Beitrag von Ann-Kathrin Metzger. Steinkegel, Höhlenkirchen, unterirdische Städte und fantastische Mondlandschaften: In Kappadokien komme ich mir vor wie in einem Märchen. Erst recht, als ich auf einer Ballonfahrt die wunderschöne Landschaft aus der Luft zu sehen bekomme und das Gefühl habe zu träumen.
Zauberhafter Kappadokien Urlaub
Nicht nur aus der Luft ist Kappadokien faszinierend. Ich bin während der Reise nach Zentralanatolien jeden Tag aufs Neue sprachlos, wenn wir die einzigartige Landschaft erkunden.
Am beeindruckendsten von allem sind für mich die Tuffsteinkegel mit ihren Hüten.
Für das unglaubliche Landschaftsbild sind vor allem die Vulkane Erciyes und Hasan verantwortlich. Vor mehreren Millionen Jahren überzogen sie bei ihren Ausbrüchen die Gegend mit dem weichen Tuffstein.
Durch Wind und Wasser sind über Jahrtausende die Kegelformen entstanden, die auch Feenkamine genannt werden. Einfach märchenhaft…
Kappadokien im Heißluftballon: Start früh am Morgen
In der Nacht vor meiner ersten Ballonfahrt habe ich einen leichten Schlaf. Zum einen, weil ich weiß, dass die Nacht sehr kurz wird. Zum anderen, weil ich es kaum erwarten kann, dass es Morgen wird. Angst habe ich keine Sekunde. Vielleicht bin ich ein bisschen aufgeregt vor lauter Vorfreude.
In der Morgendämmerung stehe ich schließlich tatsächlich vor ihm: dem Heißluftballon. Majestätisch richtet er sich über unseren Köpfen auf, als wir den Startpunkt mit unserem Transferbus erreichen.
Sicher an Bord
Dann geht alles sehr schnell. Über kleine, quadratische Öffnungen an der Korbaußenwand, die als Stufen dienen, klettern wir in das Innere des großen Korbes.
Unser Pilot gibt eine kurze Sicherheitsunterweisung für die Landung später. Wir sollen alle in die Hocke gehen und uns an den Griffen im Inneren des Korbes festhalten.
Wir heben ab
Zum wiederholten Mal befeuert er den Ballon mit dem Gasbrenner. Schon hebt der Korb sanft vom Boden ab und wir schweben in die Lüfte.
Über uns sehe ich einige andere Ballons, die noch früher als wir gestartet sind.
Ballonfahrt: Kappadokien von oben
Fast unmerklich, aber doch in einem hohen Tempo steigt unser Korb auf. Und plötzlich sehe ich die wunderschöne Landschaft von Kappadokien vor und unter mir. Und ein Meer von Ballons, die darüber zu stehen scheinen.
Ein Glücksgefühl überkommt mich in diesem Moment, das unbeschreiblich ist. Ich fühle mich, als würde ich träumen. Ich bin in einem Märchenland.
Unser Ballon steigt höher und höher.
Immer kleiner werden die Feenkamine und Felsen von Kappadokien unter uns. Schon übertreffen wir die anderen Ballons um uns herum an Höhe.
Schaffen wir den Höhenrekord?
Er möchte heute seinen Rekord brechen, erzählt uns unser Pilot.
Wie lange er denn schon Ballon fahre, fragt ihn jemand aus der Gruppe. Heute sei das erste Mal, antwortet dieser lachend. Das erste mal für diesen Tag, meint er zum Glück. Am Nachmittag hat er noch eine zweite Fahrt.
Und unser Pilot hält sein Wort. Wir knacken tatsächlich die 2.000 Meter Marke.
Luft und Sonne genießen
Ich finde es herrlich hier. Die Luft ist frisch und die Sonne wärmt uns. Es ist so friedlich und ruhig.
Die Stille wird nur unterbrochen, wenn unser Pilot den Ballon von neuem befeuert. Das charakteristische Zischen des Gasbrenners begleitet uns die gesamte Ballonfahrt hindurch.
Dann geht es hinunter in Richtung Boden. Und zwar in einem Tempo, das ich niemals erwartet hätte bei einem Ballon. Wieder unmerklich sinken wir in wenigen Minuten hunderte Meter hinab.
Wir sind so nah am Boden von Kappadokien, dass ich schon denke, wir würden landen. Doch unser Pilot navigiert uns mitten zwischen den Feenkaminen hindurch. Sie ziehen rechts und links an unserem Ballon vorbei. Und knapp unter uns.
Bei einem Manöver hält unser Pilot direkt auf einen Feenkamin zu und steigt ganz knapp davor in die Höhe, so dass wir kurz befürchten, unser Korb würde die Spitze des Feenkamins streifen. Doch der Pilot hat alles im Griff. Unglaublich, wie genau er seinen Ballon nur mit Hilfe von Seilen navigieren kann.
Burgberg in Sicht
Noch einmal steigen wir höher. Ich sehe, wie sich der Burgberg Uchisar über der Landschaft erhebt, den wir am Tag zuvor vom Boden aus besichtigt haben. Als ich nach unten blicke, erkenne ich, wie unser Ballon einen majestätischen Schatten auf die Felsenwand wirft.
Unser Ballon bleibt dank der guten Thermik über eine Stunde in der Luft. Doch es kommt es mir so vor, als seien nur einige Minuten vergangen, als wir zur Landung ansetzen.
Sanfte Landung
Kaum spürbar setzt der Korb auf dem Boden auf.
Später sitze ich beim Frühstück im Hotel und habe wieder dieses Gefühl, dass alles ein fantastischer Traum war.
Kappadokien: Höhlenwohnungen beim Burgberg
Der Burgberg Uchisar ist die höchste Erhebung von Kappadokien. Der weiche Tuffstein war leicht zur bearbeiten und so entstanden hier hunderte von Höhlenwohnungen.
Unterhalb des Burgbergs liegt der Ort Uchisar. Viele der verlassenen Höhlen wurden inzwischen von Investoren aufgekauft und in luxuriöse Höhlenhotels verwandelt, die einen Ausblick auf die Landschaft bietet, der einem die Sprache verschlägt.
Kaymakli – eine unterirdische Stadt
Was man nicht auf den ersten Blick sieht: Auch unterirdisch befinden sich in Kappadokien unzählige Höhlenwohnungen.
Kaymakli ist eine solche unterirdische Stadt. Ein verzweigtes Labyrinth, das acht Stockwerke in die Tiefe führt. Vier Etagen stehen zur Besichtigung offen.
Höhlenkirchen in Kappadokien
Im Freilichtmuseum Göreme gibt es neben Höhlenwohnungen eine Vielzahl an Höhlenkirchen zu bestaunen.
Die Malereien sind in solcher Farbenpracht erhalten, dass es unmöglich erscheint, dass sie aus dem 9. bis 13. Jahrhundert stammen. Doch weil sie niemals dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, strahlen die Fresken auch heute noch.
Göreme ist UNESCO-Weltkulturerbe und erzählt mit seinen Behausungen und Kirchen vom Gemeinde- bzw. Klosterleben des frühen Christentums.
Anja Beckmann
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