170 Nationalitäten leben in Hollands zweitgrößter Stadt. Klar, dass sich diese Vielfalt auch beim Essen zeigt. In Rotterdam aß ich niederländische Spezialitäten, probierte mich aber auch rund um die Welt.
Das Schöne am Rheinland? Holland ist ganz nah. Es war mein erster Besuch in Rotterdam. Ich hatte zwar schon viel vom “Manhattan an der Maas” gehört. Doch die ungewöhnliche Skyline beeindruckte mich ebenso wie der riesige Hafen und die vielen Schiffe – dazu lest ihr mehr in diesem Artikel.
Meine erster Tipp für Essen & Trinken – es folgen weitere:
Lof der Zoetheid
Das schmucke kleine Eckcafe heißt Lof der Zoetheid und zieht mich magisch an: Auch ich lobe Süßes gerne, wenn es gut schmeckt. :) Als Gast kann man draußen sitzen oder drinnen Platz nehmen. Mit unserer Gruppe setzen wir uns an einen Tisch in der Mitte des hellen Raumes.
Anastasia und ihre Mutter Elena – beide mit russischen Wurzeln – haben ihn mit viel Liebe zum Detail eingerichtet: Schmetterlinge an der Theke, Holzwörter an der Wand und hübsche Teller im eigenen schwarz-weißen Märchendesign vor uns.
Doch am allerschönsten sieht der Tisch beim Afternoon Tea aus. Im silbernen Samowar steht das heiße Wasser bereit, die Teemischungen wartet in kleinen Weckgläsern daneben auf den Aufguss. Der Tisch scheint sich zu biegen unter den vielen Köstlichkeiten: Brötchen, Quiche, Kuchen, Torten und Muffins schmiegen sich aneinander.
Ich komme mir vor wie ein Kind im Süßigkeitenladen: Probiere ich zuerst die Spinatquiche mit Minze, Scones mit Feigenmarmelade oder die üppige Schokoladentorte mit Himbeeren? Oder lasse ich mich von den ungewöhnlichen Schokoladensorten überraschen?
Wir entscheiden uns dafür, alles zu teilen. Jeder verkostet kleine Häppchen: Der Carrot Cake ist saftig, süß und gehaltvoll. Die Zitronen-Meringue-Tarte schmeckt angenehm säuerlich. Der Muffin hat ein sanftes Zitronenaroma, dazu passen die Sahnehaube und die Blaubeeren. Wir essen so lange, bis wir alle pappsatt sind.
Anastasia ist mit drei Jahren nach Holland gekommen, vorher hat sie in Moskau gelebt. “Ich bin ganz und gar Rotterdamerin”, sagt sie die gernte Grafikdesignerin stolz. “Sehr holländisch” sind ihr zufolge u. a. der Käse und Schinken, die sie verwendet.
Vor vier Jahren ist das Cafe als Familienprojekt aus einem Cateringangebot entstanden. Alles ist selbstgemacht, so auch die eigenen Teemischungen mit Rosen, Lavendel oder Orange. Die beiden Inhaberinnen verwenden lokale Zutaten und stellen die Leckereien nach eigene Rezepten her. Der Meringue-Tarte etwa ist ein echtes Gemeinschaftswerk: Anastasia macht den Boden, ihre Mutter die Füllung, die Tochter fügt die Baiser-Tupfen hinzu.
Einmal im Jahr fahren sie nach Paris, um einzukaufen und sich inspirieren zu lassen. “Ich mag die Aromen von Paris, kombiniert mit der handfesten Art der Rotterdamer. Das ist eine Hafenstadt. Das Essen soll frisch und hausgemacht, aber nicht verschnörkelt sein”, so Anastasia.
Die russischen Törtchenfeen haben viele Fans – sie kommen aus der Nachbarschaft oder sind Besucher der Stadt. Ihnen serviert das Dreamteam Frühstück, Mittagessen oder Nachmittagstee. Zauberhaft!
Lof der Zoetheid
Noordplein 1, Rotterdam
Donnerstag – Sonntag geöffnet von 10 bis 17 Uhr (donnerstags)/17.30 Uhr (an den anderen Tagen)
Noch ein Tipp für die Foodies unter euch: Vom 18. September bis 27. Oktober findet erstmals das World Food Festival statt. Die Besucher können die Rotterdamer Weltküche sehen, schmecken, erleben – vom Streetfood über Sterneküche bis hin zur Nahrung der Zukunft.
Hinweis
Nach Rotterdam eingeladen wurde ich von Rotterdam Marketing und vom Niederländischen Büro für Tourismus & Convention. Vielen Dank dafür! Meine Meinung bleibt davon unberührt.
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Anja Beckmann
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