Ein Wochenende in Hamburg – was könnt ihr sehen und erleben? Die Elbphilharmonie, die Speicherstadt oder die Reeperbahn sind weithin bekannt. Alternative Hamburg Tipps und meine liebsten Fotospots verrate ich euch in diesem Artikel. Denn ich habe 1,5 Jahre in der Hansestadt gelebt.
Ein Wochenende in Hamburg
Zwei bis drei Tage finde ich perfekt, um einen ersten Eindruck von der Stadt zu erhalten oder noch mal zu Besuch zu kommen. Rund 1,9 Millionen Einwohner:innen leben in der zweitgrößten Stadt Deutschlands.
Wusstet ihr, dass Hamburg als „Venedig des Nordens“ gilt? Neben jeder Menge Kanäle gibt es hier rund 2.500 Brücken. Es ist damit die Stadt in Europa mit den meisten Brücken – noch vor Amsterdam oder Venedig.
Das viele Wasser ist nur ein Grund, warum ich mich hier so wohl fühle. Ich mag die vielen Second Hand Shops, die schönen Cafés und Restaurants sowie die coolen Clubs. Bei warmem Wetter bin ich gerne an der Außenalster, am Elbstrand oder auf einem Flohmarkt.
Von Mönchengladbach-Rheydt (NRW) aus nahm ich im April 2022 den ICE. Mit einmal umsteigen in Duisburg kam ich nach rund 4,5 Stunden am Hauptbahnhof Hamburg an. Gebucht hatte ich den Sparpreis, der bis vor dem erstem Geltungstag gegen eine Gebühr stornierbar ist.
Aprilwetter in der Hansestadt
Die Fahrt klappte reibungslos. Nur das Wetter spielte zunächst verrückt. Ich erlebte bei meiner Ankunft richtiges Aprilwetter, nämlich Schnee und eisigen Wind. Mit tränenden Augen und steifgefrorenen Fingern stand ich vor der Elbphilharmonie, über ihr türmten sich graue Wolken.
Vom Hauptbahnhof hatte ich die U-Bahn zum Baumwall genommen. Denn hier lag mein Hotel – nur wenige Schritte von der „Elphi“ (kurz für Elbphilharmonie) entfernt.
Das fotogene Wahrzeichen besuchte ich zuerst, bevor ich im Hotel eincheckte. Hier verbrachte ich zwei Nächte. Am nächsten Tag war es nicht mehr ganz so kalt und richtig schön sonnig. Der Schnee auf den Kirschblüten der Hotelterrasse war geschmolzen und der Himmel über der Elbphilharmonie war blau, wie auf dem Foto oben zu sehen.
Alternative Stadtteile, die sich lohnen
Bei meinem letzten Hamburgbesuch verbrachte ich meine Zeit vor allem im Karolinenviertel bzw. Karoviertel (St. Pauli), im benachbarten Schanzenviertel und in Eimsbüttel.
Das schönste Szeneviertel? Für mich ist es ganz klar das Karoviertel mit seiner Marktstraße. Hier befinden sich kleine Läden mit Mode von lokalen Designer:innen, nachhaltigen oder veganen Produkten. Außerdem Cafés und Restaurants.
Immer samstags findet rund um die Alte Rinderschlachthalle an der U-Bahn-Station Feldstraße ein großer Flohmarkt statt. Viele junge Leute sind unterwegs, aber auch Familien oder ältere Paare. Ich stöbere hier gerne nach Schätzen.
Auch das Hipster Viertel Sternschanze bzw. Schanzenviertel mag ich. Im portugiesischen Café Transmontana sitzen wir oft draußen, genauso wie im Ableger in Eimsbüttel.
In Eimsbüttel habe ich früher gewohnt. Hier traf ich mich mit einem Freund und wir besuchten eines der Cafés nahe der lebendigen Osterstraße.
Früher sind wir als Sixtiesfans oft bei der Reeperbahn weggegangen, z. B. ins Molotow, in die Prinzenbar oder in Rosi’s Bar. Silvester haben wir schon im Hafenklang am Fischmarkt gefeiert oder im Nachtasyl, der Thalia Theaterbar an der Binnenalster.
Ein weiterer Tipp: Nehmt eines der Partyschiffe von „Frau Hedis Tanzkaffee“. An Bord sind eine Bar, DJs oder Bands. Auf immer wechselnden Routen wird durch den Hafen geschippert. An der Brücke 10 hält das Schiff zu jeder vollen Stunde, damit Gäste ein- und aussteigen können. Es ist bei Regen überdacht und im Winter beheizt. Für mich mit dem Nachtasyl mein Lieblingsort zum Weggehen.
Schöne Fotospots in Hamburg
Als Bloggerin freue ich mich bei Städtetrips immer, wenn ich tolle Eindrücke mit Kamera oder Smartphone festhalten kann. Dafür gehe ich vorab etwa bei Instagram auf die Suche. Wo kann man in Hamburg gute Bilder machen? Diese Fotospots empfehle ich euch:
1) Wasserschloss in der Speicherstadt
Das UNESCO-Welterbe Speicherstadt mit seinen Backsteinhäusern mag ich sehr. Ab 1883 wurde der weltweit größte zusammenhängende Lagerhauskomplex gebaut. Das Foto vom Wasserschloss habe ich von der Poggenmühlenbrücke aus geschossen. Leider war das Wetter an meinem Ankunftstag ja trüb, wie auf dem Bild zu sehen.
2) Elbphilharmonie von der Fähre aus
Auch von der Elbphilharmonie bin ich ein Fan, sie wurde im Januar 2017 in der Hafencity eröffnet. Es ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, das gewellte Dach erinnert mich an das Meer.
Beim Fährableger an der Elphi zog ich mir ein HVV-Tagesticket. Damit stieg ich in die Fähre Linie 72, die mich in wenigen Minuten zu den Landungsbrücken (Brücke 1) brachte.
Genügend Zeit, um oben an Deck die Sonne, den Fahrtwind und den Ausblick zu genießen und etliche Fotos zu schießen.
3) Alter Elbtunnel mit Aussichtspunkt
Den Alten Elbtunnel von 1911 sah ich mir zum ersten Mal an. Am Eingang bei den Landungsbrücken entschied ich mich gegen den Fahrstuhl, sondern nahm die Wendeltreppe bis in rund 24 Meter Tiefe.
Dann ging es 427 Meter durch die Oströhre, die für Fußgänger:innen und Fahrradfahrer:innen freigegeben ist. Sie wurde renoviert, so dass die hellen Kacheln mit den Tunneltieren strahlten. Am Ende nahm ich den Lastenaufzug hinauf.
Der Eintritt ist kostenlos, diese Sehenswürdigkeit ist gut geeignet bei Regen.
Weiter ging es zum Aussichtspunkt. Dort sah ich die Landungsbrücken auf der anderen Seite und die Elphi in der Ferne liegen.
4) Aussichtspunkte bei den Landungsbrücken
Zurück bei den Landungsbrücken, lief ich zur Aussichtsplattform Stintfang in 26 Metern Höhe hinauf. Dafür nehmt ihr die Treppe direkt neben dem U-Bahn-Ausgang.
Ich hatte einen schönen Blick auf das rund 200 Meter lange Abfertigungsgebäude des Wasserbahnhofs mit den zwei Türmen.
Wenn ihr die Willi-Bartels-Treppe zum Aussichtspunkt “Bei der Erholung” nehmt, dann könnt ihr auf die Kreuzung blicken.
5) Elphi hinter den großen Schiffen
Schön finde ich auch die großen Museumsschiffe Rickmer Rickmers und Cap San Diego, mit der Elphi dahinter.
Second Hand Shopping in Hamburg
Die Hälfte meines Kleiderschranks stammt aus Second-Hand-Läden oder von Flohmärkten. Ich liebe etwa Kleidung aus den 60er Jahren oder im Retrolook. Natürlich ist es auch nachhaltiger, gebraucht statt neu zu kaufen. In Hamburg gibt es einige Second Hand Shops, so dass ihr beim Vintage Shopping sicher auf eure Kosten kommt.
1) PickNWeight Vintage Kilo Store, Schanzenviertel
Von diesem Thrift Store (Beim Grünen Jäger 16) gibt es auch einen Ableger in Köln. Wie in der Domstadt war ich in Hamburg überwältigt vom Angebot.
In dem 500 Quadratmeter großen, verwinkelten Shop sah ich geblümte Kleider, Sportkleidung oder Jeans. Teils nach Farben sortiert, teils ein Sammelsurium aus wilden Mustern.
An der Preistafel könnt ihr sehen, welche Kilopreise die jeweiligen Sachen haben.
2) Vintage Revivals, Schanze
Auch diesen Second Hand Store (Schulterblatt 18) kannte ich schon aus Köln. Ich mag es sehr, dass die Hamburger Niederlassung ebenfalls groß und gut sortiert ist. Hier kam ich mir ein wenig vor wie in einer Boutique, so liebevoll werden die Stücke aus den 70er, 80er oder 90er Jahren präsentiert.
Schuhe, Schals, Hüte oder Jeans findet ihr hier zu günstigen Preisen.
3) Hot Dogs, Karoviertel
In diesen kleinen, verwinkelten Secondhandladen (Marktstraße 38) gehe ich immer wieder gerne. Die Musik ist super und die Atmosphäre locker. Hier findet ihr etwa Sneakers, Baseballjacken oder Trainingsjacken.
4) Suspect, Karoviertel
Mein Lieblingsshop ist dieser kleine Vintage Store (Marktstraße 28). Schon im Schaufenster könnt ihr Schmuck aus vergangenen Jahrzehnten bewundern. Hier habe ich eines meiner schönsten – aber auch teuersten – Sixties-Kleider gekauft: in A-Linien-Form, lila und mit einer weißen Raute auf der Vorderseite. Auch Schuhe und Handtaschen gibt es hier.
5) Flohmarkt Flohschanze
Jeden Samstag von 8 bis 16 Uhr findet dieser große Trödelmarkt statt. Rund um die Alte Rinderschlachthalle werden viele Stände aufgebaut.
Dort ist Maritimes zu sehen, aber auch Second Hand Kleidung und Vintage Möbel.
Hamburg vegan: Tipps für Cafés und Restaurants
Da ich mich seit 2019 rein pflanzlich ernähre, fallen Fischbrötchen für mich flach. Dafür gab es Franzbrötchen, das Hamburger Zimtgebäck. Oder ein Pastel de Nata – ein Blätterteigtörtchen mit Pudding – bei einem der vielen portugiesischen Cafés.
Auf Reisen schaue ich meist in die App Happy Cow, in der vegane und vegetarische Lokale verzeichnet sind. Auch sind dort Restaurants und Cafés mit pflanzlichen Optionen auf der Speisekarte aufgeführt.
1) Veganes Franzbrötchen
Schon als ich am Hamburger Hauptbahnhof ankam, machte ich mich auf die Suche nach dem knusprigen Zimtgebäck in der veganen Variante. Dort hatte ich kein Glück. Dafür aber im Amber Café (Schaarsteinwegsbrücke 2, auf dem Bild zu sehen) in Hotelnähe oder im Cafe Stenzel (Schulterblatt 61) im Schanzenviertel. Kennt ihr übrigens schon das Franzbrötchen Rezept hier im Blog?
2) Vegan frühstücken gehen
Am Samstag hatte ich Lust auf ein ausgiebiges Frühstück. Bevor ich den Trödelmarkt Flohschanze besuchte, ging ich in das Zero-Waste-Café „In guter Gesellschaft“ (Sternstr. 25). Das bedeutet: Nahezu alles wird unverpackt eingekauft, in Mehrwegbehältern oder biologisch abbaubaren Verpackungen. So wird Müll vermieden.
In diesem nachhaltigen Café gibt es Frühstück von 10 bis 13 Uhr. Genau das Richtige für Langschläfer:innen wie mich.
Drinnen war es schön eingerichtet mit bunten Tischdecken und Pflanzen. Ich setzte mich jedoch draußen an einen der Tische in der Sonne, mit Blick auf den Flohmarkt. Um 10 Uhr waren noch einige Plätze frei.
Ich bekam bei meinem veganen Frühstück „Biophilia“ (12,50 Euro) Sauerteigbrot mit zwei Aufstrichen, Avocado, Rucola und Tomaten. An Süßem gab es Marmelade, Obst und ein Franzbrötchen, das leider etwas hart war. Die Latte mit Hafermilch für 3,80 Euro bestellte ich dazu.
3) Veganer Burger
Bei Apple & Eve Vegan & Natural (Schanzenstraße 107) bestellte ich beim netten Mitarbeiter an der Theke einen Guacemole Cheeseburger mit Pommes. Auf der Speisetafel standen viele Burger. Darunter z. B. mit Rösti, Chili oder Falafel.
Bei der großen Fensterfront setzte ich mich an einen der sieben Tische. Das Essen war schnell fertig, die große Portion war sehr lecker. Der Burger war saftig und die Pommes knusprig – dieses Schnellrestaurant ist ein guter Tipp für rein pflanzliches Fast Food.
4) Portugiesische Cafés
Wusstet ihr, dass es in Hamburg einige portugiesische Cafés gibt? Ich mag das Transmontana besonders gerne – entweder im Schanzenviertel (Schulterblatt 86) oder in Eimsbüttel (Lappenbergsallee 48). Ich bekam dort ein veganes Kokostörtchen und einen Galao-Milchkaffee mit Hafermilch.
Habt ihr noch weitere Hamburg Tipps?
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Anja Beckmann
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4 Kommentare
Petra
20. August 2022 um 09:51Hallo Anja, tolle Fotos und schöne Tipps, einige meiner Fotos sehen ähnlich aus;) mein Tipp wäre Bergedorf anzusehen. Hier ist das einzig noch gut erhaltene Wasserschloss, eine ruhige beschauliche Fußgängerzone und schöne Hotels zu bezahlbaren Preisen. Auch das Treppenviertel ist wunderschön, hier denkt man nicht in einer Großstadt zu sein. Der Botanische Garten von Loki Schmitt ist eine grüne Oase in Kleinflottbek
LG Petra
Anja Beckmann
21. August 2022 um 11:46Hallo Petra,
vielen Dank für deine Tipps! Die merke ich mir, wenn ich hoffentlich demnächst noch mal in HH bin.
Liebe Grüße
Anja
Michael
24. April 2022 um 23:25Hallo Anja, ich weiß nicht, ob es ein Fotohotspot ist, aber wer die gängigen Ziele schon kennt, dem sei der z.B. der Lohsepark in der Hafencity empfohlen (kleine Auszeit zwischen vielen Neubauten). Ausgestattet mit Spiel- und Sportmöglichkeiten und der Gedenkstätte “Hannoverscher Bahnhof”. Sollte es hingegen jemanden nach Blankenese verschlagen (Treppen laufen), der kann im Baurs Park die Aussicht vom Kanonenberg auf die Elbe und die Lufthansawerft genießen. Wer nicht ganz so weit raus will, der Altonaer Balkon, oberhalb des Docklands ist auch ein schönes Ziel (neben dem Dockland Gebäude selbst).
LG Michael
Anja Beckmann
24. April 2022 um 23:31Hallo Michael,
vielen Dank für deine tollen Tipps! Die merke ich mir für die nächste Hamburgreise.
Liebe Grüße
Anja