Bologna für Genießer: 5 Highlights

Bologna wird auch „Die Fette“ genannt. Jetzt weiß ich, wieso. Das Essen ist superlecker, echt gefährlich. Ich erzähle euch von meinen Favoriten in der norditalienischen Stadt – vom Pasta-Kochkurs über das Essen beim Sternekoch bis hin zum Gelato in vielen lustigen Sorten.

Lokales Essen probiere ich immer gerne. Italien bietet sich dafür besonders an. Eine Woche verbrachte ich in Bologna, sah mir die Stadt und die Region Emilia Romagna an. Ein Leckerbissen!

Meine Tipps für Bologna und Umgebung:

1) Pasta-Kochkurs
Wusstet ihr, dass es gar keine Spaghetti Bolognese gibt? Das Ragu alla bolognese essen die Italiener meist mit Tagliatelle. Außerdem: Nie die Tortelloni mit Soße servieren. Die Einwohner Bolognas genießen sie in Brühe.

Gnocco Fritto in Bologna (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Ein Abendessen kann aus Vorspeise, zwei Hauptgängen und Dessert bestehen. Ein köstlicher Appetithappen ist etwa das Brot Gnocco Fritto mit Schinken oder Mortadella aus Bologna. Das müsst ihr unbedingt mal probieren! Der 1. Gang kann Pasta sein, der 2. Gang Fleisch, Fisch oder ein vegetarisches Gericht. Dann folgt Süßes.

Nachdem ich schon in Vietnam und Thailand Kochkurse besucht hatte, wollte ich in Italien die Kunst des Pastamachens lernen. Es war gar nicht schwer! Für die Pasta brauchten wir nur extrafeines Mehl 00 und Eier.

Travel on Toast, Reiseblog, Reiseblogger, Travelblog, Travelblogger, Foodblog, Foodblogger, Anja Beckmann, Italien, Bologna, PastaIm Landgasthof Podere San Giuliano knetete und massierte ich zärtlich den Nudelteig. Die gelbgoldene Teigkugel musste nach der Anstrengung ein wenig ruhen, bevor ich sie energisch ausrollte. Dann formte ich aus dem dünnen Teig Tortelloni und schnitt Bandnudeln in gleichmäßige Streifen.

Für das Ragu hackte ich Zwiebeln, Sellerie und Karotten und garte sie in brutzelndem Olivenöl. Dann rührte ich Schweine- und Rinderhack sowie Weißwein (wichtig!) und Tomatensauce hinein.

Die Inhaberin Federica Frattini erklärt mir alles mit Engelsgeduld. Sie hat das Kochen von ihrer Oma gelernt und schwört auf die traditionelle regionale Küche mit einem Kick. Das kann etwa der Rinderbraten mit Rotwein- und Lakritzsoße sein.

Tagliatelle und Tortelloni (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Auf der Terrasse nahmen wir zum Essen Platz – mit Blick auf den grünen Garten samt Ziegen und einem wuscheligen Riesenhund. Ein Bissen von den Tortelloni mit Butter und Salbei: köstlich! Eine Gabel mit Tagliatelle und Ragu: mehr, bitte!

Der Kochkurs hat mir sehr gut gefallen. Ich habe einen Einblick ins Pastamachen bekommen und richtig lecker gegessen.

ParmigianoWas zur Pasta natürlich immer gehört: der kräftige Parmigiano Reggiano, ich nahm ein ganzes Kilo mit nach Hause.

Sternekoch Marco Marino (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)2) Essen beim Sternekoch
Kennt ihr Molekularküche? Dabei wird das Wissen über molekulare Abläufe genutzt, um neuartige Geschmackskombination zu kreieren. Sie ist eine Spezialität von Sternekoch Marco Marino (1 Michelin Stern). Er hat mit seinem Zwillingsbruder eine eigene Kochshow, zweimal im Monat ist er auf Rai Uno zu sehen. Ein echter Star!

Risotto (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Ich war bei ihm zu Gast und er zauberte Zucchini-Risotto mit molekularer Rucolamayonnaise ohne Ei. Die grüne Soße hatte eine schaumig-leichte Textur und schmeckte angenehm frisch. Es folgten Gnocchi mit Sesam, Pilzen und Taleggio.

Nachtisch aus der MolekularkücheDie Tricks der Molekularküche kamen noch mal beim Nachtisch zum Einsatz: Jeder Löffel Aprikosenmus formte sich im Wasser mit einem speziellen Salz zu einer Kugel mit Hülle, die das flüssige Innere hielt – wie ein Eidotter. Die hübsch orangefarbenen Kugeln krönten den Nachtisch mit Bisquit und Mascarponecreme.

Caffe Arti e Mestieri (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Gleich 2 Michelin Sterne hat Gianni D’Amato, der in drei Restaurants kocht. Ich konnte seine Künste in Reggio Emilia erleben, einer Stadt rund 60 Kilometer entfernt von Bologna. Das Caffe Arti e Mestieri lag in einem ruhigen Hof, der durch viel Grün eine verzauberte Atmosphäre erhielt.

Travel on Toast, Reiseblog, Reiseblogger, Travelblog, Travelblogger, Foodblog, Foodblogger, Anja Beckmann, Italien, Bologna, PastaAuch das Essen war märchenhaft. Der Meisterkoch gab mir eine Unterweisung im Pastakochen in seiner Küche. Ich erhielt sogar ein Zertifikat. Der erste Schritt zu einem eigenen italienischen Restaurant?

Die Ravioli schmeckten dank Butter und Parmesan entzückend. Der Rinderbraten war so zart, dass er fast im Mund schmolz.

Zuppa Inglese (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Das Beste aber war der Nachtisch. Jeder von uns Fünfen bekam ein anderes Dessert, z. B. Zuppa Inglese (Biskuitdessert) oder Millefoglie (Blätterteig-Traum mit Creme).

Millefoglie (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Damit kein Futterneid aufkam, ließen wir die Teller reihum gehen und ich probierte von allem etwas. Fantastico!

Italienisches Gelato (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)3) Gelato
Ich weiß jetzt: Bergamotte-Jasmin-Eis schmeckt zitronig-blumig und Kürbis-Zimt-Eis mild-würzig. Diese ausgefallenen Gelatosorten gab es in der Eisdiele Il Gelatauro in Bologna. Mein Tipp für alle experimentierfreudigen Eisliebhaber.

Empfehlen kann ich auch die Gelateria Delle Moline (Via delle Moline, 13): Sehr gutes, cremiges Eis in bewährten Sorten wie Crema, Fior di Latte oder Limone. Etwas ungewöhnlicher war das Gelato mit karamellisierten Feigen. Yum!

Travel on Toast, Reiseblog, Reiseblogger, Travelblog, Travelblogger, Foodblog, Foodblogger, Anja Beckmann, Italien, Bologna, GelatoEine kurze Busfahrt entfernt in Anzola lag die Gelato University, dort wurde ich zur Eisprinzessin für einen Tag.

Aceto Balsamico-Verkostung (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)4) Aceto Balsamico-Verkostung
Weinverkostungen habe ich schon häufiger mitgemacht. In Modena probierte ich zum ersten Mal professionell Balsamessig. Die Italiener genießen den edlen Tropfen etwa zu Risotto, Käse, Erdbeeren, auf Eis oder pur.

Ich war zu Gast bei der Acetaia di Giorgio. In dem Haus, das 1860 gebaut wurde, produziert die Familie Barbieri den Essig und wohnt dort auch. Ein leichter Essiggeruch war überall zu erschnuppern.

Aceto Balsamico (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Für den „Aceto Balsamico Tradizionale di Modena“ (nicht zu verwechseln mit dem schnöden Aceto Balsamico aus dem Supermarkt) werden weiße Weintrauben verwendet. Der Traubenmost wird eingekocht, dann in Fässer aus unterschiedlichen Holzsorten wie Eiche, Kirsche oder Wacholderbeeren gefüllt. Das Reifen dauert über 12 oder über 25 Jahre lang.

Balsamico Carlotta 1986 (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Für seine Tochter hat der Hausherr eine eigene Sorte kreiert: Carlotta 1986. Ihr Bild ziert die Flasche, der Essig reift in Fässern nur aus süßen Holzsorten. An ihrem 25. Geburtstag wurde der Balsamessig zum ersten Mal hergestellt.

Ich testete verschiedene Sorten mit unterschiedlichem Alter, aus Fässern mit unterschiedlichen Holzsorten. Erst pur, dann mit Brot und Parmesan. Der Balsamessig war dunkelbraun. Langsam und dickflüssig tropfte er aus den hübschen Glasflaschen. Mal die Nase daran gehalten: roch definitiv nach Essig. Der Geschmack war allerdings schön süßsauer.

Der Preis bewegte sich zwischen 45 und 150 Euro für 100 ml. Natürlich schmeckte mir der teuerste Essig „Il Superiore“ am besten: besonders dickflüssig mit einem milden, ausgewogenen Geschmack.

Aperitivo (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)5) Aperitivo
In der Abenddämmerung begann die Aperitivo-Zeit. Eine klasse Erfindung, die ich unbedingt nach Deutschland importieren möchte. Freunde trafen sich in Bars oder in Straßencafes, zum Trinken, Essen und Reden. Meist wurde Bier oder Aperol Spritz getrunken, dazu gab es Snacks. Einige Lokale boten ganze Buffets mit Kleinigkeiten an. Ich hatte z. B. einen Spritz mit warmen Snacks für sechs Euro.

Was es in und um Bologna sonst noch gab? Das erfahrt ihr diesen beiden Artikeln:
Italien: Eisprinzessin für einen Tag
Bologna: Von schiefen Türmen, einem geheimen Fenster und der Flüsterecke

Hinweis
Der Flug nach Bologna wurde von Skyscanner gesponsert. Ins #Blogville hat mich Tourismus Emilia Romagna eingeladen. Vielen Dank dafür! Meine Meinung bleibt davon unberührt.

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Anja Beckmann

Reiseblogger bei Travel on Toast
Erst war ich ein Jahr auf Weltreise, heute bin ich hauptberufliche Reisebloggerin. Am liebsten reise ich mit Freund Carsten und Hund Buddy, mit denen ich im Rheinland lebe. Ob nah oder fern, Städte, Strände, Roadtrips oder vegetarisches Essen - ich bringe euch im Blog zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps. Über Instagram Stories nehme ich euch live mit.

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10 Kommentare

  • Antworten
    Joachim Reffeling
    26. Oktober 2014 um 21:30

    Hallo,
    Ich interessiere mich für einen Kochkurs drei Tage in Bologna,
    es sollte sich um die Veredelung von Teigspezialitäten handeln,
    Wenn möglich im Januar oder Februar .
    Mit schönen Grüßen aus Goch am Niederrhein
    Joachim Reffeling

    • Antworten
      Anja Beckmann
      27. Oktober 2014 um 12:43

      Hallo Joachim,

      Empfehlungen gebe ich in den Artikeln. Darüber hinaus kann ich dir leider keinen Tipp geben.

      Viele Grüße
      Anja

  • Antworten
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    8. Februar 2014 um 22:00

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  • Antworten
    Joachim
    18. Juni 2013 um 16:10

    Mmmhhhhhhhh Lecker. Echter Aceto Balsamico ist schon was hervorragendes und wer einmal in den Geschmack gekommen ist, möchte nie wieder etwas anderes kosten. Gutes braucht einfach seine Zeit und in diesem Fall benötigt man mindestens 12 Jahre. So ist natürlich auch der Preis relativ hoch und macht den echten Aceto Balsamico definitiv zu keinen Alltagsprodukt. (Quelle : Sat1)

  • Antworten
    Christina
    5. Juni 2013 um 21:31

    Oh man, eine Traumreise für Genießer!!!

    Wann bekomme ich einen Pasta Kochkurs von dir? Oder wenigstens selbst gemachte Pasta aus deinen Händen ;-)

    Die Eissorten, ein Traum! Ich war 2010 in Italien, die haben es mit dem Eis echt drauf und selbst verrückte Kreationen schmecken umwerfend lecker. Endlich mal was anderes als 0815 Vanille-Schoko.

    Hab jetzt Appetit!

    • Antworten
      Anja Beckmann
      6. Juni 2013 um 09:00

      Komm vorbei, dann mach ich dir Pasta. Ich weiß ja jetzt, dass es ganz einfach geht. :)

      Die Eissorten sind wirklich der Wahnsinn!

  • Antworten
    Christina
    5. Juni 2013 um 12:01

    Hach ein Traum! Ich würde sofort bei allem mitmachen bzw. alles essen! :D
    Ich wusste gar nicht, dass man Weißwein für die Tagliatelle (haha, was gelernt!) Sauce nimmt. Ich hab dazu immer Roten genommen. ;-)
    Und auch wenn ich total auf die Nachspeisen abfahre, bei der Essig-Verkostung würde ich gerne dabei sein, ich liebe Balsamico-Essig. Yum!
    Liebe Grüße
    Christina

    • Antworten
      Anja Beckmann
      6. Juni 2013 um 09:01

      Die Köchin hat sich bei der Ragu-Sauce eine kleine Freiheit genommen. ;) Ich würde allein schon wegen des Gelato gerne bald wieder nach Italien.

      Liebe Grüße
      Anja

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