Marrakesch (Marokko): 7 Highlights & 1 Warnung

Marrakesch in MarokkoDie bunten Farben der Mosaike und Souk-Märkte, die Flötenklänge der Schlangenbeschwörer und der Geschmack von Datteln und Minztee – das ist Marrakesch für mich. Ich hatte schon lange davon geträumt, die Stadt in Marokko einmal zu besuchen. Die Wirklichkeit war sogar noch besser als der Traum! Hier kommen meine 7 Highlights und 1 Warnung für Marrakesch.

Marrakesch - TürEs war mein erstes Mal Afrika und mein erstes Mal Orient. Marrakesch versüßte mir den Einstieg sehr, ich verbrachte drei schöne Tage in der 1 Million Einwohner-Stadt am Fuße des Atlasgebirges.

Reiseblogger Anja Beckmann in Marrakesch - MarokkoMit der Lufthansa flog ich in 3,5 Stunden von Frankfurt aus dorthin. Ende November erlebte ich in der „Roten Stadt“ (so genannt wegen der Terracottahäuser) über 20 Grad. Ein gutes Reiseziel also für den deutschen Winter – wenn es nicht gerade wie nach unserer Abreise zu Überschwemmungen kommt.

Meine 7 Highlights und 1 Warnung:

Marrakesch - Kutubiya Moschee1) Kutubiya Moschee
Sie ist der ideale Orientierungspunkt, wenn ihr die „Medina“ besucht. Das ist die Altstadt von Marrakesch, umgeben von einer Mauer. Das alles überragt der 77 Meter hohe Turm der Moschee, sie ist das Wahrzeichen der Stadt. Als Nicht-Muslime durften wir übrigens keine der Moscheen betreten.

Das erste Mal sah ich die Moschee nachts. Normalerweise erkunde ich Städte zuerst lieber tagsüber, um mich zu orientieren. Das fand ich in Marrakesch aber nicht besonders schwer (bis auf das Straßengewirr der Souks) und nachts ist die Altstadt besonders lebendig.

Marrakesch - Orangensaft2) Platz Djemaa el Fna
Der zentrale Marktplatz ist der „Platz der Gehenkten“. Hier findet ihr Stände mit Essen, Schlangenbeschwörer, Wahrsager, Musiker und Frauen, die anderen Frauen die Hände mit Henna bemalen. Ein großer Spaß: sehr voll, sehr laut und wie aus 1.001 Nacht.

Marrakesch - Djemaa el FnaAm besten geht ihr auf die Dachterrasse eines Cafés, z. B. des Cafés Glacier. Bei einem Glas frischgepresstem Orangensaft (ich habe nie besseren getrunken) könnt ihr euch einen ersten Überblick verschaffen.

Marrakesch - SchlangenbeschwörerDann rein ins Getümmel! Mich faszinierten die Schlangenbeschwörer mit ihren Kobras und anderen Schlangen. Ihre Flötenklänge hörte ich schon von weitem.

Marrakesch - Henna TattooSchöne Muster zauberte mir eine Frau auf dem Markt mit Henna auf die Handoberfläche. Im Hotel hatte man mir gesagt, das würde rund 100 Dirham kosten – also etwa 9 Euro. Ich schaffte es immerhin, sie von 440 auf 200 Dirham herunterzuhandeln. Das muss ich noch üben…

Marrakesch - Henna Tattoo 2Innerhalb von 10 Minuten malte sie mir mit der Hennapaste das Muster auf die Haut – ich hatte mir eins aus ihrem Musterbuch ausgesucht. Es sah schließlich ganz anders, aber trotzdem schön aus.

Dann musste ich die Paste 1 Stunde einwirken lassen. Anschließend abwaschen… Leider war das Muster nicht rötlich-braun wie auf den Beispielbildern, sondern eher orange. Das würde ich nicht nochmal wiederholen, denn das blieb rund eine Woche so und sorgte für irritierte Blicke zurück in Köln.

Marrakesch - LeuteWie die Menschen in Marrakesch sind? Ich habe viele als freundlich und offen erlebt. Nur die Händler gingen mir manchmal auf die Nerven, wenn sie zu aufdringlich waren.

Das war übrigens deutlich schlimmer, als ich mit einer anderen Bloggerin mal abends durch die Souks streifte. Mit den Guides, die Deutsch und Englisch sprachen (einer kostete 40 Euro für einen halben Tag), war das kein Problem.

Viele Einheimische können Englisch, sprechen aber vor allem das Marokkanische Arabisch, eine der Berbersprachen und Französisch.

Marrakesch - Souks - Gewürze3) Die Souks
Mein Lieblingsplatz in Marrakesch? Die Souks! In den verwinkelten Gassen beim Platz Djemaa el Fna findet ihr 8.000 Geschäfte mit Gewürzen, Kleidung, Schuhen, Lampen, Keramik, Silberwaren oder Chamäleons (werden in Marokko als Haustiere gehalten). Ein Shoppingparadies, Handeln ist Pflicht!

Marrakesch - SouksIch mag sonst das Space Age Design der Sixties – reduziert, mit klaren Farben und Linien. Aber auf einmal wollte ich unbedingt eine verschnörkelte Lampe, das bunte Geschirr und einen goldbestickten Kaftan mit passenden Schuhen haben. Das orientalische Flair hatte mich gepackt…

Warnung
Ich habe selten eine Stadt erlebt, die so viele fantastische Fotomotive bot. Allein die viele Mosaike, die Waren auf den Souk-Märkten, Dromedare oder die Einheimischen mit ihren traditionellen Djellaba-Kutten.

Aber: Die Menschen erst fragen, dann fotografieren. Manche mögen gar nicht fotografiert werden oder möchten Geld dafür haben. Ich habe dann meist 10 Dirham gegeben.

Vorher fragen ist auch wichtig, weil sonst Mondpreise aufgerufen werden. Eine Mitreisende hatte ruckzuck eine Schlange um den Hals hängen, der Schlangenbeschwörer machte ein Foto von ihr und wollte dafür 200 Dirham haben. Es folgten lange Diskussionen, sie bezahlte schließlich nur einen Bruchteil.

Marrakesch - Riad4) Riads
Das sind die traditionellen Häuser und Paläste in Marokko. Sie haben einen Innenhof mit Garten, einige besitzen sogar einen Pool und viele sind mit bunten Mosaiken geschmückt.

Marrakesch in Marokko - RiadZahlreiche Riads sind jetzt Hotels. Ich schaute mir in den Souks einige schöne Exemplare an. Bei meinem nächsten Besuch möchte ich unbedingt in einem von ihnen übernachten – mitten drin im Trubel und doch so ruhig und schön.

Marrakesch - Jardin Majorelle5) Jardin Majorelle
Marrakesch ist die Stadt der Gärten, die ersten sind vor über 1.000 Jahren entstanden. 75 Gärten gab es hier ursprünglich, jetzt sind es immerhin noch 20. Wir besuchten einige – samt Wasserbecken, Palmen und Orangenbäumen.

Ich war bezaubert vom Jardin Majorelle, der dem inzwischen verstorbenen Modedesigner Yves Saint Laurent gehörte. Mit Pflanzen von fünf Kontinenten wurde hier ein Phantasiegarten erschaffen.

Marrakesch - Jardin Majorelle 2Dazwischen leuchtete das tiefe Blau des Haupthauses auf, gelbe Fenster oder hellblaue Blumenkübel. Die Atmosphäre war ruhig und entspannt – einfach schön! Mein zweitliebster Platz in Marrakesch.

Marrakesch - Dromedar6) Tiere
Am Menara Garten standen an einer Straßenecke 5 Dromedare. Sie werden auch „Arabische Kamele“ genannt und haben nur einen Höcker. Eins schien mich anzulachen…

Marrakesch - Saadier Gräber 2In Ecuador habe ich gerade erst viele Hunde gesehen. Marrakesch dagegen ist die Stadt der Katzen. Sie waren überall – schliefen auf Kartenautomaten, saßen auf Gräbern oder strichen durch Gärten und Restaurants. Unser Guide Mohammed erklärte: „Katzen sind Haustiere für uns. Hunde dagegen sind zum Bewachen da, sie dürfen nicht ins Haus.“

Marokko - Tajine Eintopf7) Essen & Trinken
„Wir Marokkaner essen gerne salzig-süß“, erzählte Mohammed. Sehr sympathisch, denn das liebe ich! Ich war ein großer Fan vom Tajine Eintopf mit Lamm, Pflaumen und Mandeln im Restaurant Oscar Progrés für 60 Dirham. Auch der bitter-zuckersüße Minztee ist mit Gebäck nicht schlecht.

Marrakesch - OlivenDie Oliven waren groß und saftig, ebenso wie die Datteln. Ich kaufte auch Gebäck, das kunterbunt war und nach Marzipan, Datteln oder Pistazien schmeckte.

Der erste Eindruck von Marokko hat mich auf den Geschmack gebracht. Ich möchte wiederkommen!

Marrakesch in Marokko - Menara GartenWelche Tipps habt ihr noch für Marrakesch?

Zu der Reise haben mich Öger Tours (der Spezialist für Türkei- und Orientreisen) und das Marokkanische Fremdenverkehrsamt eingeladen. Vielen Dank dafür!

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Anja Beckmann

Gründerin & Reiseblogger bei Travel on Toast
Ein Jahr Weltreise war nicht genug, es zieht mich immer wieder in die Ferne - der Sonne entgegen. Ich habe dieses Blog 2012 gegründet, inzwischen habe ich über 50 Länder besucht und bin oft auf Reisen. Ich bringe euch hier zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps - damit eure Reise unvergesslich wird. Meine Themen: Fernreisen, Strandurlaub, Städtereisen, leckeres Essen, Wassersport, Yoga und Wellness sowie Luxus mit schönen Hotels.

Kommentare

  1. regina

    Seit wenigen Tagen bin ich nun wieder zurück in Deutschland mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck. 5 Tage waren es nun in Marokko, auch wenn es mir viel länger vorkommt. Die Tage waren lang und voller Programm und doch gab es auch Phasen der Entspannung und Stille. Gerne möchte ich euch erzählen, was ich so erlebt habe. Vor allem an meine dreitägige Wüstentour werde ich noch lange denken.
    Direkt nach Ankunft am Flughafen in Marrakesch wurden meine Mutter und ich von unserem Fahrer von Caravane de Reve abgeholt worden. Witzigerweise war unser „Guide“ bereits im gleichen Flieger wie wir, sodass wir uns schon vorher einmal gesehen haben.
    Jedenfalls ging es dann direkt los im Geländewagen Richtung Wüste. Auf dem Weg stoppten wir in Zagora, einer Stadt am Anfang der Wüste, um einen Café zu trinken und noch viel beeindruckender mitten irgendwo im Atlasgebirge. Dort gönnten wir uns eine Tajine mit tollen marokkanischen Oliven und Fladenbrot. Auf der Dachterrasse konnten wir den 360 Grad Blick bestaunen – und das ganz alleine, denn es war weit und breit kein anderer Gast.
    Dann ging es weiter stundenlang durch das Gebirge. Ab und an machten wir Pausen, um die Umgebung zu bestaunen. Die Landschaft wurde langsam karger, bis wir endlich mit einem platt gesessenen Hintern und spät am Abend im Wüstencamp ankamen.
    Wir waren die einzigen Gäste, sodass wir nach einem kraftbringenden Minztee auch für uns ein Abendessen serviert wurde. Anschließend war dann auch Schlafenszeit. Die Sterne strahlten so hell am Himmel, wie ich es zuvor noch nie erlebt habe. Auf unseren Wunsch wurden unsere Betten, nach einer Begegnung im Zelt mit einer riesigen weißen Spinne, nach draußen gezogen.
    Ich konnte jedoch kaum schlafen, weil ich die Augen nicht von dem beeindruckenden Geglitzer am Himmel lassen konnte. Im Sonnenaufgang am nächsten Morgen konnte ich die Weite der Wüste erst richtig genießen. So stieg ich, bevor meine Mutter und auch die „Nomaden“ wach waren auf die Dünen und beobachtete das Lichtspiel.
    Wenig später stoß meine Mutter hinzu und wir begaben uns zum Frühstück. Aus dem „Wohnzimmerzelt“ konnten wir bereits die Dromedare sehen, die auf uns warteten.
    Dann ging es schaukelnd los, durch das Sandmeer. Besonders schön fand ich, was wohl vor dem Fakt zu verdanken ist, dass bereits die Off-Season begonnen hatte, dass wir nur zu zweit waren. So störte keine große Gruppe die Stille.
    Angekommen in einer kleinen Wüstenstadt im Anschluss fuhren wir dann in die Wüste Erg Chegaga. Durch die holprige Steinwüste ging es zunächst bis zu einer Oase. Dort wurden wir wieder verköstigt.
    Dann, frisch gestärkt, kamen wir schließlich bei den riesigen Sandbergen an. Es war heiß und ich kam mir plötzlich sehr klein vor. Vor allem meine Mutter war beeindruckt und wollte gar nicht mehr wegfahren. Nachdem sie sich aber doch losreißen konnte, ging es zurück zum Camp und die letzte Nacht in der Wüste startete, diesmal jedoch wegen der doch kühleren Temperaturen im Zelt. Der nächste Morgen verging sehr schnell und schon begaben wir uns auf den Rückweg. Wieder ging es 10 Stunden bergauf und bergab. Mittlerweile freute ich mich dann schon auf das Gegenteil der stillen Wüste, die hektische Stadt Marrakesch. Dort verbrachten wir dann noch die letzten 1,5 Tage, bummelten durch die Souks, besuchten die ehemalige Koranschule, den Majorelle Garten und eine Afrika Ausstellung. Am liebsten saß ich jedoch mit einem Minztee am Rande des Geschehens und beobachtete das Treiben.
    Insgesamt würde ich Rückblick sagen, es war die perfekte Mischung aus Stille und Trubel und auch nur durch diese Mischung habe ich das Gefühl, die marokkanische Lebensart wirklich ein wenig kennen gelernt zu haben, statt nur davon zu hören oder zu lesen.

    • Hallo Regina,

      vielen Dank für deine ausführliche Schilderung! Das klingt nach einem tollen Erlebnis.

      Mich hat Marokko auch sehr beeindruckt und ich möchte das Land unbedingt noch mal besuchen.

      Liebe Grüße
      Anja

  2. Maggie

    Hallo Anja,
    wir dachten vielleicht liest ja jemand der/die jetzt auch wie wir nach Marrokko reist und hat Lust mit uns eine geführte Wüstentour zu teilen. Wir sind zunächst zu zweit und es wäre schön, wenn uns noch mehr Leute begleiten. Die Tour geht vom 9.11.-14.11. von Zagora bis Zagora. Wir übernachten in den Bergen bei Nomaden, haben einen Führer und einen Kameltreiber dabei. Auch ein Reitkamel wäre verfügbar. Bitte meldet Euch doch unter maggie.schinner@gmx.de. Wir freuen uns.
    We´ll go to Morrocco to walk 6 days through the desert. Who wants to join us from 9th to 14th November from Zagora to Zagora, Morrocco? Please share this with your friends if you want. Looking forward to this exciting little walk out there. Maggie

  3. kostas

    Hallo Frau Beckmann,

    danke für drn tollen Bericht! Ich habe meinen Eltern (beide 65)eine Reise nach Marrakesh geschenkt(November) und wollte mal fragen ob sie dort mit Deutsch weiterkommen werden, den sie sprechen leider kein Englich oder ob sie mit Problemen rechnen müssen und wie es mit dem Transport in der Stadt aussieht.(ist taxi wirklich am besten?)

    Vielen Dank und noch einen schönen Tag.

    Gruß

    Kostas

    • Hallo Kostas,

      deinen Eltern wird Marrakesch sicher genauso gut gefallen wir mir! Im (nicht deutschsprachigen) Ausland spreche ich immer Englisch, deshalb habe ich es erst gar nicht auf Deutsch versucht.

      In der Stadt bin ich viel herumgelaufen, das ging ohne Probleme – ebenso wie das Taxifahren.

      Viele Grüße
      Anja

  4. Lena Waldbacher

    Der Zufall führte uns auf Deine Webseite. Diese gefällt uns sehr gut 🙂 Danke für die tollen Eindrücke -Toller Bericht, super Bilder!-. Marokko hat so einen Zauber, dass man irgendwie immer wieder hin muss..

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