Danzig, Polen: Sehenswürdigkeiten der bunten Stadt

Lange Gasse in Danzig

(Enthält Werbung) Farbenfrohe Häuser, den Neptunbrunnen oder die größte Backsteinkirche Europas – das alles findet ihr in Gdańsk (deutsch: Danzig). Im Juli 2021 erlebte ich viele Sehenswürdigkeiten der alten Hansestadt an der polnischen Ostsee. Bei einer deutschsprachigen Stadtführung waren wir zu Fuß rund drei Stunden in der Rechtstadt unterwegs. Hier kommen meine Reisetipps für euren Städtetrip.

Dreistadt an der polnischen Ostsee

Danzig in PolenKennt ihr schon die Dreistadt? Darunter werden Danzig, das Seebad Sopot (Zoppot) und die junge Hafenstadt Gdynia (Gdingen) zusammengefasst.

Danzig ist die Hauptstadt von Pommern, sie hat rund 460.000 Einwohner:innen. Ihr kommt etwa mit Flug, Zug oder Fernbus hierhin.

Mit meinem Freund Carsten und unserem Hund Buddy habe ich schon viele Reisen nach Polen unternommen. Denn wir mögen die schönen Städte und Strände, das leckere Essen und die herzlichen Einheimischen.

Diesmal machten wir Urlaub in Gdynia, wir waren mit dem Auto angereist. Von dort aus unternahm ich einen Ausflug nach Danzig, das nur 20 Kilometer entfernt liegt.

Deutschsprachige Stadtführung in Danzig

Königliche Kapelle in DanzigStadtführerin Małgorzata Milewska holte mich im Wagen ab und zeigte mir die Stadt. Sie erzählte mir viel Interessantes, besuchte mit mir spannende Orte und war sehr sympathisch.

Von ihr erfuhr ich: Danzig wurde 997 erstmals schriftlich erwähnt. Es war Mitglied des mittelalterlichen Kaufmanns- und Städtebundes der Hanse.

In den Hansestädten Hamburg und Bremen habe ich früher gewohnt. Ich mag das maritime Flair, die Schiffe und Kaufmannshäuser. Die „Perle des Nordens“ Danzig gehörte einst zu den reichsten und wichtigsten Städten Europas.

Wusstet ihr, dass Fahrenheit, Schopenhauer oder Günther Grass hier geboren sind? Auch stammt der Solidarność-Gewerkschaftsvorsitzende, Ex-Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa hierher.

Sehenswürdigkeiten der Rechtstadt zu Fuß entdecken

Rechtstadt in PolenWir besuchten den Stadtteil Rechtstadt (Główne Miasto) mit vielen Highlights und Attraktionen. Im 2. Weltkrieg wurde sie fast komplett zerstört. Wenig später begann der Wiederaufbau nach Vorbildern des 16. und 17. Jahrhunderts. Denn das war das goldene Zeitalter der Stadt.

Wir waren zu Fuß unterwegs, so wie ich es bei Städtereisen am liebsten mag. Denn so kann ich alles in meinem eigenen Tempo entdecken und viele Fotos schießen.

An diesem Julitag war das Wetter leider etwas grau. Am Anfang regnete es, wenig später konnten wir unsere Regenschirme jedoch wieder zuklappen.

Goldenes Tor: Start- und Endpunkt des Rundgangs

Unser Rundgang startete und endete am Goldenen Tor bzw. Langgasser Tor (Złota Brama). Małgorzata zeigte mir hier Bilder, wie Danzig 1945 nach dem Krieg aussah. Das Tor – 1612 bis 1614 erbaut – wurde ebenfalls zerstört und 1957 wieder aufgebaut.

Lange Gasse mit bunten Häusern

Lange Gasse mit bunten HäusernBeim Goldenen Tor beginnt die Lange Gasse bzw. Langgasse (ul. Długa) mit ihren schmalen und hohen Häusern. Sie sind bunt und schön geschmückt mit Wappen oder Figuren. Vom Goldenen Tor aus könnt ihr die Hauptstraße der Rechtstadt gut fotografieren – so ist das Titelbild entstanden.

Die Straße bildet zusammen mit dem Langen Markt den Königsweg (Trakt Królewski). Denn hier zogen früher die polnischen Könige in die Stadt ein.

Mir hat sie sehr gut gefallen, selbst bei Nieselregen leuchteten die Patrizierhäuser. Darin findet ihr Geschäfte, Cafés oder Restaurants.

Uphagenhaus DanzigDas Uphagenhaus (Długa 12) von 1780 ist 70 Meter tief. Es ist heute das Museum bürgerlicher Wohnkultur. Ich habe Bilder der Inneneinrichtung gesehen, ein Besuch scheint sich zu lohnen!

Im Rechtstädtischen Rathaus (Ratusz Głównego Miasta) mit der Nr. 46 könnt ihr auf den 81 Meter hohen Turm steigen. Dann habt ihr einen tollen Blick auf die Stadt. Im Gebäude befindet sich auch das Stadtmuseum (Muzeum Gdańska).

Langer Markt mit Neptunbrunnen und Artushof

Langer Markt mit Neptunbrunnen und ArtushofMein Highlight neben der Langen Gasse war der Lange Markt (Długi Targ) aus dem 17. Jahrhundert. Hier befindet sich der berühmte Neptunbrunnen (Fontanna Neptuna) vor dem Artushof (Dwór Artusa).

Der Brunnen mit seiner Bronzestatue ist von 1633 und ein beliebter Fotospot. Während ich mit Małgorzata dort stand, kamen immer wieder Besucher:innen vorbei und schossen ein Bild. Nachts sieht der Brunnen toll aus mit dem beleuchteten Rathaus im Hintergrund.

Goldenes Haus DanzigSehr schön ist auch das Goldene Haus (Złota Kamieniczka), die Adresse ist Długi Targ 41 – 42. Es wird auch Speymannhaus bzw. Steffenshaus genannt. Das Haus von 1609 ist sehr hoch, schmal und hat goldene Elemente.

Auf dem Langen Markt werden im Sommer viele Feste veranstaltet. Und vor Weihnachten gibt es dort das gemeinsame Mahl unter der Tanne.

Grünes Tor zum Fluss

Grünes Tor DanzigAm Ende des Langen Marktes befindet sich das Grüne Tor (Brama Zielona). Er führt zum Fluss Mottlau (Motława).

Das Stadttor wurde von 1564 bis 1568 errichtet, einst war die Fassade grün gestrichen. Lech Wałęsa nutzte übrigens ein Büro im Torhaus.

Lange Brücke an der Mottlau

Lange Brücke an der MottlauNachdem wir das Grüne Tor passiert hatten, bogen wir links ein. Die Lange Brücke (Długie Pobrzeże) ist eine Straße, die sich rund einen halben Kilometer am Fluss entlang zieht. Von der Uferpromenade aus könnt ihr mit einem der Ausflugsschiffe auf Tour gehen, z. B. nach Sopot.

Preußische Weiber Baby Pruskie DanzigWir blieben vor den Preußischen Weibern (Baby Pruskie) beim Archäologischen Museum stehen. Bei diesen Steinfiguren aus dem Mittelalter könnt ihr euch etwas wünschen. Ich schloss die Augen und hoffte fest, dass mein Wunsch in Erfüllung geht. Drückt mir die Daumen!

Malerische Frauengasse

Wir gingen weiter und bogen beim Frauentor (Brama Mariacka) links in die Frauengasse (ul. Mariacka) ein. Hier findet ihr hübsche Restaurants und Shops, in denen ihr Bernstein kaufen könnt.

Beischlag DanzigWie auch in anderen Straßen der Stadt seht ihr Beischläge vor den Bürgerhäusern. Diese Steinterrassen mag ich sehr! Vor allem wenn sie so schön bepflanzt sind wie auf dem Foto (św. Ducha).

Sie schützten nicht nur vor Überschwemmungen, sondern dort wurde im Sommer auch gegessen. So konnten alle, die vorbeiliefen, die köstlichen Speisen der wohlhabenden Bürger bewundern.

Schriftsteller:innen und Maler:innen haben sich der Straße gewidmet. Außerdem wurden hier historische Filme gedreht.

Das Gotyk House (Mariacka 1) stammt aus dem Jahr 1453, es ist das älteste Haus Danzigs. Es wurde im Krieg nicht zerstört, heute befindet sich ein Hotel darin. Schaut euch z. B. bei Booking.com die Bilder an, dort würde ich zu gerne mal übernachten.

Herrengasse mit Großem Zeughaus

Großes Zeughaus DanzigWenn es eine Frauengasse gibt, muss es natürlich auch eine Herrengasse geben. In der Jopengasse (ul. Piwna) findet ihr Restaurants, Brauereien und Pubs.

Typisch ist übrigens das Danziger Jopenbier. Ebenso wie das Danziger Goldwasser, ein Kräuterlikör mit Blattgold.

Das prächtige Große Zeughaus (Wielka Zbrojownia) wurde zwischen 1600 und 1609 erbaut. Hier hat heute die Danziger Kunsthochschule ihren Sitz.

Beeindruckende Danziger Marienkirche

Danziger Marienkirche astronomische UhrDer offizielle Name der Marienkirche lautet Kathedralbasilika der Himmelfahrt der Allerheiligsten Jungfrau Maria (Bazylika konkatedralna Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny). Nicht schlecht, oder?

Die gotische Kirche wurde von 1343 bis 1502 erbaut. Es ist eine der größten Backsteinkirchen der Welt, sie ist 105 Meter lang und das Gewölbe bis zu 29 Meter hoch. In den Raum passen bis zu 25.000 Menschen. Den Glockenturm seht ihr schon von weitem, denn er ist 82 Meter hoch.

Die 14 Meter hohe astronomische Uhr stammt aus dem 15. Jahrhundert. Um 12 Uhr beginnt hier das Figurentheater mit Musik. Mit Małgorzata stellte ich mich zu der Gruppe aus Familien und Schulkindern. Von dort aus beobachteten wir die Figuren.

Das Krantor und Maritimes Museum

Maritimes Museum in DanzigDer größte mittelalterliche Hafenkran Europas befindet sich im Krantor (Brama Żuraw) an der Mottlau. Damit wurden früher Schiffe be- und entladen sowie Segelmasten gesetzt. Und das rein mit Muskelkraft, denn Männer betrieben den Kran.

Von hier aus blickte ich über das Wasser zu einem weiteren Gebäude des Maritimen Museums (Muzeum Morskie), zu dem auch das Krantor und der historische Frachter Sołdek gehören.

Canis Restaurant: Essen gehen in Danzig

Canis Restaurant Essen gehen in DanzigAm Ende unseres Rundgangs knurrte mir der Magen. Wir gingen ins gemütlich eingerichtete Canis Restaurant (Ogarna 27/28). Es hat auf seiner Speisekarte auch vegetarische Optionen, die ihr als veganes Essen bestellen könnt.

Wir bekamen vom netten Kellner Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch serviert.

Eine interessante Kombination waren Arancini (frittierte und gefüllte Reisbällchen aus Sizilien) mit Tofu, Cranberries und sauren Gurken. Ich weiß, es klingt abenteuerlich. Aber der Geschmack war rund und einfach sehr gut.

Danzig Polen veganes RestaurantAuf dem Bild sehen könnt ihr köstliche rote Bete Orzo (kleine Nudeln in Reisform) mit Trüffel-Falafel, dicken Bohnen, Spinatpesto, Olivenöl mit Trüffeln, veganem Parmesan und Kornblumen. Da ich ein riesiger Trüffelfan bin, war das ganz nach meinem Geschmack. Und der rein pflanzliche Käse schmeckte wie das Original.

Danzig Polen vegan essen gehenDer Wahnsinn war der fluffige Kuchen mit Schokolade, Mandeln, Aquafaba (veganer Eischnee aus dem Kochwasser von Hülsenfrüchten) und Arabica-Kaffeesauce. Sooo gut!

Wart ihr schon mal in Danzig?

Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem Polnischen Fremdenverkehrsamt entstanden. Unter www.polen.travel findet ihr viele weitere Informationen über Reisen nach Polen. Mehr Infos zu den Sehenswürdigkeiten in Danzig gibt es unter visitgdansk.com/de/.

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Anja Beckmann

Blogger bei Travel on Toast
In diesem Reiseblog & Foodblog geht es um Strandurlaub, Städtereisen, Roadtrips, Urlaub mit Hund und veganes Essen. Folge mir gerne auf Facebook, Instagram, Pinterest oder YouTube.

2 Kommentare

  • Antworten
    Jenny
    6. August 2021 um 20:47

    Danke für die wunderschönen Eindrücke! Eine sehr schöne Stadt!
    Liebe Grüße!

    • Antworten
      Anja Beckmann
      17. August 2021 um 16:29

      Hallo Jenny,

      das finde ich auch.

      Liebe Grüße zurück
      Anja

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