Ein Road Trip auf Neuseelands Südinsel

Neuseeland (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Von Patrick Hundt (Blog 101 Places). Meine nun schon siebenmonatige Reise hat mich kürzlich auf die Südinsel Neuseelands geführt. Mit einem mindestens 10 Jahre alten Mietwagen (Nissan Sunny) habe ich mich auf einen Road Trip begeben und in 23 Tagen etwa 2.500 km zurückgelegt.

Das bin ich (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)In diesen drei Wochen hat mich stets das herrlichste Wetter begleitet. Mal ist es etwas kühler gewesen, wie in den Fjorden oder bei den Gletschern und mal war es spätsommerlich warm wie im Norden der Insel. Keinen einzigen Regentag habe ich erlebt und das will in Neuseeland schon etwas bedeuten.

In diesem Beitrag möchte ich euch ein wenig aufzeigen, was man in Neuseelands Süden alles machen kann. Eines vorweg: Die Insel ist sehr vielfältig.

Christchurch

Meine Rundreise begann in Christchurch, der drittgrößten Stadt Neuseelands. Christchurch ist eine von Erdbeben geplagte Stadt und hat sich von zwei großen Beben im September 2010 und Februar 2011 bisher nicht wieder erholt. Fast die komplette Innenstadt ist gesperrt und eine große Abrisszone. Noch viele Jahre wird man hier mit dem Abreißen und Neuaufbau beschäftigt sein.

Christchurch ist durch die Erdbeben zerstört (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Als Tourist lässt sich hier nicht viel machen und so sind viele Reisende eher enttäuscht von Christchurch. Ich fand es jedoch durchaus interessant, eine solche Stadt aus der Nähe zu sehen. Einerseits ist die Stimmung zwischen den verlassenen Ruinen sehr bedrückend.

Einer der bunten Container (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Auf der anderen Seite herrscht Aufbruchstimmung in der Cashel Street: Hier wurden kurzerhand farbenfrohe Container aufgestellt, in welche einige der früheren Geschäfte und Cafés eingezogen sind. Straßenkünstler sorgen vor allem an Wochenenden für zusätzlich gute Laune.

Lake Tekapo

Lake Tekapo (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Nachdem ich meinen Mietwagen in Christchurch abgeholt hatte, fuhr ich zu Lake Tekapo. Dieser See glänzt mit wunderschön türkisblauem Wasser und schönen Wanderwegen auf dem angrenzenden Mount John.

Lake Tekapo ist jedoch auch in der Nacht ein Ereignis. Dort sind die Nächte oft wolkenlos und es gibt weit und breit keine großen Städte, die Licht in den Nachthimmel werfen würden. So kann man am späten Abend im Observatorium auf Mount John wunderbar die Sterne beobachten.

Dunedin & Otago Peninsula

Nach nur einer Nacht fuhr ich weiter nach Dunedin, einer Studentenstadt mit vielen Cafés und Bars. Während die Stadt nicht sehr viel hergibt, ist die angrenzende Otago Halbinsel (Titelbild) umso schöner. Dort lässt sich ein wunderbarer Tag verbringen mit gemütlichen Autofahrten, kleinen Wanderungen, Wildlife Touren oder einem Besuch in Neuseelands einzigem Schloss.

Nugget Point

Nugget Point (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Wer von Dunedin aus in Richtung Süden aufbricht, sollte einen kurzen Stopp bei Nugget Point einlegen. Dort erwartete mich eine spektakuläre Küste mit einigen Felsen in der rauen See (die Nuggets). Mit etwas Glück sieht man aus der Ferne einige Seelöwen in der Sonne liegen.

Te Anau

Auf dem Weg in den Süden geht es noch weiter bis zu Stewart Island, dem südlichsten Punkt Neuseelands. Ich bin allerdings vorher schon in den Westen abgebogen, um nach Te Anau zu gelangen. Diese kleine Stadt lebt vom Tourismus eines Highlights, das 120 km entfernt liegt: Milford Sound. Wer dorthin will, muss durch den touristischen Ort Te Anau. Für einen Tag ist es aber durchaus schön dort.

Milford Sound

Die Straße nach Milford Sound ist schon Teil des Spektakels. Für diese 120 km kann man ohne Weiteres vier Stunden oder auch einen ganzen Tag einplanen, denn ein optischer Höhepunkt jagt den Nächsten.

Mirror Lakes (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Besonders schön sind die Mirror Lakes, in denen sich die gegenüberlegenden Berge spiegeln. Auf der Straße gibt es aber auch viele Aussichtspunkte und kleine sowie lange Tracks.

Viele Reisende kommen nicht zuletzt wegen der schönen Wanderstrecken nach Milford Sound. Besonders beliebt sind der Milford Track (5 Tage / 4 Nächte) und der Routeburn Track (4 Tage / 3 Nächte). Insbesondere für den Milford Track müssen die Hütten jedoch schon Monate im Voraus gebucht werden, wenn man ihn im Sommer bewandern möchte.

Milford Sound (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Neben all diesen Dingen ist Milford Sound aber vor allem ein wunderschöner Fjord. Sehr populär sind die Fjord Cruises mit kleinen Schiffen (meist 2-3 Stunden). Ich habe dem jedoch eine Kayak-Tour vorgezogen.

In einer kleinen Gruppe paddelten wir fast fünf Stunden quer durch den Fjord und sahen neben der schönen Umgebung auch viel Wildlife: Delfine, Pinguine und Robben schwammen mal in der Ferne und mal direkt neben uns her.

Während die meisten Touristen nur einen Tagesausflug nach Milford Sound unternehmen, kann man durchaus auch vor Ort übernachten. Es gibt zwar nur zwei Unterkünfte, doch die sind gut und auch für Backpacker geeignet (mit Dorms).

Queenstown & Wanaka

Aus dem beschaulichen Fjord heraus ging es gleich ins andere Extrem: Queenstown. Die Adrenalinhauptstadt Neuseelands ist vollgepackt mit Cafés, Restaurants, Bars und bietet ein langes Nachtleben. Tagsüber kannst Du Dich in Bungee Jumping, Sky Diving, Rafting und vielem mehr versuchen.

Wanaka (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Da das alles nicht so sehr meinem Geschmack entspricht, bin ich nach einem Tag ins 60 km entfernte Wanaka weitergefahren. Dieser Ort ist ähnlich schön an einem See gelegen und von Bergen umgeben, doch wesentlich ruhiger. Dort habe ich ein paar Tage die Seele baumeln lassen.

Franz Josef Gletscher

Nach den ruhigen Tagen in Wanaka sollte es wieder ein bisschen abenteuerlicher zugehen und so kam mir der Franz Josef Gletscher gerade recht. Untergebracht war ich in dem gleichnamigen Dorf, das nur aus Touristen besteht und doch recht angenehm ist. Einzig die Nonstop Helikoptergeräusche könnten etwas stören.

Franz Josef Gletscher (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Doch da muss man durch, wenn man mit einem Helikopter auf den Gletscher geflogen werden möchte. Das ist die Hauptattraktion in Franz Josef. Für $299 habe ich mich einer kleinen Tourgruppe angeschlossen, die nach einem kurzen Heliflug für drei Stunden über den Franz Josef Gletscher gestapft ist. Mit Steigeisen ausgerüstet ging es bergauf und bergab, durch Eisschluchten und kleine Höhlen. Bequemer kommt man als Flachländer ohne Bergerfahrung wohl nicht auf einen Gletscher. Im Anschluss kann man sich in der örtlichen Therme wieder aufwärmen.

Quad Tour (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Am zweiten Tag habe ich mich für eine Quad-Tour entschlossen. Die zweistündige Fahrt führte quer durch Flussbetten und Regenwälder und wurde nur ganz neuseeländisch für den Morning Tea unterbrochen.

West Coast

Nach dem Gletschererlebnis habe ich in den folgenden Tagen vor allem viel Strecke zurückgelegt. Die Westküste ist der am geringsten besiedelte Teil Neuseelands. Die schöne Strecke ließ mich fast vergessen, dass ich eine Menge Kilometer zurückzulegen hatte.

Pancake Rocks (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Zwischendurch gibt es so schöne Highlights wie die Pancake Rocks. Diese Felsformationen sind außergewöhnlich in ihrem Aufbau: Jeder Felsen besteht aus etlichen flachen Steinplatten, die wie Pancakes übereinander gelegt wurden.

Abel Tasman Nationalpark

Das eigentliche Ziel meiner langen Fahrt entlang der Westküste war der Abel Tasman Nationalpark. Dieser Park ist gleichzeitig der kleinste und der beliebteste in Neuseeland. Man kann ihn entweder bewandern oder mit Kayaks an der Küste entlang paddeln. Für längere Strecken gibt es Wassertaxis.

Abel Tasman Nationalpark (Reiseblog und Foodblog Travel on Toast)Ich habe mich erneut für eine Kayak-Tour entschieden, immer an der Küste entlang und abermals haben uns Robben auf dem Weg begrüßt. Nach der Ankunft bei Watering Cove haben wir den Rückweg zu Fuß angetreten: 13 km leichter Track durch den Wald und immer am Wasser entlang. Wo am Morgen nur felsige Küste zu sehen war, zogen sich nun kilometerlange Goldstrände, die von der Ebbe freigelegt wurden.

Nelson

Nur eine Autostunde von Abel Tasman entfernt liegt Nelson – die sonnenreichste Stadt Neuseelands. Und so war es dann auch: Blauer Himmel, richtig warm und einfach angenehm. Nach meiner Ankunft habe ich den schönen Saturday Market besucht und die nächsten anderthalb Tage vor allem mit meinem Kindle in schönen Cafés verbracht.

In ganz Neuseeland sind übrigens sehr viele Deutsche unterwegs. In Nelson jedoch war es so extrem, dass ich um mich herum mehr deutsch als englisch gehört habe. Mindestens das halbe Hostel wurde von Deutschen bewohnt.

Marlborough Sounds

Und schon sind drei Wochen herum. An meinem letzten Tag habe ich den Weg in die Marlborough Sounds angetreten. Auf schönen und kurvigen Straßen geht es teils direkt an der Küste entlang nach Picton. Von dort setze ich nun mit der Interislander Fähre auf die Nordinsel über. Während ich diesen Gastbeitrag schreibe, sitze ich an einem Fenster und lasse die Marlborough Sounds an mir vorbeiziehen.

Im Norden erwarten mich weitere drei Wochen Roadtrip. Wenn Du auch wissen möchtest, was der Norden zu bieten hat, schau doch in meinem Reiseblog 101places.de vorbei.

Fazit

Ich denke drei Wochen sind eine gute Zeit, um die Südinsel zu besuchen und trotzdem habe ich nicht alles gesehen. Es gibt noch mehr zu entdecken und mit einem höheren Reisetempo hätte ich auch noch einiges davon sehen können. Doch wo bleibt da die Reisegemütlichkeit? Und nun kann ich mir fürs nächste Mal noch etwas vornehmen.

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Anja Beckmann

Reiseblogger bei Travel on Toast
Seit meinem Jahr Weltreise hat mich die Reiselust so richtig gepackt. Als hauptberufliche Reisebloggerin bin ich rund vier Monate pro Jahr unterwegs, am liebsten mit Freund Carsten und Hund Buddy. Ob nah oder fern, Städte, Strände, Roadtrips oder vegetarisches Essen - ich bringe euch hier zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps. Über Instagram Stories nehme ich euch live mit.

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1 Kommentar

  • Antworten
    Tim
    31. Juli 2017 um 16:39

    Hallo Patrick!
    Ein schöner Bericht, das erinnert mich doch schon sehr an meine eigenen Trip nach Neuseeland. Allerdings hatten wir damals nur 3 1/2 Wochen Zeit für Nord- und Südinsel. Das Schönste an Neuseeland, abgesehen von den netten Menschen, ist eigentlich die Freiheit mit deinem Camper (mehr oder weniger) überall anzuhalten und zu übernachten. So kommt es auch schon einmal, das man morgens von einem Hubschrauber geweckt wird, weil man nachts neben einem Landeplatz geparkt hat. Typisch für den Neuseeländer, er regt sich nicht über so etwas auf sondern wünscht einen guten Morgen und fragt direkt ob man einen Gletscherrundflug buchen möchte!

    Viele Grüße,
    Tim

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