Die französische Hafenstadt ist ein Mix aus alt und neu, bunten und sandsteinfarbenen Häusern sowie verschiedenen Kulturen. Ich verbringe dort einen relaxten Sonntagvormittag und erkunde verschiedene Viertel zu Fuß.
Es ist mein erstes Mal Marseille. Dabei war ich schon zig Mal in Frankreich – vor allem als Kind. Das letzte Mal ist schon einige Jahre her.
Marseille ist mit über 850.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Frankreichs und liegt in der Provence.
Mein Hotel Mama Shelter liegt bei der Innenstadt von Marseille. Es ist poppig eingerichtet: Im Zimmer können die Gäste mit Masken Fotos schießen und die Bar zieren Schwimmreifen.
Im gelb-weiß gestrichenen Innenhof wartet eine Pastisbar (Pastis ist ein leckerer Anisschnaps).
Gegen 10 Uhr morgens laufe ich in gemächlichem Tempo los. Die Stadt scheint noch zu schlafen, es ist sehr ruhig und ich treffe nur wenige Menschen auf den Straßen. Die Häuser sind oft alt, mit bunten Fensterläden. Wäscheleinen hängen unter Fenstern, eine Frau schüttelt ihr Bettlaken aus.
Ich gehe zum Cours Julien, von dieser Treppe aus kann ich weit in die Stadt sehen. Hier waren wir am Vorabend essen, ein Restaurant reiht sich an das andere – italienisch, syrisch oder japanisch. Sehr verlockend…
Was mir auffällt: Überall sind Street Art oder Grafittis zu sehen.
Ich besuche den kleinen Flohmarkt am Cours Julien. Dabei bin ich umgeben von französischem Geschnatter, hier sind vor allem Einheimische unterwegs.
Ich schaue mir Kleidung und Schmuck aus verschiedenen Jahrzehnten an. Einen verliebten Blick werfe ich auf eine Kugellampe und einen orangefarbenen Beistelltisch aus den Sixties. Leider zu groß zum Mitnehmen! Da passt die dunkelblaue Pastiskanne schon besser in mein Gepäck, die ich für 5 Euro kaufe.
Weiter geht es, die Rue d’Aubagne herunter. Hier im arabischen Viertel sind viele Männer auf der Straße, aber auch Frauen verkaufen Obst oder Kleidung.
Ich bewundere die lecker aussehenden Süßigkeiten und die blau-weißen Kacheln einer orientalischen Konditorei. Neugierig betrete ich den Laden, der bärtige Verkäufer grüßt mich freundlich.
Mein ziemlich eingerostetes Schulfranzösisch ist hier hilfreich, denn wie einige andere spricht auch er kein Englisch. Ich schaffe es, ihm klarzumachen, dass ich gerne verschiedene kleine Gebäckstück hätte. “Un”, sage ich und deute auf einen Nusshörnchen. “Deux” möchte ich vom Dattelgebäck haben. Für 7 kleine Teilchen zahle ich schließlich 5,20 Euro.
Mein nächster Stop ist der alte Hafen. Hier ankern viele Schiffe – große und kleine.
Ein Fischmarkt mit ein paar Ständen ist hier aufgebaut. Ich sehe mir Fische, Muscheln und bunte Seesterne an. Am Hafen sind viele Touristen unterwegs, sie sitzen in den Sightseeingbussen oder in den Cafes rund um den Hafen.
Gerne hätte ich die Fischsuppe Bouillabaisse probiert, eine Spezialität aus Marseille. Doch ich sehe nur ein Restaurant, das sie anbietet. Und dort kostet die kleinste Portion fast 30 Euro – das ist mir zu teuer.
Am Hafen biege ich in die charmante Altstadt Le Panier ab.
Enge Gassen, schnuckelige Häuser und kleine Lädchen – hier gefällt es mir besonders gut. Kulturfans finden auch viele Kirchen und Museen.
Mein Fazit
Marseille hat mich positiv überrascht, die Stadt ist sehr vielfältig. Gerade in Le Panier hätte ich noch Stunden verbringen können. Und das Beste: Sie ist gut zu Fuß innerhalb kurzer Zeit zu erkunden.
Hinweis
Das französische Fremdenverkehrsamt Atout France und der Fremdenverkehrsverband der Provence haben mich zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank dafür!
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Anja Beckmann
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