Sumoringer in Japan: Kampf der Giganten

SumoringerWoran denkt ihr bei Japan zuerst? An Geishas, den Vulkan Fuji oder Kirschblüten? Für mich gehören auch die Kämpfe der schwergewichtigen Sumoringer dazu, ich sah sie mir in Tokio an. Drei Wochen war ich in Japan, der Turniertag der Sumoringer war eines der Highlights. SumoringerAls Reiseziel hatte ich mir Japan wegen des Gegensatzes von alter Tradition und futuristischer Technik ausgesucht. Ich besuchte Tempel, Zen-Steingärten und Onsen-Badehäuser.

Auf der anderen Seite übernachtete ich in Kapselhotels, benutzte Toiletten mit beheizbarem Sitz und „Flushing Sound System“ (Geräusch der Spülung auf Knopfdruck) und fuhr mit dem Bullet Train Shinkansen.

SumoringerZu den Traditionen gehört die Kampfsportart Sumo, die in einer Schrift aus dem Jahr 712 erstmals erwähnt wurde. Mit dem Neuseelaender Aaron besuchte ich einen Tuniertag im Ryogoku-Stadion, in dem von 10 bis 18 Uhr 220 Entscheidungen ausgetragen wurden.

SumoringerBei den kurzen Wettkämpfen traten jeweils zwei Sumoringer gegeneinander an, nur mit Hüftgürtel und Zopf bekleidet. In dem abgegrenzten Ring (Dohyo) gingen sie voreinander in die Hocke. Auf das Signal des Schiedsrichters hin schossen sie nach vorne, prallten aufeinander und verkeilten sich ineinander.

Wer es als erster schaffte, den Gegner aus dem Kreis zu drängen, hatte gewonnen. Auch wer den anderen aus dem Gleichgewicht brachte, so dass er mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen den Boden berührte, war der Sieger.

Jeder Kampf dauerte nur ein paar Sekunden. Schieben, Werfen, Schlagen – 82 Vorgehensweisen sind erlaubt. Fiese Tricks wie Würgen, Haareziehen (meine Schwester war als Kind Meisterin darin) oder Schläge auf beide Ohren gleichzeitig sind streng verboten.

Die Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe, unterhielten sich aber auch gemütlich miteinander oder holten sich Snacks. Immer wieder stürzten beide Kontrahenten von der flachen Bühne und auf die armen Zuschauer in der ersten Reihe. Man munkelt, dass dort Mitglieder der japanischen Mafia Yakuza sitzen.

Ich fand es schön, an den Sumokämpfern zu sehen, dass auch Männer Cellulite bekommen können. ;-) Wobei wir uns fragten, womit sie ihr Gewicht hielten – ein Sumoringer bringt durchschnittlich 150 Kilo auf die Waage.

Denn wir aßen die traditionelle Chanko-nabe Suppe mit Gemüse, Fleisch und Meeresfrüchten, sie schmeckte nach eher leichter Kost. Sie schmeckt jedoch nur leicht, hilft aber bei der Sumofigur: Zum Mittag- und Abendessen nehmen die Sumoringer den protein- und fettreichen Eintopf zu sich. Ein Mittagsschläfchen nach dem Essen soll bei der Gewichtszunahme helfen.

Ich hatte an diesem Tag das Gefühl, tief in die Kultur Japans einzudringen. Wir waren unter den wenigen Ausländern im Stadion, das wirklich gut besucht war. Solltet ihr einmal die Chance haben, seht es euch selbst an!

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Anja Beckmann

Reiseblogger bei Travel on Toast
Erst war ich ein Jahr auf Weltreise, heute bin ich hauptberufliche Reisebloggerin. Am liebsten reise ich mit Freund Carsten und Hund Buddy, mit denen ich im Rheinland lebe. Ob nah oder fern, Städte, Strände, Roadtrips oder vegetarisches Essen - ich bringe euch im Blog zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps. Über Instagram Stories nehme ich euch live mit.

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