Beitrag von Franziska (Löffelweise). Was muss ein Reiseziel bieten, damit man dafür 15.848,54 km zurücklegt und man fast 40 Stunden in Flugzeugen/auf Flughäfen zubringt? Kann es wirklich einen Ort geben, der einen so begeistert, dass die Strapazen und Kosten der Anreise ruck zuck vergessen sind? Diese Fragen entnahm ich zumindest dem skeptischen Gesichtsausdruck meines Freundes, nachdem ich meinte: „Schatz, es ist Zeit, die Familie kennenzulernen! Wir fliegen nach Samoa!“
Mein Name ist Franziska und als Tochter einer Samoanerin und eines schwäbischen Seemanns wurde mir chronisches Fernweh quasi in die Wiege gelegt. Ich schreibe auf meinem eigenen Blog “Löffelweise” und als neues Mitglied im Redaktionsteam von Travel on Toast künftig auch hier.
Bei der Planung unseres Samoa Urlaubs war es mir besonders wichtig meinen Freund davon zu überzeugen, dass sich die weite Anreise gelohnt hat. Allerdings war ich am Ende dann irgendwie doch selbst überrascht, wie viel diese kleine Inselgruppe mitten im Südpazifik doch zu bieten hat. Samoa besteht aus 10 Inseln, von denen aber nur 5 bewohnt sind. Unser Ziel ist die Insel Upolu, auf der sich die Hauptstadt Apia und auch das Heimatdorf meiner Mutter befindet.
So, zurück zur Frage, warum sich ein Samoa Urlaub lohnt: Als allererstes müssen natürlich die menschenleeren, naturbelassenen Strände genannt werden. Lediglich gesäumt von schattenspendenden Palmen und kleinen Beachfales (Strandhütten) bieten sie südseeidyllischen Postkartenkitsch der Extraklasse.
Man lässt sich mit einer gekühlten Kokosnuss in den weichen Sand plumpsen, hüpft von Zeit zu Zeit zur Erfrischung in den angenehm temperierten Pazifik und will eigentlich da schon nichts mehr vom Rest der Welt wissen. Die allgemeine Entschleunigung auf Inselzeit ist im Normalfall bereits wenige Stunden nach der Landung eingetreten. Die einzig schwierige Entscheidung, die man auf Samoa treffen muss, dreht sich darum, an welchem Traumfleckchen man am Folgetag das Badetuch auslegt.
Ein weiteres Must-see, neben meinen beiden Lieblingsstränden Lalomanu und Tafatafa, ist die To Sua Ocean Trench. In einem hübsch angelegten Garten befindet sich ein großes… hmm, nennen wir es Badeloch, zu dem man nur gelangt, wenn man seine Höhenangst überwindet und eine 30 Meter lange (garantiert nicht TÜV konforme) Leiter hinunter klettert. An guten Tagen hat man den ganzen Pool für sich alleine und kann entspannt auf einem Gummireifen liegend den Wellen lauschen.
Wer dann nach einiger Zeit das viele Salzwasser satt hat, geht zur Piula Cave, einem kleinen Süßwasserbecken mit angrenzender Höhle, die man durchtauchen kann, oder zu den Papaseea Sliding Rocks in Faleata. Dabei handelt es sich im Grunde um einen natürlichen Wasserspaßpark. Kleine Anmerkung am Rande: schaut immer erst den Einheimischen beim Rutschen zu, sonst könnte es unter Umständen schmerzhaft werden. ;-)
Wenn ihr jetzt schon denkt „Buhuuu, hübsche Strände gibt’s woanders aber auch!“, dann werfe ich jetzt mal noch kurz die top erhaltenen Korallenriffe, inklusive leuchtend blauer Seesterne und dem buntesten Fischbestand, der mir bisher untergekommen ist in den Raum. Ich bin sicher, die Pro-Samoa-Reise-Argumente überwiegen langsam.
Aus Angst, dass wir nach einigen Tagen vom Strandkoller übermannt werden, plane ich noch einen Bush Walk an die Spitze vom Mount Vaea ein. Der stellenweise etwas mühsame Aufstieg wird mit einer grandiosen Aussicht über die Küste Upolus entlohnt. Ein weiteres Highlight des Mount Vaea: der Schriftsteller Robert Louis Stevenson (Autor von Werken wie “Die Schatzinsel” und „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“) liegt dort begraben. Sehenswert sind außerdem die beeindruckenden Wasserfälle Papapapaitai und Sopoanga.
Um dem Südseefeeling noch das finale Krönchen aufzusetzen, empfehle ich auf jeden Fall den Besuch der Fia Fia Night im Manumea Hotel. Es gibt ein traditionell samoanisches Buffet mit herrlich frischen Meeresfrüchten, Taro (eine Art Kartoffel) und Palusami (eine Leckerei aus Taroblättern und Kokosnussmilch) und eine schön inszenierte Tanzshow.
Falls sich jemand ängstlich fragt, ob Paul Kuhns „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ wohl auch auf Samoa zutrifft, kann ich ihn beruhigen. Es gibt Bier auf Samoa, genauer gesagt Vailima. Es schmeckt sogar ziemlich gut, denn es wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Die deutsche Kolonialzeit (1900 – 1914) hat also nicht nur bei den feinsäuberlich im 90 Grad Winkel angeordneten Palmenplantagen ihre Spuren hinterlassen.
Fotografiebeigsterte, die mal ihr Limit an „Oooohs“ und „Aaaaahs“ suchen, Wassersportler, die das Meer einmal für sich alleine haben möchten und Workaholics, die wissen wollen, wie sich Tage in „Samoan Time“ anfühlen: Koffer packen für den Samoa Urlaub!
Inhaltsverzeichnis
Seid ihr schon mal nach Samoa gereist oder möchtet ihr dort noch hin?
Anja Beckmann
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