Den ganzen Tag mit Booten herumfahren, Schiffe anschauen, moderne Architektur bestaunen und Stroopwafels verputzen – in Holland kam ich auf meine Kosten. Zum ersten Mal war ich jetzt in Rotterdam und verbrachte schöne Tage in der zweitgrößten Stadt der Niederlande.
Mit Holland verbinde ich jede Menge Kindheitserinnerungen: Ich bin bei Aachen in der Nähe der niederländischen Grenze aufgewachsen. Mit den Fahrrädern sind wir immer nach Heerlen gefahren. Dort kauften wir Dropjes (Lakritze), Stroopwafels (Karamellwaffeln) und Vla (Pudding). Meine ganze Familie besteht aus Wasserfans – also gingen wir in Holland auch immer segeln.
Amsterdam hatte ich schon besucht, jetzt war ich gespannt auf Rotterdam. Viele Deutsche verbringen hier ein bis zwei Tage, auf dem Weg zum Urlaub am Meer.
Meine 6 Highlights in Rotterdam:
1) Hotel Mainport
Ich wachte in meinem Zimmer im 5 Sterne-Designhotel auf und blickte direkt auf Hafen, Kutter und stylische Hochhäuser in Rotterdam. Super! Ich übernachtete bei der Erasmusbrücke, dem Wahrzeichen der Stadt.
Jede Etage war nach einem anderen Kontinent eingerichtet. Ich schlief in “Europa”, genoss neben der Aussicht die dicke Federdecke und die “Malin + Goetz” Pflegeprodukte wie Pfefferminz-Shampoo, Koriander-Haarspülung und Rum-Duschgel. Außerdem hatte mein Raum eine Sauna – das erlebte ich zum ersten Mal.
2) International essen
Das Essen in Rotterdam schmeckte mir sehr gut, ihm widme ich eigene Beiträge. Darin lest ihr von russischen Törtchenfeen, einem Cafe mit Fünfziger-Jahre-Flair und einem Abendessen auf der Dachterrasse mit “Urban Gardening”.
In Rotterdam leben über 170 Nationalitäten, das spiegelt sich auch im Essen wieder. Ein Termin für alle Foodies unter euch ist das World Food Festival. Es findet erstmals vom 18. September bis 27. Oktober statt. Die Besucher können die Rotterdamer Weltküche erleben und probieren – vom Streetfood bis zur Sterneküche, von der Stadtfarm bis hin zur Nahrung der Zukunft.
3) Schifffahrt mit dem Boot der Hafenbehörde
Der Hafen in Rotterdam ist riesig, es ist der größte Europas und der fünftgrößte weltweit. Ich fuhr über 40 Kilometer von der Innenstadt bis zur Nordseeküste, wo an der Maasvlakte 2 neues Land aufgeschüttet wird.
Ich nahm den Katamaran der Hafenbehörde “De Nieuwe Maze”, der sonst VIPs vorbehalten ist. Das Königspaar Willem-Alexander und Maxima ist natürlich schon damit gefahren, ebenso wie unsere Bundeskanzlerin und Gloria Estefan.
Kapitän Piet Schuurs hat für mich einen der besten Jobs der Welt. Er fährt mit seiner Crew vorbei an der unglaublichen Architektur der Stadt, wo jedes Haus ein Blickfang ist.
Auf dem Sonnendeck genoss ich die Aussicht, ließ mir die salzige Luft um die Nase wehen und aß leckere holländische Snacks.
Ihr möchtet auch mal damit fahren? Bei den World Port Days vom 6. bis 8. September ist das möglich. Vom Besucherzentrum Futureland (Eintritt kostenlos) könnt ihr sonst auch immer die normale Fähre nehmen.
4) Kreuzfahrtschiff SS Rotterdam besichtigen
Als Sixtiesfan war ich von der SS Rotterdam (SS = steam ship) hin und weg, die 1958 fertig gestellt wurde.
Zu sehen waren Kabinen im Retrodesign, bunter Teppichboden, schöne Essbereiche, türkisfarbene Sofas in der Lounge oder ein kleiner Ballsaal mit goldener Tanzfläche, in dem schon Frank Sinatra gesungen hat.
In dem Schiff ging ich auf Zeitreise.
Ich nahm im Lieblingssessel von Königin Beatrix Platz. In der Ocean Bar aß ich einen kleinen Lachs-Snack. Spätestens als ich am Pool auf dem Oberdeck saß, stand für mich fest: Mit diesem Schiff würde ich zu gerne mal auf Kreuzfahrt gehen.
Leider ist es im Jahr 2000 zum letzten Mal ausgelaufen und liegt seitdem fest im Rotterdamer Hafen. Es ist ein Museumsschiff, dient als Hotel mit 250 Zimmern und wird auch für Events genutzt.
Für Rainer Klootwijk, der mir das Schiff zeigte, ist es der schönste Ort Rotterdams. Mit 15 Jahren fuhr er zum ersten Mal als Liftboy auf dem Schiff mit, neun Jahre lang arbeitete er u. a. im Restaurant. Seine Leidenschaft für das Schiff ist bis heute geblieben – ich kann ihn gut verstehen.
5) Wassertaxi fahren
Ein großer Spaß waren für mich die Fahrten mit den Wassertaxen. Warten, bis eines der kleinen Boote für bis zu acht Personen anlegt, einsteigen und am Ziel bezahlen. Auf der Maas gab der jeweilige Bootsführer richtig Gas, so dass das Wasser nur so spritzte.
Von unserem Anleger Leuvehaven bis zum legendären Hotel New York waren es wenige Minuten Fahrt, die kostete 3,60 Euro pro Person. Die Wassertaxen fahren bis Mitternacht und sind manchmal günstiger als normale Taxen.
6) Architektur erfahren
Die Skyline von Rotterdam allein ist einen Besuch wert. Da die Innenstadt im Krieg stark zerstört wurde, gibt es hier vor allem moderne Gebäude.
Rotterdam wird auch schon mal “Manhattan an der Maas” genannt. Doch eine solche Vielfalt an Hochhäusern, Farben und Formen kannte ich weder aus New York, Dubai oder Tokio. Weltberühmt sind Architekten wie Norman Foster oder Rem Koolhaas, ebenso wie die Kubushäuser von Piet Blom.
Ich schaute mir die Architektur vom Schiff, Wassertaxi und Fahrradtaxi aus an. Ein Traum! Bei den ArchiGuides Touren kann man sich die Bauten zeigen und erklären lassen.
Mein Fazit
Rotterdam gehört ab jetzt zu meinen Lieblingsstädten – ungewöhnlich, jung, trendy und lebhaft. Der Hafen und die Schiffe sind toll, die Architektur immer wieder ein Augenschmaus und die Gastroszene vielfältig und sehr gut. Das Shoppen ist zu kurz gekommen, das hole ich beim nächsten Mal nach.
Was gefällt euch an Rotterdam besonders gut?
Hinweis
Nach Rotterdam eingeladen wurde ich von Rotterdam Marketing und vom Niederländischen Büro für Tourismus & Convention. Vielen Dank dafür! Meine Meinung bleibt davon unberührt.
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Anja Beckmann
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