Düsseldorf: Little Tokyo

Little Tokyo in Düsseldorf - Takumi 2Beitrag von Britta Beumers (Genussgier). Was inzwischen viele, aber immer noch nicht genug Menschen wissen: Düsseldorf ist Heimat einiger Tausend Japaner. Genauer gesagt lebt in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt nach London und Paris die drittgrößte japanische Gemeinde Europas. Die Düsseldorfer profitieren davon auch im kulinarischen Bereich – in der Nähe des Hauptbahnhofes haben sich im Little Tokyo bzw. Japantown Restaurants, Supermärkte und andere japanische Läden angesiedelt.

Little Tokyo in Düsseldorf - Takumi 3In dem Little Tokyo genannten Viertel in Düsseldorf findet der Asien-Freund alles, was sein Herz begehrt. Denn im Fahrwasser der Japaner siedelten sich ebenfalls Koreaner, Inder, Thailänder, Vietnamesen und Chinesen rund um die Immermannstraße an.

Little Tokyo in Düsseldorf - Bakery My HeartBakery My Heart
Ich starte einen Einkaufsbummel im Little Tokyo am liebsten bei der „Bakery My Heart“. Die liegt ziemlich genau in der Mitte von Kö und Hauptbahnhof und bietet – Überraschung! – japanische Backwaren an.

Mein Favorit ist das Schoko-Pan, eine Art Stutenbrötchen mit Schokostückchen. Aber auch die Matcha-Pans oder die mit Kastanienmus gefüllten Pans sind wirklich wunderbar. Dafür mache ich um alles, was Rote-Bohnen-Paste enthält, einen weiten Bogen – das allerdings nicht nur bei der Bakery My Heart.

Der Matcha Latte wird sowohl im angeschlossenen kleinen Café (das allerdings nur bedingt gemütlich ist), als auch to-go angeboten.

Wer es eher herzhaft mag, wird hier ebenfalls nicht enttäuscht. Japanische Schnitzelbrötchen, kleine Burger, ebenso kleine Brötchen mit Garnelenkroketten und anderes sind tolle Snacks, auf die ich beim Einkaufsbummel zwischendurch gerne einmal zurückgreife.

Takagi Books
Nach dem Frühstück kann man sich nur ein paar Meter weiter auf der gegenüberliegenden Seite mit Mangas eindecken. „Takagi Books“ bietet daneben auch japanische Zeitschriften, Bildbände, Romane oder Lehrbücher an. Ich kaufe dort ehrlich gesagt bei meinen Besuchen eher normale Schreibwaren und Glückwunschkarten.

Little Tokyo in Düsseldorf - TakumiTakumi
Nun trennen den Freund der japanischen Küche nur knapp hundert Meter vom legendären „Takumi“. Auf der Immermannstraße in Düsseldorf bietet die kleine Suppenküche mit original japanischem Flair die möglicherweise besten Ramen (Nudelsuppen) in Europa.

Jedenfalls war das Restaurant sogar einem in London lebenden Japaner, den ich im letzten Jahr traf, ein Begriff und er selbst von den Ramen restlos begeistert. Aber auch wenn es nicht die besten Ramen Europas sein sollten: Die Suppen mit den eindeutig frischen Zutaten schmecken sehr gut, machen satt und vor allem süchtig.

Aber Achtung: Im Takumi ist es fast immer voll. Besonders im Sommer bildet sich vor der Tür nicht selten eine lange Schlange, weil die Plätze im Freien direkt an der Immermannstraße so begehrt sind.

Tonkotsu Kitchen
Als Ausweichmöglichkeit bietet sich der erst vor rund anderthalb Jahren eröffnete Takumi-Ableger „Tonkotsu Kitchen“ nur eine Querstraße weiter an. Auf der Oststraße in Düsseldorf werden nicht nur Ramen, sondern auch eine größere Auswahl sehr leckerer Gyoza, eine Art japanische Maultaschen, serviert. Beide Restaurants haben neben Ramen und Gyoza aber auch andere leckere Kleinigkeiten auf ihren Karten.

Little Tokyo in Düsseldorf - KyotoKyoto
Links neben dem Takumi befindet sich übrigens das „Kyoto“, in dem alle, deren Geldbeutel gut gefüllt sind, japanische Messer, Dekoartikel, Sushi-, Tee- und Sake-Zubehör kaufen können.

Salon Mai
Vielleicht seid ihr jetzt soweit, dass ihr unbedingt einmal einen japanischen Friseur ausprobieren möchtet. Das könnt ihr zum Beispiel im „Salon Mai“ in der Nähe der Bakery My Heart.

Ich habe mich ehrlich gesagt noch nie in einen japanischen Friseursalon getraut – vor allem, da ich inzwischen nach einigen Tests einen sehr guten Friseur in Düsseldorf gefunden habe. Vielleicht berichtet ihr hier ja mal, wenn ihr mutiger als ich wart.

Und hier noch ein kleiner Tipp für alle, die sich vor allem für die traditionelle japanische Kleidung interessieren: Im Salon Mai werden auch Kimonos verliehen. Außerdem kümmert man sich hier um die japanische Braut und alle, die in diesem Stil heiraten möchten.

Koreanische Restaurants
Falls ihr einmal einen Koreaner ausprobieren möchtet, bietet das japansiche Viertel in Düsseldorf auch hier eine große Auswahl. Eigentlich könnt ihr ähnlich wie bei den Japanern überall reingehen – ich habe noch nie negative Erfahrungen gemacht. Das eine Essen schmeckt vielleicht ein wenig besser als das andere. Aber schlecht gegessen habe ich in Little Tokyo nicht ein einziges Mal.

Was ich an den koreanischen Restaurants wirklich großartig finde, sind die kleinen, kalten „Tapas“, Vorspeisen, Beilagen – nennt sie wie ihr wollt – die man zum Essen ohne Aufpreis an den Tisch serviert bekommt. So können sich die Gäste durch sämtliche, meist ausschließlich vegetarische und vegane, Geschmacksrichtungen probieren.

Seoul
Im „Seoul“ auf der Klosterstraße hat es mir der Kimchi-Pfannkuchen angetan. Die eher kühle Atmosphäre dort wird allerdings nicht jedem gefallen. Falls ihr Kimchi nicht kennt: Es handelt sich um säuerlich-scharf eingelegten Chinakohl und ist quasi das „Nationalgericht“ der Koreaner. Ich bin ein großer Kimchi-Fan, kenne aber auch viele, die es gar nicht mögen.

Ein weiteres koreanisches „Nationalgericht“ ist Bulgogi. Dünne, scharf marinierte Schweinefleischscheiben werden auf einem Tischgrill angebraten und mit Reis gegessen. Es gibt auch eine milde, eher süßliche Variante mit Rind.

Little Tokyo in Düsseldorf - FinanzämtcheFinanzämtche
Obwohl ich versuche, Fleisch generell und vor allem Schweinefleisch zu vermeiden, bevorzuge ich die scharfe Schweinefleischvariante. Die gibt es zum Beispiel ganz hervorragend zubereitet im „Finanzämtche“ auf der Oststraße. Der Name und auch die Außenfassade aus Fachwerk täuschen: Das an eine urige deutsche Kneipe erinnernde Restaurant beherbergt tatsächlich einen Koreaner. Ein interessanter Kulturenclash.

Little Tokyo in Düsseldorf - Dae YangDae Yang
Zum Abschluss des Bummels solltet ihr noch schnell ein paar Zutaten kaufen, damit ihr auch zu Hause asiatische Köstlichkeiten genießen könnt. Das „Dae Yang“ auf der Immermannstraße bietet eine große Auswahl an frischen und abgepackten Lebensmitteln, alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken.

Ich greife besonders gerne blind bei den Süßigkeiten zu und probiere einfach mal, ob sich in den bunten Tüten etwas Leckeres verbirgt. Aber auch die Tiefkühlschränke sind für mich geradezu ein nie versiegender Quell der Freude. Falls ihr euch das nicht traut: Fragt einfach, hier wird der Kunde immer nett beraten und bedient.

An Samstagen trifft man hier übrigens viele junge Cosplayer aus der Region beim Einkauf. Ich mag diese bunten und nicht alltägliche Menschen, die Düsseldorf noch ein wenig interessanter machen und werfe gerne einen genaueren Blick auf die tollen Kostüme.

Café Relax
Zum Abschluss dieses umfangreichen asiatischen Bummels ist der Green Tea Coffee eindeutig verdient. Ich trinke meinen am liebsten im „Café Relax“ rechts neben dem Takumi. Dabei gehe ich dann in Gedanken meine Einkäufe durch und freue mich auf das leckere Essen, das ich aus den Zutaten zaubern werde.

Auf dem Weg nach Hause kann es euch übrigens passieren, dass ihr von Little Tokyo direkt ins orientalische Viertel am Hauptbahnhof von Düsseldorf lauft. Aber das wäre ein anderer Blogbeitrag…

Über mich
Ich bin gebürtige Niederrheinerin, begeisterte Europäerin und neu in Düsseldorf. Ich gebe mein Geld gerne aus für gutes Essen jeglicher Preisklasse und abwechslungsreiche Reisen. Mehr von mir lest ihr in meinem Blog Genussgier.

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Anja Beckmann

Reiseblogger bei Travel on Toast
Nach einem Jahr Weltreise bin ich jetzt hauptberuflicher Reiseblogger. Am liebsten machen mein Freund Carsten und ich Urlaub mit Hund Buddy. Ob nah oder fern, Städtereisen, Roadtrips oder Veggie Food - im Blog findet ihr Reisetipps, Reiseberichte und echte Geheimtipps. Über Instagram Stories nehme ich euch live mit.

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9 Kommentare

  • Antworten
    Andreas
    3. November 2015 um 07:54

    Toller Bericht, kam für mich genau wie gerufen!
    Da ich nächsten Samstag extra nach Düsseldorf fahre um mir Little Tokyo anzuschauen hab ich genau nach solchen Beiträgen gesucht um erstmal zu wissen wo man hin muss..

    1000 dank, jetzt freue ich mich noch ein Stück mehr!

  • Antworten
    Carmen
    29. April 2014 um 22:21

    Hach. Sehr schöner Beitrag meine Liebe Genussgiererin. Ich bin gebürtige Düsseldorferin und kannte tatsächlich das ein oder andere nicht. Die Cosplayer sind meine Lieblingsstatisten beim Besuch der japanischen Läden. Manche sehen aus wie Gothics aus den 80ern…jedoch mit rosa Tütü..

  • Antworten
    Christine
    23. April 2014 um 10:27

    Ach, ich liiiiieeeebe Düsseldorf und vor allem das kulinarische Angebot dort. Für meinen nächsten Besuch lasse ich mich von dem Artikel auf jeden Fall inspirieren. Hier in der süddeutschen Provinz ist meistens Schnitzel mit Pommes schon das höchste der Gefühle (auch wenn die badischen Spezialitäten mitunter sehr lecker sind). Meine (bisher) liebsten Futterstellen in Düsseldorf habe ich übrigens hier gebloggt:

    http://reisejunkie.com/restaurants-in-duesseldorf-34/

  • Antworten
    Dunkelangst
    14. April 2014 um 13:39

    Hallo Anja!

    Ich wurde gerade von einem Leser meines Blogs auf deinen Beitrag aufmerksam gemacht. Zunächst möchte ich dir für diesen tollen Beitrag danken.

    Ich habe meine ersten sechs Lebensjahre in Düsseldorf verbracht. Meine Oma lebt noch immer in Düsseldorf und vermietet eine kleine Wohnung vor allem gerne an Japaner und Chinesen, weil diese so freundlich sind. Schon als Kind fand ich die asiatische Kultur faszinierend.

    Und wenn ich mir deinen Text hier durchlese und die Fotos anschaue, weiß ich, wo ich das nächste Mal in Düsseldorf schlemmen gehe. Ob das Essen dort auch so gut ist wie in Taiwan, kann ich noch nicht beurteilen!

    Viele Grüße

  • Antworten
    Christina
    30. März 2014 um 21:23

    Aaaaawww. *____*
    Düsseldorf du bist auf meiner Muss-ich-besuchen-Liste erheblich nach oben gewandert. Mjaaaam!

    • Antworten
      Anja Beckmann
      31. März 2014 um 15:41

      Komm vorbei, dann gehen wir mit Mrs. Berry lecker essen. :)

      Liebe Grüße
      Anja

  • Antworten
    Dorncritics
    26. März 2014 um 15:45

    Das hört sich ja wirklich toll an! Wenn ich das nächste Mal meine Verwandtschaft dort besuchen gehe, werde ich auf einen Besuch in Little Tokyo bestehen! Danke für den Tipp :-)

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