Ein typischer Reiseblogger Tag – am Beispiel London

„Hab einen schönen Urlaub!“, wünschen mir regelmäßig Leute, wenn ich auf Reisen gehe. Urlaub bedeutet: Entspannung, Erholung, reines Vergnügen. Für mich ist es ein Job, seit 5 Jahren bin ich Reiseblogger. Mit allen Vor- und Nachteilen. Ich gebe euch einen Einblick in einen typischen Reiseblogger Tag.

Ein typischer Reiseblogger Tag - am Beispiel LondonReiseblogger Tag: Samstag, 8.00 Uhr, London

Zu Hause wache ich ohne Wecker immer gegen 9.00 Uhr auf. Hier in London ist es eine Stunde früher. Also bin ich schon um 8.00 Uhr munter.

Vier Monate bin ich pro Jahr für meinen Reiseblogger Job unterwegs. Den Rest der Zeit arbeite ich als Blogger Relations Berater vom Homeoffice aus.

Als Digitaler Nomade? Auf Bali, in Chiang Mai oder in Marokko? Nix da, in Mönchengladbach bei Düsseldorf. Wenig glamourös, aber hier lebe ich mit meinem Freund Carsten zusammen.

Für 3 Tage bin ich Ende November nach London geflogen, um eine meiner Lieblingsstädte zum ersten Mal in der Vorweihnachtszeit zu erleben.

Die Reise habe ich selbst bezahlt und organisiert, mehr dazu findet ihr in diesem Artikel: Städtereisen mit Flug planen – in 9 Schritten.

Und hier geht es zum Artikel, den ich nach der Reise geschrieben habe: Weihnachten in London – die schönsten Erlebnisse im Winter.

Mein Reiseblogger Job umfasst u. a.

  • Reisen organisieren
  • Auf der Reise Sachen erleben, über die ich berichten kann
  • Dazu Fotos, Videos und Notizen machen
  • Während der Reise auf Social Media posten, Kommentare und Direktnachrichten beantworten
  • Nach der Reise Blogartikel schreiben und diese über Social Media verbreiten

Es ist mein zweiter Tag in London, gestern bin ich schon viel herumgelaufen. Meine Unterkunft liegt 1,5 Kilometer vom Oxford Circus entfernt.

Von hier aus ging es zu Fuß zum Covent Garden Market mit Weihnachtsdeko, zur Schlittschuhbahn am Somerset House, zum Afternoon Tea in einem Hotel am Trafalgar Square, zuletzt zu Shopping und Weihnachtsbeleuchtung an Einkaufsstraßen wie der Carnaby Street.

Für mich ist Reisen nicht Urlaub, sondern Job. Seit 5 Jahren bin ich Reiseblogger. Mit allen Vor- und Nachteilen. Ich gebe euch im Artikel einen Einblick in einen typischen Reiseblogger Tag. #Reiseblog #ReisebloggerReiseblogger Tag: 8.00 – 10.00 Uhr

Mein Smartphone liegt auf dem Nachttisch neben mir, griffbereit. Das erste, was ich mache:

  • E-Mails durchlesen und beantworten, es sind etwa Kooperationsanfragen oder Fragen von Lesern
  • alle Social Media Kanäle checken
  • Fotos vom Vortag auswählen und als Fotogalerie auf Facebook posten
  • auf Pinterest pinnen

So vergehen zwei Stunden – noch vor dem ersten Kaffee…

Reiseblogger Tag: 10.00 – 10.30 Uhr

Geduscht, geschminkt, Smartphone und Kamera aufgeladen, Mütze für Fotos in der Tasche – ich bin bereit für den Tag!

Im Privatleben schminke ich mich selten, meist nur zum Weggehen. Auf Fotos fühle ich mich mit Make-up jedoch wohler.

Und ich muss darauf achten, unterschiedliche Kleidung zu tragen bzw. immer wieder mal eine andere Mütze. Sonst sehe ich auf jedem Foto gleich aus. 🙂

Reiseblogger Tag: 10.30 – 11.00 Uhr

Ein erstes Selfie auf der Straße schießen, für’s Blog. Mist, bei 6 Grad und Wind verläuft meine Schminke.

Ich bin diesmal allein unterwegs. Sonst machen Carsten oder eine Freundin Bilder von mir.

Danach ein kurzes Video zu meinem Tagesplan auf Instagram Stories posten.

Ich nutze meine Datenflat auch in den EU-Ländern. Die 6 GB schöpfe ich jedoch regelmäßig aus und muss Datenpakete nachbuchen. Wann immer möglich, warte ich auf Wifi.

In London sind extrem viele Leute unterwegs. Ich muss immer darauf achten, dass ich niemandem im Bild habe. Komisch angeschaut werde ich häufiger, wenn ich für Videos scheinbar Selbstgespräche führe.

Gestern hatte ich beim Afternoon Tea zwei Belgierinnen am Nebentisch. Ich fotografierte ausgiebig mein Essen. Sie kommentierten das auf Französisch, es fällt also immer noch auf.

Auch heute Morgen habe ich Hunger, gehe in Richting der U-Bahn-Station, von der ich später abfahre.

Parkcafé in LondonReiseblogger Tag: 11.00 – 12.30 Uhr

Im Park (den ich auch auf Instagram Stories poste) entdecke ich das Café Russell, in einer Art Wintergarten.

Es ist ein italienisches Café. Kurz liebäugele ich mit den Cannoli, die wären toll für’s Foto. Aber sie sind nicht englisch und ich möchte bei Süßem gerade kürzer treten.

Also bestelle ich ein Tuna Melt Sandwich und eine Latte Macchiato. Gibt es eben nur ein Foto vom Restaurant außen…

Für Fotos und Videos habe ich Smartphone und Kamera dabei. Die iPhone Fotos poste ich während der Reise auf Social Media. Die Kamerabilder kommen nach der Reise in die Blogartikel.

Mein getoastetes Sandwich und der Kaffee werden kalt. Warum? Weil ich die Idee zu diesem Artikel habe und anfange, ihn mit der Notizfunktion meines Smartphones zu schreiben.

Ich habe einen Redaktionsplan für mein Reiseblog. Oder besser gesagt: eine Liste mit Artikelideen.

Ein Vorteil des Reiseblogger Jobs: Die Reisen wähle ich nach meinem Geschmack aus. Ich bin selbstständig und kann entscheiden, wann ich mit wem wohin reise. Natürlich muss auch ich auf meine Reisekasse achten.

Artikelideen habe ich schon vor der Reise im Kopf, währenddessen bestätigen oder ändern sie sich. Je nachdem, was das Reiseziel hergibt…

In unserem Sommer habe ich viele Europaartikel von Sonnenzielen gepostet. Jetzt kommt die Vorweihnachtszeit in London an die Reihe – passend zur Jahreszeit.

Demnächst gehen auch noch einige Artikel zu unserer privaten Reise nach Thailand und Australien im Januar/Februar 2017 online. Beide Reiseziele haben jetzt Hochsaison.

Es ist toll, dass ich meine Reiseleidenschaft zum Beruf machen konnte!

Ein Nachteil des Reiseblogger Jobs ist jedoch: Berufliches und Privates vermischen sich stark.

Das Reiseblog spiegelt ja meine Vorlieben wieder, ich gebe euch hier persönliche Tipps und Empfehlungen. Aber so richtig entspannt Urlaub machen werde ich wohl nicht mehr können…

Carsten ist der beste Freund, den ich mir wünschen kann: Er motiviert mich, war schon auf vielen Reisen mit und macht auch Fotos von mir.

Einigen Freundinnen ist dagegen das Reisen mit mir als Reiseblogger samt festem Terminplan zu stressig. Und ich verbringe viel Zeit mit Fotografieren und Social Media, sie haben da zu wenig von mir.

Das Hauptthema, wegen dem ich in London bin, ist die Vorweihnachtszeit. Dazu habe ich mir eine Liste an Sehenswürdigkeiten erstellt, die ich mir ansehen möchte.

Weiterhin kann ich immer allgemeine Fotos von London gebrauchen. Deshalb plane ich etwa einen Stopp auf den Golden Jubilee Bridges ein – mit Blick auf Themse, London Eye und Big Ben.

Bei meinem letzten London Besuch regnete es nämlich drei Tage lang. Diesmal habe ich Glück, es bleibt die Tage über trocken. Nur am Abreisetag fängt es an zu schütten…

Was bei dieser Reise an privaten Interessen zu kurz kommt:

  • meine geliebten Vintageläden und Flohmärkte – sie passen nicht zum Vorweihnachtsthema
  • Streetart – dito
  • Großeinkauf im Supermarkt mit Vinegar Crisps, Mince Pies und Scones – ich fliege nur mit Handgepäck und habe eine Gewichtsbegrenzung

Reiseblogger Tag: 12.30 – 13.30 Uhr

Mit der U-Bahn fahre ich zu den Golden Jubilee Bridges. Ich mache Selfies von mir mit London Eye und Big Ben im Hintergrund.

Ich frage auch Passanten, ob sie ein Foto von mir machen können. Das Ergebnis ist manchmal toll, häufiger jedoch eher nicht. Es sind eben keine Profis…

Oft wünsche ich mir, wie einige Influencer mit eigenem Fotografen zu reisen. Denn da kann ich sicher sein, dass die Bilder gut werden. Aber ob sich das Reisen noch genauso privat anfühlen würde wie jetzt? Immerhin muss ich auf niemanden Rücksicht nehmen, kann mich frei bewegen.

Ich mache ein Video für Instagram Stories. Mehrfach muss ich neu starten, weil ein Zug vorbeifährt, der Wind zu laut ist oder die Sonne von einer Wolke verdeckt wird. Das dauert…

Reiseblogger Tag: 13.30 – 15.00 Uhr

Ich schlendere über den Southbank Centre Winter Market. Immer wieder halte ich an, um Fotos zu schießen.

Etwa von dem Iglu Zelt an der Themse, das ihr für ein Weihnachtsessen buchen könnt. Oder von den Pop Art Weihnachtsbäumen.

Reiseblogger Tag: 15.00 – 16.00 Uhr

Die nächste Stunde verbringe ich mit wenig spannenden Tätigkeiten

  • zur nächsten U-Bahn Station laufen
  • U-Bahn fahren zum Hyde Park
  • zum Winter Wonderland laufen
  • 15 Minuten in der Schlange vor dem Eingang warten

Gegen 16 Uhr geht langsam die Sonne unter, es ist ein kurzer Wintertag.

Reiseblogger Tag: 16.00 – 17.30 Uhr

Das Hyde Park Winter Wonderland habe ich mir anders vorgestellt. Es ist eine Mischung aus riesigem Weihnachtsmarkt und Kirmes.

Sehr voll, sehr bunt und sehr laut. Für Kinder sicher toll, für mich vor allem anstrengend.

Ich mache ein paar Aufnahmen, esse ein paar Süßigkeiten und suche rund 30 Minuten den Ausgang.

Reiseblogger Tag: 17.30 – 19.00 Uhr

Mit der U-Bahn fahre ich zurück zur Unterkunft. Auf dem Heimweg laufe ich an mehreren Restaurants und Pubs vorbei.

Wenn ich alleine reise, esse ich meist nur morgens und mittags etwas. Beim Abendessen unter lauter Paaren und Freundesgruppen fühle ich mich am ehesten einsam.

Im Zimmer schaue ich mir meine Fotos an, poste auf Facebook und Twitter, dann gehe ich die Notizen für den Tag durch. Ich schreibe etwas an diesem und an einem anderen Londonartikel weiter.

Dann mache ich Feierabend. Ich bin müde vom vielen Herumlaufen und den Eindrücken der Stadt. Aber auch glücklich, wieder in einer meiner Lieblingsstädte zu sein.

Hier geht es übrigens zum Artikel über die Reise: Weihnachten in London – die schönsten Erlebnisse im Winter.

Habt ihr noch Fragen an mich als Reiseblogger?

Hinweis: Die London Reise habe ich selbst bezahlt und organisiert, es gab keine Kooperationen. Alle Empfehlungen basieren auf meinen ganz persönlichen Vorlieben und kommen von Herzen.

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Anja Beckmann

Gründerin & Reiseblogger bei Travel on Toast
Ein Jahr Weltreise war nicht genug. Es zieht mich immer wieder in die Ferne - zu lebendigen Städten, Roadtrips, Traumstränden, Winterzauber und leckerem Essen. 2012 habe ich Travel on Toast gegründet, heute unter den Top 10 der deutschsprachigen Reiseblogs. Als hauptberuflicher Reiseblogger bin ich rund vier Monate pro Jahr unterwegs, 55 Länder habe ich bisher gesehen. Ich bringe euch hier zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps - damit eure Reise unvergesslich wird!

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4 Kommentare

  • Antworten
    Ela
    4. Dezember 2017 um 12:29

    Das allein Abendessen finde ich beim Allein-Reisen bzw. biei Blog-Reisen auch immer am „Schlimmsten“. Man wird komisch angeschaut, wenn man allein ein 3-Gänge-Menü isst und letztendlich ist es auch ein bisschen langweilig. Manchmal beschäftige ich mich mit Handy oder Buch, aber so richtig genießen kann ich so einen Abend nicht. Mein Freund findet Blog-Recherchereisen auch spannend, aber manchmal nervt es ihn auch. Wenn er bei Wind oder gegen die Sonne ewig lang Fotos von mir machen soll, die dann nicht so aussehen wie ich sie haben will.. Ohje 😉
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Antworten
      Anja Beckmann
      4. Dezember 2017 um 22:32

      Hallo Ela,

      ja, das Abendessen alleine versuche ich wirklich zu vermeiden.

      Es ist toll, Unterstützung bei den Fotos zu haben, oder? Ich bin meinem Freund auf jeden Fall immer sehr dankbar.

      Liebe Grüße
      Anja

  • Antworten
    Anita
    29. November 2017 um 21:40

    Hallo, liebe Anja!
    Danke, das ist wieder einmal ein toller und vor allem ehrlicher Beitrag von dir! Ich bin zwar „NUR“ nebenberufliche Reisebloggerin, meinen letzten richtigen Entspannungsurlaub hatte ich auch bevor ich mit meinem Blog gestartet bin. Ich habe aber zum Glück auch einen sehr lieben Partner und sehr rücksichtsvolle Freundinnen, die meine Blogger-Macken schon alle kennen und unterstützen, wenn wir gemeinsam unterwegs sind. Aber man ist als Blogger schon dauerhaft online oder auf der Suche nach einem tollen Fotomotiv… wir sind eine sonderbare Spezies 😉
    GLG aus Kärnten,
    Anita

    • Antworten
      Anja Beckmann
      30. November 2017 um 13:50

      Liebe Anita,

      sonderbare Spezies – das stimmt. 🙂 Umso schöner, wenn man dann Gleichgesinnte und Unterstützer findet.

      Viele liebe Grüße
      Anja

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