San José (Costa Rica) – im Großstadtdschungel

San José in Costa Rica 5Beitrag von Ariane Bille. Kneift mich mal jemand? Costa Rica? Really? Ich fliege in die weite Welt, über Gebirge, Meere und Kontinente. Das kleine Land in Zentralamerika ist mein Ziel. Genauer gesagt erst einmal die Hauptstadt San José, von hier aus erkunde ich Costa Rica.

Costa Rica 3Weil ich nur wenig Zeit für Vorbereitungen habe, schaue ich mir eine arte Dokumentationsreihe an. Sie erzählt über Orte, in denen die Menschen besonders alt und glücklich werden.

Glücksforscher, Ethnologen, Auswanderer und Einheimische werden interviewt. Obwohl die Menschen in Costa Rica vergleichsweise arm sind, wenig besitzen und einfach leben, sind die Einwohner hier besonders glücklich.

Costa Rica 9Glück ist natürlich eine Definitionsfrage. Für mich bedeutet es vor allem: Frei sein! Stelle ich mir die Frage nun also andersrum. Was macht mich unglücklich? Stress zum Beispiel. Immer die Uhr im Auge haben. Druck. Das Gefühl, die Kontrolle über meine Lebenszeit zu verlieren.

Stress haben die Protagonisten der Dokumentation selten oder gar nicht. Der 90-jährige Mann, der in einer Hängematte lebt und morgens auf dem Feld arbeitet. Die über 100-jährige Dame, die mit mehreren Generationen unter einem Dach lebt, nie geheiratet hat und keinen Mann in ihrem Leben akzeptiert. Der eingewanderte amerikanische Lehrer, der in einer Sprachschule arbeitet und die Einfachheit des Lebens genießt.

Costa Rica 15Pures Glück bedeutet für mich: Meine Familie und Freunde – die Menschen, die ich liebe. Ein Job, in dem ich frei bin, der mich erfüllt, fordert, aber nicht überfordert. So einfach ist das. Das einfache, pure Leben.

Unter diesem Motto reise ich auch nach Costa Rica: pura vida – Das pure Leben! Diese Floskel der Einheimischen werde ich in der kommenden Woche öfter hören.

Für ein pures Leben braucht man nicht viel. Ich reise nur mit Handgepäck, wie ich es am liebsten tue. Das bedeutet auch weniger Stress. Ich kann länger schlafen, muss mein Gepäck am Flughafen nicht aufgeben. Mir keine Sorgen machen, dass es nicht mit mir ankommt und nicht stundenlang am Rollband darauf warten.

Ich packe kein unnötiges Zeug ein, alles fühlt sich leichter und freier an. Und außerdem hab ich keinen Stress, meinen Anschlussflug in Madrid zu verpassen, bei dem mir nur eine knappe Stunde bleibt.

Vulkan in Costa RicaDas hier wird keine Prinzessinnenreise. Das hier wird ein Abenteuer! Das Programm verkündet: Vulkane, Wasserfälle, Regenwald, Rafting und eine Canopy Tour. Ich werde also an einem Seil hängend durch den Regenwald sausen. Wie Jane!

Da ist wieder meine zweite Haut. Ich streife mir für diese Reise meine abenteuerliche Haut über. Jane, die sich auf der Suche nach Tarzan durch die feuchtwarme Luft der üppig grünen Regenwälder Costa Ricas von Baum zu Baum schwingt. Ein schöner Gedanke!

San José in Costa Rica 7Nach 12 Stunden Flugzeit lande ich im Großstadtdschungel von San José. Die Hauptstadt Costa Ricas liegt genau in der Mitte des kleinen Landes. Hier und in den umliegenden Städten leben die meisten Menschen auf relativ engem Raum zusammen.

Langsam drängelt sich mein Taxi durch die Autokarawanen. Smog und Hitze machen müde. Die Müdigkeit besiegt meine Neugierde aber trotzdem nicht. Ich will mich bewegen, verlaufen und die Fremde erkunden.

San José in Costa Rica 2-2Auf der belebt hektischen Haupteinkaufsstraße Avenida Central laufe ich Richtung Mercado Central (Av. 1, San José).

Auf Märkten erkunde ich fremde Orte am liebsten. Essen macht mir fremde Kulturen zugänglich. Hier kann ich die Einheimischen beobachten, exotische Lebensmittel entdecken und das Land mit dem Gaumen erkunden.

San José in Costa Rica 6Leider bin ich zu spät dran, in der Markthalle haben die meisten Stände schon geschlossen. Ich laufe ein bisschen enttäuscht durch die engen Gässchen des Markts und entdecke im hinteren Teil das offene Café La Sorbetera de lolo Moro. Das riecht nach Eis! Komme ich heute also doch noch auf meine Kosten?

Eis in Costa Rica 1Ich bestelle einen kleinen Becher des Sorbets und beobachte Paare, die sich gigantische Portionen der curryfarbenen Eiskreation mit grell leuchtendem Wackelpudding, Vanille- und Schokoladensauce mit Erdnüssen bestreut, teilen.

San José in Costa Rica 4„Schräge Kombi“, denke ich mir und löffle mein pures kaltes Glück. „Irgendwie künstlich“, ist mein erster Geschmackseindruck. Da sind Nelken drin! Ich schmecke noch mal nach.

Eigentlich gar nicht schlecht. Etwas gewöhnungsbedürftig im ersten Moment, aber die Kombination von Zimt, Muskatnuss, Nelken, Anis und Jamaikapfeffer passt gut zusammen.

Wie man allerdings so einen riesengroßen Becher mit Wackelpudding verdrücken kann, bleibt mir ein Rätsel. Aber vielleicht komm´ ich ja noch auf den Geschmack.

San José in Costa Rica 1Es dämmert, langsam kühlt die pulsierende Stadt ab. Eine Schönheit ist San José nicht gerade. Überall leuchten die Logos großer amerikanischer Fastfood-Ketten, die amerikanisch geprägte Architektur ist nicht für meine europäisch verwöhnten Augen bestimmt, die Fußgängerzonen im Zentrum laden nicht zum Flanieren, sondern eher zum Hetzen ein. Die stickige überhitze Luft macht´s auch nicht angenehmer.

Das Barrio Amon, der alte Kern der Stadt, ist mit seinen bunt karibisch anmutenden Holzhäusern im Kolonialstil recht charmant. Aber wegen der Großstadt San José ist Jane auch nicht nach Costa Rica gekommen! Und auch wenn hier die meisten Menschen wohnen – die Glücklichsten leben hier bestimmt nicht.

Die Entspanntheit der Ticos (= der Einwohner Costa Ricas) und ihre Lebenseinstellung zum puren Leben finde ich abseits der westlich orientierten Ballungszentren – da bin ich mir sicher. Hier in San José gibt´s nur die pure Ablenkung von der Schönheit, die sich in der Natur des Landes verbirgt. Und auf Letzteres freue ich mich riesig!

Natur in Costa RicaWart ihr schon mal in Costa Rica oder in San José?

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Vielen Dank für die Unterstützung an das Tourismusamt von Costa Rica und an die Reisecommunity Minube, die die Reise nach Costa Rica ermöglicht haben. 

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Anja Beckmann

Reisebloggerin bei Travel on Toast
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9 Kommentare

  • Antworten
    Chris
    24. Oktober 2016 um 04:16

    Hallo Ariane,

    aktuell hängen wir zwar noch im kalten Nebelwald rum, aber morgen geht es dann für uns nach San Jose. Wir haben uns entschieden, der Hauptstadt mal eine Chance zu geben und bleiben erst einmal zwei Tage mit der Chance auf Verlängerung da.

    Das Eis klingt ja echt spannend und sollte unbedingt von uns probiert werden :) Nur ohne Wackelpudding, den mag ich nämlich nicht.

    Liebe Grüße aus Costa Rica. Pura Vida!
    Chris

  • Antworten
    Madlien
    14. Mai 2015 um 12:36

    Sehr schöne Fotos! Ich werde höchstwahrscheinlich im nächsten Frühjahr für einen Monat nach Costa Rica fliegen obwohl ich die Flugpreise ganz schön gepfeffert finde. Zumindest für mich als Asien-Liebhaberin.
    Liebe Grüße.

  • Antworten
    N.Berger
    13. Mai 2015 um 09:42

    pura vida – tatsächlich nicht unbedingt in unserem Europa zu finden:)

  • Antworten
    Ariane
    12. Mai 2015 um 08:53

    Christina: Ja, im ersten Moment sind die Nelken gewöhnungsbedürftig. Wenn man aber nur einen kleinen Becher probiert, ist´s richtig gut!

    Jo: Träume sind dazu da um sie in die Tat umzusetzen ;)

    Anne: Oh danke, das lese ich gerne! Da macht´s gleich noch mehr Spaß ;)

  • Antworten
    Anne
    11. Mai 2015 um 10:56

    Super toll geschrieben! Perfekter Mix aus Storytelling und Reiseblogging, mag ich sehr! Macht definitiv Lust da mal vorbeizuschauen :)

  • Antworten
    Jo
    10. Mai 2015 um 16:45

    Wow, tolle Fotos! Costa Rica steht auf meiner Liste auch ganz oben. Da will ich auch mal hin… Träum… :)

  • Antworten
    Christina
    10. Mai 2015 um 15:09

    Nom nom nom. Sieht lecker aus, auch wenn mich die Nelken abschrecken. In Costa Rica war ich ja leider noch nie.
    Liebe Grüße
    Christina

  • Antworten
    Ariane
    9. Mai 2015 um 22:52

    Danke Wolf, das lese ich gern! Ich koche viel vietnamesich, indisch, marrokanisch oder italienisch, experimentiere gerne und mag es authenisch. Wenn ich reise, esse ich am liebsten das Essen der Einheimeischen. Mein Buch heißt Foodblogs und ihre besten Rezepte :)

  • Antworten
    wolf
    9. Mai 2015 um 22:30

    Ariane,….herrlich locker und frisch berichtet, weiter so….übrigens, welche Richtung kochst Du am liebsten…?..wie heißt Dein Buch…?..denke Du kochst himmlisch….Wolf

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