Beitrag von Daniel (Gaumenthrill). Die südtürkische Ägäis will erobert werden. Nur wer sie aktiv erkundet, wird ihre ganze Schönheit für sich entdecken können. Am besten zu Fuß und auf dem Wasser.
In ruckartigen Schlangenlinien geht es mit dem Auto 200 Meter über das kleine Dorf Turunç. Am Fuß des Taurusgebirges, oberhalb der Bucht von Turunç, liegt das Viverde Hotel Loryma (4 Sterne). Idyllisch im Grünen am Hang gelegen und mit einem tollen Panoramablick auf die Küste ist das Hotel ein guter Start für alle Outdoorbegeisterten.
Abseits vom Massentourismus legt das Hotel besonders Wert auf das Naturbewusstsein. Die Reduzierung des Wasser- und Energieverbrauchs, Mülltrennung und die Verwendung von Lebensmitteln aus eigener Herstellung (Joghurt, Käse, Eis, Marmelade und Backwaren) und der Region sind für das Hotel selbstverständlich
Geocaching mitten in der Natur
Insgesamt vier Naturerlebnisse bietet das Hotel seinen Gästen an: Seekajak, Geocaching, Wandern und Canyoning. Ich probiere das Geocaching aus. Nach einer kurzen Erklärung, wie die GPS-Geräte funktionieren, befinde ich mich schon nach wenigen Minuten mitten in der Natur.
Vorbei an unzähligen Büschen wildem Salbei und jungem Rosmarin, eröffnet sich mir während des Weges ein atemberaubender Blick auf die Küste. Für einen kurzen Moment vergesse ich komplett das GPS-Gerät und möchte direkt querfeldein in die Natur laufen.
Schattenspendende Pinien laden zu einer kurzen Rast ein. Und Landschildkröten kreuzen meinen Weg.
Noch acht Meter. Hier irgendwo muss der zu findende Cache liegen. Ich greife ins grüne Gestrüpp, gucke unter großen und kleinen Steinen, kraxel hoch und runter. Ich finde nichts. Während die Sonne fröhlich lacht ist, verzweifele ich so langsam. Wo ist das Cache versteckt?
Ich kapituliere und lasse mir von unserem Guide Gökhan den Cache zeigen. Meinen Misserfolg führe ich darauf zurück, dass mich die unberührte Natur einfach zu sehr abgelenkt hat. Zum Trost lasse ich noch einmal meinen Blick über die weite Küste schweifen.
Endloses klarblaues Meer
Nachdem ich die Ägäis bisher nur von oben erkundet habe, werde ich sie diesmal direkt links, rechts und unter mir haben: Ich nehme an einer „Blauen Reise“ teil. Mit einer Yacht fahren wir gemächlich durch das kristallblaue Meer.
Hier zeigt sich die Ägäis von ihrer abwechslungsreichen Seite: Auf der einen Seite schroffe bewaldete Gebirgszüge, die bis ins das Meer hineinreichen und auf der anderen Seite scheinbar endloser blauer Horizont. Unzählig unbewohnte Inselchen, romantische Buchten und einsame Strände kann ich vom Deck aus entdecken.
Es werden frische Seebrassen gegrillt und jede Menge Mezze, türkische kleine Vorspeisen, an Deck serviert.
Ein Strand nur für Schildkröten
Nach knapp drei Stunden steigen wir auf ein kleineres Boot um. Wir schippern in Richtung des Iztuzu-Strands. Die vier Kilometer lange Landzunge, die weiß, feinsandig und sehr flach ist, eignet sich perfekt zum Baden.
Aber nur bis 18 Uhr. Denn von Juni bis September ist der Küstenstreifen ab 18 Uhr für Besucher gesperrt. Dann paddeln die streng geschützten Karettschildkröten an Land und legen bis zu 100 Eier in den Sand ab. Nach 50 bis 80 Tagen schlüpfen nachts die fünf Zentimeter Minischildkröten und schwärmen Richtung Meer aus. Seit 1989 steht der Iztuzu-Strand unter Naturschutz.
Weiter geht es durch das Schilfdelta des Dalyan-Flusses Richtung Kaunos.
Wir kommen an den imposanten lykischen Felsgräber vorbei. Das Wahrzeichen, das im 4. Jahrhundert vor Christus in den Fels gehauen wurde, thront einsam über dem Fluss.
Wellness, die nach faulen Eiern riecht
Zum Schluss erreichen wir das Schwefelbad von Dalyan. Ein penetranter Geruch von faulen Eiern, der durch den Schwefel entsteht, liegt in der Luft. Nichtsdestotrotz reiben sich die Urlauber von Kopf bis Fuß mit dem grauen Heilschlamm ein. Schließlich soll die Masse gegen Rheuma und Gicht helfen.
Anschließend kann man ein heißes Bad im Thermalbecken nehmen. Oder vor dem Schwefelgeruch fliehen und ins kühle klare Meer hineinspringen: Denn das ist Wellness für die Seele, die südtürkische Ägäis einfach auf sich wirken zu lassen.
Hinweis
In die Türkei haben mich TUI und das Viverde Hotel Loryma eingeladen. Vielen Dank dafür!
Anja Beckmann
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