“Champagner ist unser Wein”, erklärt uns Angélique beim Champagner Haus Pommery in Reims. In der Region Champagne – 150 Kilometer nordöstlich von Paris gelegen – wird der Schaumwein nicht nur wie bei uns zu festlichen Anlässen getrunken, sondern ganz normal zum Essen. Ich erzähle euch von unserem Weinkellerbesuch samt Champagner Verkostung bei Pommery, was es sonst noch in Reims zu sehen gibt und gebe euch Tipps für Hotel und Restaurants.

Champagne mit dem Auto entdecken
Unser Roadtrip durch Frankreich führt uns von Köln nach Reims. Die Kunst- und Kulturstadt mit ihren Häusern im Art déco Stil und rund 180.000 Einwohnern liegt nur 375 Kilometer entfernt.
Die Route Touristique du Champagne mit ihren 600 Kilometern und 5 Routen führt dort entlang. Seit Juli 2015 gehören die Weinberge, -häuser und -keller der Champagne zum UNESCO-Weltkulturerbe.
In der Champagne gibt es rund 5.000 Champagner Häuser. Neben Epernay ist Reims das wichtigste Zentrum der Champagner Herstellung. Der edle Wein lagert zum Teil in Kellern und Tunneln, die schon zu Römerzeiten in den Kalkfelsen gegraben wurden.
Hier seid ihr also richtig, wenn ihr große oder kleine Weingüter besuchen möchtet. In Reims sitzen Marken wie Pommery, Taittinger, Mumm oder Veuve Clicquot. Eine Flasche Champagner könnt ihr hier schon ab 12 Euro kaufen.

Hotel in der Stadtmitte von Reims
Wir übernachten im Holiday Inn Reims Centre (4 Sterne, 46 Rue Buirette) beim Stadtkern. Von hier aus sind es nur 10 Minuten zu Fuß bis zur Kathedrale.
Das Hotel hat eine Garage, wo wir unseren Wagen parken können.
Mir gefällt vor allem der Empfangsbereich, der mit “Alice im Wunderland” Motiven gestaltet ist. Ein weiteres Highlight ist die Dachterrasse mit Blick über die Stadt, auf der ihr morgens Croissants und Pain au Chocolat frühstücken könnt.

Champagner überall
Ich liebe Champagner, seinen Geschmack und die feinen Perlen. Bisher kannte ich ihn vor allem von besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Taufen oder runden Geburtstagen.
In der Champagne bekommen wir ihn zu jedem 3-Gänge-Essen im Restaurant (meist 20 – 30 Euro) als Aperitif serviert. Auch findet er sich schon mal in der Sauce zum Fisch oder in Schokoladenpralinen wieder.
Im Tourismuscenter sitzen wir auf Hockern in Form von Korken. Die Straßenbahnen sehen von hinten aus wie Champagner Gläser. Und überall in der Stadt findet ihr Champagner Bars oder ihr könnt den Schaumwein in den Geschäften kaufen.
Was mich sehr beeindruckt hat: Bei uns in den Supermärkten stehen gerade mal 3 bis 4 verschiedene Marken, in der Champagne gibt es Champagner meterweise – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Pommery in Reims besuchen
Von unserem Hotel aus sind es mit dem Auto 10 Minuten bis zur Domaine Pommery (5 Place du General Gouraud). Wir lassen unseren Wagen auf dem Parkplatz stehen.
Die Anlage sieht von außen aus wie ein Schloss – sehr prachtvoll! Die Marke wurde 1856 gegründet.
Eine Führung bei Champagne Pommery führt euch zunächst für 45 Minuten in die Weinkeller. Danach könnt ihr den Champagner verkosten.
Mit 1 Glas Champagner kostet die Führung für Erwachsene 20 Euro, mit 2 Gläsern 30 Euro. Es gibt sie etwa auf Englisch, leider nicht auf Deutsch. Maximal 35 Personen können teilnehmen.

Kühle Champagner Keller
Wir steigen hinter unserem Guide Angélique die 116 Stufen in die Keller hinab. Hier ist es dunkel, kühl (10 Grad) und feucht – dank der Kreidefelsen.
Ihr solltet also auch bei schönstem Sommerwetter eure Jacken mitnehmen. 30 Meter unter der Oberfläche fröstelt man schnell.

Champagner in verschiedenen Sorten
18 Kilometer weit ziehen sich die Tunnel, wir sehen nur einen kleinen Teil davon. Wir gehen vorbei an zahlreichen Champagner Flaschen. Der Champagner wird aus den drei Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier hergestellt.
Es gibt ihn mit unterschiedlichem Zuckergehalt – von trocken bis lieblich. Also von extra brut und brut (schmeckt mir am besten) über sec bis hin zu doux.

Das Erbe von Madame Pommery
Die Witwe Louise Pommery baute das Unternehmen im 19. Jahrhundert zu einer der bekanntesten Champagner Marken aus.
Damals war der Champagner noch sehr süß. Sie erfand 1874 den trockenen “brut” – heute die Standardsorte für Champagner.
Sie forderte: „Wir brauchen einen Wein, der möglichst trocken, aber nicht spröde sein soll… sondern weich, samtig und vollmundig… Aber achten Sie vor allem auf Finesse.“
Champagner wird nur in der Region Champagne in Frankreich hergestellt – nach strengen Vorschriften. So werden etwa bei der Ernte die Trauben von Hand gepflückt und der Champagner gärt in der Flasche.
“Jeder Champagner hat seine eigene Persönlichkeit”, erklärt uns Angélique. Er passt dann zu leichtem oder schwerem Essen oder zum Nachtisch.
Carsten und ich probieren Pommery Brut Royal und Millésime Grand Cru 2005. Ich mag ersteren besonders gerne.
Er soll laut Beschreibung elegant und lebendig schmecken: “Der Wein ist ausgewogen, üppig, feinsinnig und besitzt eine schöne Länge. Im Abgang ganz klar, überhaupt nicht spröde. Am Gaumen sehr harmonisch, ohne jemals Ermüdungen aufzuweisen.”
Ich glaube, bis ich so poetisch von einem Champagner schwärmen kann, muss ich noch einige verkosten. Aber dieser Empfehlung kann ich mich problemlos anschließen: “Zu jeder Tages- und Nachtzeit”.
In Reims könnt ihr übrigens zahlreiche Champagner Touren buchen: Ihr könnt Weinberge und -güter besuchen oder an einem Champagner & Schokoladen Workshop teilnehmen – das wäre etwas für mich!

Restaurants in Reims
Nach 2 Gläsern Champagner haben wir Appetit aufs Mittagessen. Es ist nur wenige Schritte von Pommery entfernt, in der Brasserie Le Jardin (64 Boulevard Henry Vasnier). Sie gehört zum prachtvollen 5 Sterne Hotel Les Crayères.
Wir können euch das Restaurant sehr empfehlen: Ihr sitzt draußen in einem kleinen Garten. Der Service ist sehr aufmerksam und freundlich, unser 3-Gänge-Mittagessen ist frisch, lecker und sieht toll aus.
Ich bin als Süßschnabel vor allem begeistert vom kleinen Käsekuchen mit Biscuits Roses de Reims (ein rosafarbenes Gebäck, das gerne in Champagner getunkt wird) und Himbeeren – ein Gedicht!
Zur Mittagszeit ist das Restraurant voll belegt, ihr solltet also vorher reservieren. Und ihr solltet euch mindestens 2 Stunden Zeit fürs Mittagessen nehmen.
Auch noch empfehlen kann ich euch L’Apostrophe (59 Place Drouet d’Erlon) im Stadtzentrum. Ihr sitzt auf der Fußgängerzone in diesem beliebten Restaurant.
Ich mag meine Ente mit Honiglasur sehr, Carsten sein Thunfischsteak. Und es gibt einen riesigen Cafe Gourmand: einen kleinen Kaffee mit einer umso größeren Dessertauswahl.

Reims: Kathedrale bei Tag und Nacht
Vom Restaurant aus laufen wir zur Kathedrale Notre-Dame. Sie stammt wie der Kölner Dom aus der Hochgotik und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier wurden 33 französische Könige gekrönt.
Es gibt nicht nur ein Kirchenfenster von Marc Chagall, sondern auch eines mit einem Champagner Winzer.
Bei der Licht- und Musikshow “Rêve de Couleurs” (Juni bis September) wird nachts die Fassade beleuchtet. Hier findet ihr die Zeiten, die je nach Monat unterschiedlich sind.
Die Show ist kostenlos, rund 100 Menschen versammeln sich bei unserem Besuch dazu. Rund 35 Minuten wird die Kirche mit verschiedenen Motiven angeleuchtet, dazu spielt Musik – sehr stimmungsvoll!
Aber auch tagsüber ist die Kathedrale mein Tipp. Denn am Kirchplatz könnt ihr in einem Restaurant oder in einer Champagner Bar Platz nehmen und das Treiben beobachten. Bei einem Glas Champagner – natürlich.
Unser Frankreich Roadtrip wurde unterstützt vom Tourismusamt Champagne-Ardenne (auf der Website findet ihr viele hilfreiche Informationen). Vielen Dank dafür!
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Anja Beckmann
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