El Salvador: Surfen – die Welle oder ich?

El Salvador - Surfer am StrandSchwarzer Vulkanstrand, hohe Wellen und Surfbretter – das ist der Playa El Tunco in El Salvador. Ich starte in diesem Surferparadies meinen zweiten Wellenreiterversuch nach Noosa in Australien. Wer hat dieses Mal wohl den Sieg davongetragen: die Welle oder ich?

El Tunco - El Salvador - Strand mit PalmenAls wir mittags mit dem Auto in der Nachbarstadt von La Libertad ankommen, drängen sich am Himmel schon die Regenwolken. Beim Mittagessen (ein Berg fittiertes Meeresgetier und Erdbeersmoothie) stürzt ein dichter Tropenregen vom Himmel.

El Tunco - El Salvador - SurflehrerDer Wind weht, die Wellen sind sehr hoch. Dort soll ich heute noch surfen? Surflehrer Juan Carlos ist sportlich und muskulös, ganz lässiger Surfertyp. “Heute sind die Wellen zu hoch, um als Anfänger zu surfen”, bedauert er. Mañana? Ja, morgen vielleicht…

Playa El Tunco - El SalvadorMir ist die Pause im Programm nur Recht, fahre ich doch schon seit zwei Wochen auf einem Zentralamerika-Roadtrip kreuz und quer durch Guatemala, Honduras und El Salvador. Sehr spannend und aufregend, aber Erholung und Schlaf kommen etwas zu kurz.

Tekuani Kal - El Tunco - El SalvadorIch übernachte in El Tunco in der Surferlodge “Tekuani Kal”. Mein Raum ist schlicht eingerichtet. Das Innere ist aber auch nicht so wichtig, vielmehr der Blick nach draußen.

Balkon Tekuani Kal - El Tunco - El SalvadorEs gibt einen Balkon zum Meer, das nur wenige Meter entfernt liegt. Und sogar wenn ich auf meinem Bett liege, kann ich auf den Pazifik schauen. Schööön… An diesem Nachmittag sitze ich auf meinem Balkon, lese und schaue mir das Meer an. Dank der frischen Brise und des beruhigenden Wellenrauschens schlafe ich abends schnell ein.

Meerblick Tekuani Kal - El Tunco - El SalvadorMorgens um 6 Uhr wache ich von den Surfern auf, die losziehen und sich im Gang laut unterhalten. Den Sonnenaufgang habe ich leider verpasst. Doch noch vor dem Frühstück gehe ich vom Hotel aus an den Strand, der sandig mit vielen Steinen ist. Die Sonne scheint, es ist jetzt schon sehr warm.

El Tunco - El Salvador - Ausblick aufs MeerUm den Felsen und Steinen auf dem Strand auszuweichen, laufe ich auf einem Mäuerchen entlang – vorbei an Hostels und Restaurants, die gerade erst aufmachen. “Buenos días”, grüßt mich ein Restaurantbesitzer und lächelt mich an.

Laut einer Studie gehören die Bewohner von El Salvador mit zu den glücklichsten Menschen der Welt. Das konnte ich am Anfang nicht so recht glauben, denn viele haben ernste Gesichter. Doch wenn ich sie anlächele, strahlen fast alle zurück.

El Tunco - El Salvador - PalmenIch fühle mich an diesem Morgen auf jeden Fall sehr happy: Endlich wieder Meeresluft, Salz auf meinen Lippen und die warme Sonne auf meiner Haut. Über mir wehen Palmen im Wind.

El Tunco - El Salvador - SurfortVom Strand biege ich nach rechts in den kleinen Ort ab, er ist um diese frühe Uhrzeit noch weitgehend verlassen.

El Tunco - El Salvador - bunte SurfbretterDoch überall lehnen Surfbretter an den Wänden. Und immer wieder kommen mir Surfer mit dem Brett unter dem Arm entgegen – meist Männer in allen Altersstufen. Der Ort zieht als Besucher vor allem junge Backpacker an, aus Lateinamerika, den USA oder Spanien.

Liegestuhl Tekuani Kal - El Tunco - El SalvadorNach meiner kleinen Morgenrunde – sie hat gerade mal 20 Minuten gedauert – esse ich mein Frühstück im offenen Restaurant des Hotels. Mit Meerblick, natürlich!

Zu den Pancakes gibt es Obst: Papaya, Erdbeeren, Äpfel und Bananen. Die vielen Früchte mag ich besonders an Zentralamerika. Und ganz im Sinne meines Projekts #Reisefit bieten sie eine gute Grundlage für den Surfertag.

El Tunco - El Salvador - die SurflehrerDenn heute haben sich die Wellen etwas beruhigt. Eine andere Reisende und ich können mit unseren Surflehrern Juan Carlos und David raus aufs Meer.

El Tunco - El Salvador - SurfstundeDabei dachte ich nach meinem ersten Surfversuch, ich würde das nicht noch mal ausprobieren. Im australischen Noosa machte ich mit einer kleinen Gruppe einen Schnupperkurs mit.

El Tunco - El Salvador - SurferortEs war irrsinnig anstrengend für jemanden wie mich, der eher das Essen als den Sport liebt (ich wünschte mir oft, es wäre umgekehrt):
1) Rausgehen ins Wasser.
2) Mit dem Brett umdrehen, mich darauf legen und paddeln, bis die Welle mich hebt.
3) Versuchen, auf dem Brett aufzustehen und elegant auf der Welle zu reiten.
4) Runterfallen, vielleicht sogar das Brett an den Kopf bekommen, Wasser schlucken und die Welt verfluchen.

Nachdem ich Nr. 1 bis 4 rund 20 Mal durchgespielt hatte, gab ich auf. Und sagte mir, dass es für mich als Meeresfan immer noch Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Segeln und Strandsegeln gibt.

El Tunco - El Salvador - Reiseblogger Anja Beckmann mit SurfbrettIn El Salvador gab ich dem Surfen dann doch noch mal eine Chance. Dieses Mal mit 1:1 Betreuung durch Surflehrer David. Er sprach wenig Englisch, ich wenig Spanisch – alles kein Problem. Mit Engelsgeduld übte er zunächst mit mir am Strand, dann im Wasser.

El Tunco - El Salvador - SurfbretterAuf dem Sand lag das Surfboard, obendrauf kam ich. Ich sollte meinen Oberkörper wie in einer Art Liegestütz hochstemmen und die Beine blitzschnell unter mich ziehen, so dass ich auf dem Brett hockte.

“Jump”, rief David immer wieder. Ich schaffte nur mickrige Hüpferchen. Schuld daran sind bei 1,80 Metern meine langen Beine, rede ich mir ein, weniger mangelnde Fitness. Wie ich jetzt gelesen habe, helfen Schwimmen, Yoga oder Liegestütze im Vorfeld.

El Tunco - El Salvador - Reiseblogger Anja Beckmann beim SurfenIm Wasser klappte es aber schon deutlich besser als in Australien! David nahm mich mit zur Brandungsgrenze und bedeutete mir aufzuspringen, wenn die Welle mich in die Höhe hob.

El Tunco - El Salvador - Reiseblogger Anja Beckmann - SurfenEin paarmal schaffte ich es fast, auf dem Brett zu stehen. Knien machte aber auch Spaß.

El Tunco - El Salvador - SurfbrettNur Runterfallen nicht so sehr…

Mein Fazit
Beim ersten Mal Surfen in Australien hat ganz klar die Welle gewonnen. In El Salvador ging es unentschieden aus. Beim dritten Mal gehe ich als Sieger hervor!

Vielen Dank an “Claudi um die Welt”, die die Surfbilder von mir geschossen hat. Weitere Bilder von El Salvador findet ihr unter #tasteelsalvador auf Facebook, Google+, Twitter und Instagram.

Wart ihr schon mal in El Salvador oder habt es noch vor?

Weitere Artikel zu meiner Zentralamerikareise
Ataco (El Salvador): Dorf Kunterbunt
Tikal (Guatemala): Dschungelabenteuer mit Maya-Ruinen, Affe und Nasenbär
Antigua Guatemala: Die Farben einer Stadt

Hinweis
Bei der Reise durch Zentralamerika hat mich das Tourismusamt El Salvador eingeladen. Vielen Dank dafür!

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Anja Beckmann

Reisebloggerin bei Travel on Toast
Auf diesem Reiseblog gebe ich Tipps für Ausflugsziele in NRW, Städtereisen, Strandurlaub, Urlaub mit Hund und veganes Essen. Folge mir gerne auf Social Media!

12 Kommentare

  • Antworten
    Mat
    9. Januar 2020 um 20:01

    Jallo, toller bericht!
    Darf man erfahren ob du mit diesem blog genügend einnahmen zum leben und reisen hast ? Möchte evtl auch sowas machen, deshalb frage ich.
    Grüße

    • Antworten
      Anja Beckmann
      12. Januar 2020 um 21:41

      Hallo Mat,

      ja, das habe ich. Es gibt allerdings nicht viele hauptberufliche Reiseblogger im deutschsprachigen Raum.

      Hier findest du mehr Infos.

      Viele Grüße
      Anja

  • Antworten
    Caroline
    4. März 2019 um 18:18

    Ich find´s schon unangenehm, im Schwimmbad meinen Kopf unters Wasser zu halten und werde deshalb nicht mehr zur Profi-Surferin. Dass es seinen Reiz hat, kann ich aber verstehn und El Tunco ist auch toll!

  • Antworten
    Mirjam
    12. September 2014 um 09:43

    Hihi – da erinnere ich mich doch an meinen Surfversuch vor einigen Jahren. Ich finde, sich auf dem Brett zu Knien ist schon eine ordentliche Leistung. Ich bin meistens von der Welle schon überrollt worden, bevor ich überhaupt mich aus der Liegeposition bewegt habe…. :-)

  • Antworten
    Peter / PetersTravel
    3. Juni 2014 um 21:30

    Ich war im letzten Frühjahr in El Tunco und musste schnell erfahren, dass surfen auch richtig gefährlich sein kann – dort hatten kurz vorher 2 Menschen tödliche Unfälle gehabt. Als ich dann da war, sah das Meer sehr friedlich aus.
    An Ostern war dann dort alles reichlich überfüllt…

    • Antworten
      Anja Beckmann
      4. Juni 2014 um 08:35

      Ich finde es auch wichtig – gerade als Anfänger – immer auf die Profis zu hören.

      Am ersten Tag meinte dann ja auch unser Surflehrer, die Wellen seien für uns zu hoch und wir sollten an diesem Tag nicht aufs Meer.

      Ostern ist in katholischen Ländern immer eine Hauptreisezeit. Deshalb schaue ich bei der Reiseplanung, ob es Feiertage gibt, bei denen Verkehr und Hotels dann überlastet sind.

      Viele Grüße
      Anja

  • Antworten
    Claudi um die Welt
    2. Juni 2014 um 13:42

    ziehe nach wie vor den Hut vor diesem Mut :)
    Nächstes Mal dann nicht nur knien!

    LG vom weltbesten Tierfotografen :D

    • Antworten
      Anja Beckmann
      2. Juni 2014 um 15:17

      Wenn du das nächste Mal mit rein kommst, klappt es bestimmt!

      LG, Anja

  • Antworten
    Naninka
    2. Juni 2014 um 10:58

    Schließe mich meiner Vorschreiberin an, niemals aufgeben! Finde ich toll, dass du dich nach dem frustrierenden Erlebnis in Australien nochmal ran getraut hast. Nächstes Mal klappts dann komplett :)
    Wird Zeit, dass ich das auch mal probiere, will ich schon so lange….

    • Antworten
      Anja Beckmann
      2. Juni 2014 um 11:28

      Ich liebe ja das Wasser. Deshalb hoffe ich beim dritten Versuch auf einen Sieg über die Welle.

  • Antworten
    Jeanette
    2. Juni 2014 um 09:48

    Haha, niemals aufgeben lautet die Devise! Ich hab mich zwar damit abgefunden, dass aus mir kein Surfergirl mehr wird, dennoch paddle ich immer und überall zumindest mit dem Softboard raus, nur damit ich sagen kann: Ich war da! Hang loose in Australien, Hawaii, Bali…

    Noosa fand ich übrigens auch ein richtig tolles Surfer-Eck, auch wenn ich mir dort einen riesigen blauen Fleck geholt habe, weil mich die Finne aufspießen wollte! ;-)

    Aber das Runterfallen gehört ja dazu, genauso wie beim Yoga! Das ist die eigentliche Experience, die einen auf mentaler Ebene weiterbringt! ;-))

    • Antworten
      Anja Beckmann
      2. Juni 2014 um 11:27

      Mmh, an diesen Punkt muss ich erstmal kommen. Aber ich glaube, wenn es erstmal richtig klappt, sind alle Mühen vergessen. :)

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