Friaul-Julisch Venetien (Italien): Eine kulinarische Reise

In Italien

Beitrag von Melanie Zanin. Ich reise ins Land des guten Essens, nach Italien. Die autonome Region Friaul-Julisch Venetien grenzt im Norden an Österreich, im Osten an Slowenien und im Westen an das adriatische Meer von Venetien. Ich entdecke hier neben Gelato auch Wein, Käse, Schinken, Slow Food und das Essen der alten Römer. Kommt mit mir auf die kulinarische Reise.

Melanie - Reiseblogger bei Travel on ToastEndlich geht es los. Auf nach Bella Italia! Wie es der Zufall will, auch noch in meine zweite Heimat. Vor mehr als 30 Jahren machte sich mein Vater aus Veneto auf, um in Deutschland als Eismann und später als Besitzer eines Restaurants zu arbeiten.

So kam es, dass wir jeden Sommer nach Italien fuhren um „la Famiglia“ zu besuchen. Die Region Friaul-Julisch Venetien oder wie es im italienischen heißt, Friuli Venezia Giulia, blieb mir jedoch bisher noch verborgen.

Friaul aus der LuftBeim Landeanflug auf die Hauptstadt von Friaul, die Hafenstadt Triest, überfliegen wir saftige Mais- und Weinfelder, die sich akkurat aneinander fügen. Begrenzt werden sie im Norden von hügeligen Flächen bis hin zu den Berglandschaften der Alpen und Dolomiten. Im Süden erstreckt sich die Poebebene bis hin zum adriatischen Meer.

Eine perfekte Voraussetzung für Weinbau und Landwirtschaft. Diese Tatsache lässt Vorfreude auf die hiesigen kulinarischen Momente in mir aufsteigen. Ein kurzer Rück reißt mich aus meinen Gedanken und wir haben italienischen Boden unter den Füßen.

Um die kleinen Dörfer von Friaul zu erreichen, sollte man sich direkt am Flughafen einen Wagen mieten.

SpilimbergoMein erstes Ziel in Friaul führt mich in Richtung Spilimbergo, westlich von Triest. Bekannt wurde die Stadt durch ihre Mosaikenschule, in der alte Mosaiktechniken gelehrt werden.

In dem kleinen Städtchen schnuppere ich das erste Mal italienische Luft und da meine Nase immer auf köstliches Gelato eingestellt ist, finde ich auch schnell eine entsprechende Gelegenheit in der Gelateria Celino.

La Torre in SpilimbergoDa der Tag so langsam seinem Ende entgegengeht, beschließe ich mich für die kommenden Tage gebührend zu stärken. Ich finde ein sehr romantisches, edles Restaurant im wunderschönen Schloss von Spilimbergo. Das La Torre hat eine Vielzahl regionaler Spezialitäten zu bieten.

Ich entscheide mich für ein Menü aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert. In Italien spricht man von Primi und Secondi Piatti und meint damit eine Vorspeise, bei der meist eine Pasta serviert wird und eine Hauptspeise aus Fisch oder Fleisch.

Wir beginnen mit einer Melonen-Gazpacho und einem Klecks des regionalen Käse namens Asíno.

Das Geheimnis des Asìno liegt im Lakebad aus Milch, Sahne und Salz. Die Lakemischung wird in Holzbottichen aufbewahrt und hält sich so über Jahrhunderte! Sie wird nie neu angesetzt und regeneriert sich immer wieder während der Herstellung des Käses. Er schmeckt wunderbar.

In Friaul-Julisch VenetienWas auf keinen Fall fehlen darf ist der Stockfisch, Baccala. Er ist typisch für die Region Veneto und wird nach unterschiedlicher Art zubereitet. Hier in Form einer Mousse. Baccala Mantecato con Crema di Asparagi Verde, Stockfischmousse mit einer Creme aus grünem Spargel. So kannte ich den sonst eher streng schmeckenden Fisch noch nicht.

Am nächsten Morgen strahlt mir in meinem kleinen, feinen Hotel „Suit Inn“ in Udine der obligatorische italienische Brotaufstrich Nutella einen fröhlichen Morgengruß entgegen. Das wird ein guter Tag!

Weinreben in FriaulIm Land des Weines sollte klar sein, wohin mich mein erstes Ziel führt. Das Bild der Region Friaul-Julisch Venetien ist geprägt von unzähligen Feldern mit Weinreben. Hier werden Weinreben herangezogen, die anschließend in die ganze Welt geliefert werden.

Die „Anzucht“ der Reben ist ein sehr komplexes Verfahren. So werden die Reben beispielsweise für unterschiedliche Klimazonen gezüchtet. Alles ganz natürlich und unter ständiger Kontrolle.

Weinreben - FriaulDie Versuchsanstalt „Casa 40“ von San Giorgio della Richinvelda hat mir einen kleinen Einblick in die Verfahrensweisen der Aufzucht von Reben gegeben.

Ich muss vielleicht dazu sagen, das es für Touristen keine geführten Touren gibt, dennoch finde ich es ganz informativ zu wissen, das Friaul der weltgrößte und wichtigste Lieferant von Weinreben ist.

Tagliatelle alle erbeNach einer kleinen Degustation im hauseigenen Weinkeller mache ich mich auf zu einer kleinen Pause im Restaurant „Al Belvedere“.

Im Restaurant Al Belvedere in FriaulDie Kräuter für meine wunderbaren „Tagliatelle alle erbe“ hat Signora Silva delle Case gepflückt. Sie ist die Herrin über ca. 150 Kräuter in ihrem Restaurantgarten.

San Daniele SchinkenZum guten Schluss will ich mir nun auch mal das so ziemlich bekannteste Produkt der Region Friaul anschauen. Der San Daniele Schinken reift hier einigen Monate zu dem köstlichen Produkt heran, was wir auch zuhause kennen.

Auf seinem Weg durchläuft der Schinken viele Stationen: Er wird herunter gekühlt, gesalzen, getrocknet, bis dieses wunderbare Produkt endlich auf unseren heimischen Tischen liegt.

Aperitivo in FriaulEinmal im Jahr feiert die Stadt San Daniele ihren Schinken. Da lass ich es mir nicht nehmen, meinen Aperitivo mit einem Teller Prosciutto zu genießen. Überall wird der frische Schinken, hauchdünn auf Teller geschnitten und zusammen mit einem kühlen Aperitivo genossen.

In Gemona del Friuli reihen sich eine Art Pop-Up Läden aneinander, die nur über den Sommer hiesige Produkte verkaufen. Sie unterliegen der Initiative Slow Food, was bedeutet, dass hier nur Produkte aus der Region mit Bedacht auf die Traditionen der Produktion und Herkunft verkauft werden.

Käse in FriaulSo wie zum Beispiel die „Crema scapi dáglio Resia“. Eine Creme aus einem speziellen Knoblauch, der nur in einer ganz bestimmten Zeit geerntet werden kann. Dazu passt der Käse der Region. Den Montasio gibt es hier in zwei Härtegraden. Der dritte ist ein geräucherter Ricotta. Sehr interessant im Geschmack.

Aquileia - RömerzeitWeiter geht die kulinarische Reise nach Aquileia, einem Dorf, wo die alten Römer ihre Spuren hinterließen. Das UNESCO Welterbe zeigt noch viele Fundamente der Römerzeit so wie die wundervolle Basilika von Santa Maria.

Alte RömerAchtung beim Überqueren der Straße, da kann man leicht mit einem römischen Soldaten zusammenstoßen!

Essen der RömerAlles was die Römer zu ihrer Zeit produzierten, wird auf einem römischen Fest, das jedes Jahr im Juni gefeiert wird, zum Kauf angeboten.

EssenszubereitungWer sich gemütlich niederlassen will, kann das bei einem Teller typisch römischen Essen im Edamamus, Bibamus, Gaudiums tun. Oder man schlendert wie ich über den Markt und schaut den Römern mal in die Töpfe.

Gelato in FriaulNur eines konnten die Römer damals nicht, das war Eis machen. Um ein wirklich gutes Eis zu bekommen, fahre ich nach Valvasone Arzene in die Eisdiele Sara´n Gelati von Giacomo.

Eis in FriaulEr macht unglaublich gutes „Gelati artiginale“ , soll heißen von Hand gemacht. Ich empfehle euch Orzello e caramello. Es schmeckt nach Kaffee, Karamell und Nougatstücken.

Mein Tag endet auf einem der unzähligen Hügel des Friaul. Sie formten sich einst aus Felsbrocken, die mit dem Eis aus den Bergen an den Fuß dieser gerollt sind. Im Laufe der Zeit wurden sie immer grüner und die Menschen der Region besiedelten sie zahlreich.

Tagliamento FlussIn der „,Casa Rossa ai Colli“ genieße ich den Ausblick und ein wundervolles Abendessen mit wieder nur regionalen Produkten unter dem Logo „Slow Food“. Auf dem Weg zur Casa Rossa überqueren wir den größten Fluß der Region Friaul, den Tagliamento. Ein imposanter Anblick.

Oben angekommen setzt die Natur noch einen drauf. Wir werden mit einem wunderschönen Regenbogen begrüßt, der das Städtchen San Daniele umschließt, das direkt zu unseren Füßen liegt.

AquileiaWart ihr schon mal in Friaul? Was hat euch besonders gut gefallen?

Vielen Dank für die Unterstützung an TurismoFVG (auf der Website findet ihr viele hilfreiche Informationen), die die Reise nach Friaul-Julisch Venetien ermöglicht haben

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Anja Beckmann

Reiseblogger bei Travel on Toast
Erst war ich ein Jahr auf Weltreise, heute bin ich hauptberufliche Reisebloggerin. Am liebsten reise ich mit Freund Carsten und Hund Buddy, mit denen ich im Rheinland lebe. Ob nah oder fern, Städte, Strände, Roadtrips oder vegetarisches Essen - ich bringe euch im Blog zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps. Über Instagram Stories nehme ich euch live mit.

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1 Kommentar

  • Antworten
    Nils
    12. Juli 2015 um 20:37

    Italien hat einfach das beste Essen :) Danke für die Anregung für die nächste Reise :)

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