Noch mal zur Uni gehen? Lieber nicht! Außer es handelt sich dabei um die Gelato University bei Bologna, wo das Essen am allerleckersten ist. Dort erfuhr ich die Geheimnisse des echt italienischen Gelato, versuchte mich als Gelatiera und aß Eis in allen Farben des Regenbogens.
In meiner Woche im Blogville Emilia Romagna ging für mich der Traum aller Naschkatzen in Erfüllung: Ich besuchte einen Tag lang die Carpigiani Gelato University, das angeschlossene Gelato Museum und – ganz wichtig – den Shop mit seiner Eistheke.
Von der Piazza XX Settembre in Bologna aus nahm ich den Bus 87 Richtung Anzola dell’Emilia. Rund 40 Minuten dauerte die Fahrt bis zur Haltestelle “Magli”. Eine riesiges Eis in der Waffel wies mir den Weg.
Im letzten Semester besuchten 6.700 Teilnehmer aus aller Welt die Gelato University. Es gibt Kurse in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Sie werden in Anzola angeboten sowie an den verschiedenen Standorten weltweit. Oft möchten die Schüler Eisdielen eröffnen oder z. B. in der Konditorei auch Eis anbieten. Sie kommen aber auch aus branchenfremden Bereichen. Jeder kann hier lernen, Eis zu machen.
Ihr habt aber keine ganze Woche Zeit für einen Kurs? Kein Problem! Das Museum bietet drei Kurzseminare an: In vier Stunden eine eigene Geschmackssorte entwickeln, zwei Stunden lang in die Gelatowelt hineinschnuppern oder in einer Stunde Gelato verkosten.
Wichtig: Gelato ist nicht gleich Eiscreme. Das italienische Speiseeis enthält weniger Fett und Luft als Eiscreme und wird mit einer höheren Temperatur serviert. Dadurch hat es wohl mehr Geschmack und weniger Kalorien.
Die Geschichte des Gelato geht zurück nach Mesopotamien um 15.000 vor Christus sowie auf die alten Römer und Ägypter, die Eis aus den Bergen zu Desserts verarbeiteten. Früher war Eiscreme ein Luxus für die Reichen. Heute kann sich jeder die Leckerei gönnen. Sie besteht u. a. aus Milch, Zucker, Sahne und Geschmackzutaten wie frischen Früchten oder Nüssen.
Im Museum schaute ich mir alte Eismaschinen an, verliebte mich in einen Fahrradeiswagen und in die historischen Blechdosen.
Italien ist das Land der Eisdielen, es gibt rund 37.000. Auf Platz Zwei folgt Deutschland mit 8.000 bis 9.000 Eisläden. Valentina, die Kommunikationsmanagerin, meinte zu mir: “Vanille ist die beliebteste Eisorte weltweit. Das findet man bei uns in Italien kaum – zu süß und Vanille wird hier nicht angebaut. Wir stellen Gelato mit lokalen Zutaten her.” Ihre Empfehlungen für richtig gutes Gelato in Bologna:
- Cremeria Funivia (Via Porrettana, 158)
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Inhaltsverzeichnis
Gelateria Delle Moline (Via delle Moline, 13)
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La Sorbetteria Castiglione (Via Castiglione, 44)
Ich bestätigte an diesem Tag durch diverse Verkostungen, dass ich ein Gelatofan bin. Toll war ein Milcheis mit Krokant, Kirschen und Schokolade. Auch das Banane-Kiwi-Sorbet war lecker.
Das zartgrüne Pistazieneis hat es mir besonders angetan. Es war sehr cremig und schmeckte intensiv nach Pistazie.
Es muss aber nicht immer nur süßes Eis sein. Es gibt Gelato mit Ricotta und Feigen, Parmesan, Tomaten oder Balsamicoessig. Die Gelatieri lassen sich ihre Kompositionen teilweise schützen, dann kommt ein Copyright auf ihr Rezept. In der Gelato University wird mit Geschmackssorten wie Rose, Lavendel oder Basilikum experimentiert – klingt sehr interessant!
Selbst anschauen konnte ich mir das in einem Kurs in der Gelato University, die Schüler kamen aus Ländern wie Kanada, China oder Alaska. Im Eisschrank standen schon wunderschöne Gelatokreationen.
Am langen Tisch bereiteten die Schüler Semifreddo zu.
Hussain Mansoor (rechts) aus Sri Lanka besucht für einen Monat die Universität. Er führt einen eigenen Cupcake Laden. Davor hat er drei Jahre lang in einer Eisdiele in London gearbeitet, der Inhaber kam aus Neapel. Er hat große Pläne, welches Gelato er in seiner Heimat anbieten möchte: “Mit Gewürzen wie Chili oder Zimt – wir lieben Gewürze!”
Dann zog ich selbst eine weiße Schürze und den Hut an. In der Maschine werden die Zutaten auf 85 Grad erhitzt, dann wieder heruntergekühlt und 8 bis 12 Stunden lang gerührt. Das Eis mit Pinienkernen und Mandeln kam aus der Maschine, ich strich es fachmännisch in die Schale.
So lecker wie es aussah, schmeckte es auch.
Mein Plan: Ich komme noch mal wieder, mache den Vierstundenkurs und werde zur Eiskönigin!
Mehr zum Essen und zur Stadt erfahrt ihr in diesen Artikeln:
Bologna für Genießer: 5 Highlights
Bologna: Von schiefen Türmen, einem geheimen Fenster und der Flüsterecke
Hinweis
Der Flug nach Bologna wurde von Skyscanner gesponsert. Ins #Blogville hat mich Tourismus Emilia Romagna eingeladen. Vielen Dank dafür! Meine Meinung bleibt davon unberührt.
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Anja Beckmann
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