta Prohm Tourguide und Tuk Tuk (Motorradrikscha) organisiert. Der Tourguide hat uns den ganzen Tag begleitet und uns die wichtigsten Hintergründe zur Architektur und Geschichte der Tempel erklärt.
Am 2. Tag haben wir uns mit einem Tuk Tuk und reichlich Literatur im Gepäck auf eigene Faust auf den Weg gemacht, um die Tempel des „großen Rundwegs“ zu erkunden.
In den 2 Tagen konnten wir uns jeden Tempel in Ruhe anschauen und nebenher in unseren Reiseführern schmökern. Besonders Archäologiebegeisterte benötigen aber unter Umständen mehr Zeit.
Wer nur 1 Tag Zeit hat und sich nicht entscheiden kann, hier meine 3 absoluten Lieblingstempel der Anlage:
1. Ta Prohm
Der Tomb Raider Tempel, wie er auch gerne genannt wird, ist mein Favorit. Das ist jetzt vermutlich die erste und einzige Favoritenliste, die nicht von Angkor Wat angeführt wird, aber dieser Ort ist für mich einfach magisch.
Der Tempel, der vom Dschungel quasi verschluckt wird, hat mich auf meiner Tour wirklich am meisten fasziniert.
Das Sonnenlicht, das durch die dichten Baumwipfel fällt, gibt dem ganzen Ort eine mystische Stimmung.
Ich kann mich einfach nicht an den dicken Baumwurzeln sattsehen, die sich über viele Jahre hinweg um die Gemäuer des Ta Prohm Tempel geschlängelt haben.
2. Angkor Wat
Angkor Wat ist das Nationalsymbol Kambodschas und soll das räumliche Universum symbolisieren. Allein die Größe des Tempels ist überwältigend, wenn man davor steht.
Auf der Außenseite befinden sich kunstvolle Flachreliefs, die sich über 800 Meter erstrecken und der gesamte Tempel wird von einem 190 Meter breiten Wassergraben umgeben, auf dem die Sandsteine für den Bau transportiert wurden.
In der heutigen Zeit von Kranen und Lastaufzügen kaum vorstellbar, wie viele Arbeiter für den Bau des größten Tempelkomplexes der Welt notwendig waren.
3. Bayon
Ich stehe vor dem Regierungstempel des kambodschanischen Königs Jayavarman VII. und frage mich, wie egozentrisch dieser Mann gewesen sein muss.
Den Tempel schmücken 216 riesige Gesichter, die dem Herrscher (ganz zufällig) recht ähnlich sehen sollen. Ich schätze, soviel Selbstdarstellung würden sich heutzutage nicht mal die Kardashians erlauben.
Die Architektur des Bayon Tempels ist nicht so beeindruckend wie die des Angkor Wat, aber die Reliefarbeiten in den Wänden sind detailreicher und zeigen Szenen des täglichen Lebens im Tempel.
Wer den Bayon Tempel gleich am frühen Morgen besucht, kann außerdem dabei zuschauen, wie die Sonne nach und nach ein Gesicht nach dem anderen erleuchtet.
Welcher ist euer Lieblingstempel in Angkor? Angkor Wat oder ein anderer?
Weiterlesen zu Kambodscha
Kambodscha zum 1. Mal: Meine 5 besten Tipps
Hyatt Siem Reap: Ruheoase bei Angkor Wat
Siem Reap: Fotostory zum Markt
Anja Beckmann
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