Beitrag von Daniel Briest. Auf einer Fläche, die ungefähr so groß wie das Saarland ist, kommen Strand- sowie Städte- und Tierliebhaber voll auf ihre Kosten. Ich verrate euch drei Highlights, die ihr im Inselparadies Sansibar in Ostafrika unbedingt erleben müsst.
Tropeninseln im Indischen Ozean
Sansibar ist ein Dauerbrenner. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gruppe aus mehreren kleinen Inseln, die zu Tansania gehört, liegt in der Nähe zum Äquator.
Entsprechend findet ihr auf Sansibar ein tropisches Klima vor. Über das ganze Jahr hinweg habt ihr Durchschnittstemperaturen zwischen 25 und 28 Grad.
Beste Reisezeit
Durch den Wechsel zwischen Südwestmonsun und Nordostmonsun ist von Ende März bis Ende Mai und November bis Dezember mit starkem Regen zu rechnen. Die beste Zeit, Sansibar zu erkunden, sind die Monate Juni bis Oktober und Ende Dezember bis Ende Februar.
Impfungen, Visum & Gebühren
Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgesehen. Wer allerdings aus einem Gelbfiebergebiet einreist, muss eine gültige Gelbfieberimpfung vorweisen können.
Das Touristenvisum habe ich mir direkt vor Ort am Flughafen gekauft. Es kostet 50 US-Dollar und ist bar vor Ort zu zahlen. Alternativ ist es auch möglich, das Visum 4 bis 5 Wochen vor der Abreise bei der Botschaft Tansanias zu beantragen.
Für den Rückflug nach Deutschland musste ich 30 US-Dollar zahlen. Die Ausreisesteuer wird für internationale Abflüge ab Sansibar fällig.
Kurzprofil von Sansibar
1963 erlangte Sansibar die Unabhängigkeit, es war zuvor Teil des Sultanats Oman und britisches Protektorat. Seit 1964 gehört es zu Tansania. Hier erfahrt ihr mehr über die Geschichte.
Sansibar hat drei Hauptinseln. Die Wirtschaft stützt sich auf Gewürze (z. B. Nelken, Muskat, Zimt und Pfeffer), Kokospalmen und Tourismus. Es gibt rund 1 Million Einwohner, darunter Afrikaner, Inder, Perser und Araber – die meisten sind Muslime.
Die Nationalsprache ist Swahili, Amtssprache ist Englisch und in vielen Gegenden wird Arabisch gesprochen.
Hier kommen meine 3 Highlights für Sansibar:
1) In Sansibar-Stadt Stone Town erkunden
Die Einreise verlief bei mir ohne große Probleme und ich konnte mich direkt in mein erstes großes Erlebnis stürzen: Stone Town, das historische Zentrum von Sansibars Hauptstadt und Regierungssitz Sansibar-Stadt.
Ein Besuch von Stone Town, das seit 2000 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO steht, ist bei einem Sansibar Besuch Pflicht! Ich erkundete den Stadtteil direkt nach meiner Ankunft. Schließlich liegt der Flughafen nur sechs Kilometer davon entfernt.
Ich übernachte für einen Tag im “Emerson Spice”. Von meinem Zimmer aus habe ich eine tolle Übersicht über Stone Town. Was mir direkt auffällt: Die meisten Gebäude sind sehr heruntergekommen. Nichtsdestotrotz hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme.

Das wird spätestens dann klar, sobald ich in die verwinkelten Gassen eintauchte. Ich mag besonders den Hauch von Orient, der hier bemerkbar durch die Straßen fliegt. Die Menschen begegnen mir alle mit einem Lächeln im Gesicht und nach einer Weile fühle ich mich schnell in dem kleinen Städtelabyrinth wohl.

Empfehlenswert ist die Hafenpromenade, an der am Abend immer ein großer Markt stattfindet.
Hier könnt ihr auch das berühmte House of Wonders (Sokoku St) sehen. Es war das erste Gebäude in Ostafrika mit Elektrizität und fließendem Wasser in Stahlrohren.

Den Tag lasse ich auf dem Dach des “Maru Maru Hotels” (Gizenga St) ausklingen. Von dort oben kann ich mir die Stadt nochmal in aller Ruhe angucken. Zudem ist das Essen lecker und sehr preiswert.
Stone Town – kurz und knapp:
- Zentrales, empfehlenswertes Hotel mit toller Aussicht: Emerson Spice (Tharia Street).
- Bargeld in möglichst kleinen Scheinen dabei haben. Auf dem Markt am Abend konnte mir kaum einer Geld wechseln.
- Das schöne Rooftop Restaurant auf dem Hotel Maru Maru (Gizenga St) besuchen. Am besten kurz vor Sonnenuntergang.
- Sich von einem Guide die wichtigsten Punkte der Stadt zeigen lassen. Ich konnte den Preis von anfänglichen 20 Euro auf 10 Euro für eine Stunde Stadtführung drücken.
2) Einheimische Tiere treffen bei Cheetah’s Rock
Mein persönliches Highlight auf Sansibar war der Besuch von Cheetah’s Rock, rund 30 Minuten Fahrtzeit from Stone Town entfernt.
Die deutsche Tiertrainerin Jenny hat es sich hier zur Aufgabe gemacht, ausgesetzte und misshandelte Tiere gewaltfrei zu trainieren und den Gästen die Verhaltensweise von Tieren zu erklären.
Beim Betreten des Geländes war ich überrascht, wie groß es ist. Es soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden, da Jenny noch mehr Tiere aufnehmen möchte.
Ob Chaka (das fußballspielende Zebra), Gismo (die Eier fressende Hyäne – wer sich traut, darf sie auch selber durch ein Gitter füttern) oder die aufgeweckten Lemuren. Bei jedem Tier habe ich gemerkt, dass Jenny das Wohl der Tiere am Herzen liegt und sie ihren Gästen möglichst viel Wissen über diese mitgeben möchte.
Besonders beeindruckt war ich von der Begegnung mit Aslan. Wir durften, nach Unterschrift eines Formulars zu den Risiken, den Käfig von Aslan betreten. Von weiter Entfernung konnte ich dann den weißen Löwen beobachten.
Auch Tyson, der Gepard, hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Aus nächster Nähe durfte ich ihn füttern und sogar streicheln.
Insgesamt nimmt sich Jenny rund vier Stunden Zeit, um eine möglichst nachhaltige Tier-Mensch-Begegnung herzustellen.
Cheetah’s Rock kurz und knapp:
- 140 US-Dollar Eintritt (inklusive Hin- und Rückfahrt, wenn das Hotel in einem Umkreis von einer Stunde Fahrt liegt).
- Unbedingt reservieren, da das Gelände nur am Dienstag, Donnerstag und Sonntag geöffnet hat.
- Die Tour dauert von 15 Uhr bis ungefähr 19 Uhr.
- Kein Parfüm, klimpernde Kletten und auffällige Kleidung tragen, da man in den meisten Fälle in direkten Kontakt mit den Tieren kommt.
3) Nungwi und die Traumstrände
Postkartenklischees gefällig? Dann solltet ihr zwingend Nungwi im Norden Sansibars besuchen. Dort habe ich die schönsten Strände entdeckt.
Azurblaues Wasser trifft hier auf feinsten Sand. Palmen wehen leicht im Takt des Winds. Mehr Klischee geht eigentlich nicht. Grandiose Sonnenuntergänge sind hier natürlich inklusive.
Zu beachten ist allerdings, dass die Küsten von Sansibar durch die Gezeiten geprägt sind. Wenn sich das Meer bei Ebbe zurückzieht, ist ein Baden nicht möglich. Dafür könnt ihr Fischer dabei beobachten, wie diese nach Meerestieren jagen.
Ein wenig überrascht war ich von der großen Anzahl an Seeigeln an den Stränden. Es ist ratsam, sich stabile Badlatschen anzuziehen, wenn man bei Ebbe ein Stück weiter auf das Meer hinaus möchte.
Wer am Strand entlang geht, wird auf kurze oder lange Zeit auch auf mehrere Beachboys treffen. Bei denen könnt ihr verschiedene Ausflüge, meist billiger als im Hotel angeboten, buchen.
Wenn ihr daran kein Interesse habt, reicht ein freundliches „No, thanks.“ und ihr werdet in Ruhe gelassen. Mit vielen Beachboys bin ich auch ins Gespräch über ihren Werdegang gekommen, was sehr interessant war.
Nungwi Beach kurz und knapp:
- Sich nach den Gezeiten richten, um einen angenehmen Badespaß zu haben.
- Auf Seeigel achten.
- Cappy oder Hut einpacken. Schattenplätze sind am Strand sehr rar.
- Mit den Beachboys ins Gespräch kommen.
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Anja Beckmann
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