Priority Pass: Wie du weltweit in Flughafenlounges kommst

Priority Pass: Wie du weltweit in Flughafenlounges kommst

Rund vier Monate pro Jahr reise ich, da sind Flughäfen mein zweites Zuhause. In den Airport Lounges finde ich bequeme Sessel, Strom zum Aufladen meiner Geräte, Wifi, Snacks und Getränke. Wie ich dort hinein gelange? Mit dem Priority Pass habe ich Zugang zu über 1.000 Lounges in mehr als 500 Städten in 130 Ländern. Die Vor- und Nachteile des weltweit größten Flughafenlounge Programmes stelle ich dir in diesem Artikel vor.

Priority PassKosten Priority Pass

Du möchtest die Lounges nutzen, um dir die Wartezeit bis zum Abflug zu verkürzen? Und hast keine Zutrittsmöglichkeit über ein Business Class Ticket, deine Kreditkarte oder ein Vielfliegerprogramm? Dann lohnt sich ein Priority Pass, ihn gibt es seit 1992. Dadurch erhältst du Zugang zu bestimmten Business Class Lounges oder unabhängigen Lounges.

Drei verschiedene Mitgliedsarten stehen zur Verfügung:

  • Standard: Jahresgebühr 99 Euro, Gebühr pro Mitgliederbesuch 24 Euro
  • Standard Plus: Jahresgebühr 249 Euro, 10 Gratisbesuche, danach Gebühr pro Mitgliederbesuch 24 Euro
  • Prestige: Jahresgebühr 399 Euro, alle Mitgliederbesuche sind gratis

Bei einer Groupon Aktion habe ich 12 Euro bezahlt und dafür eine Vergünstigung erhalten: Für ein Jahr Priority Pass Standard Plus habe ich 196 Euro bezahlt. Macht also 208 Euro gesamt.

Berlin Airport Club LoungeZutritt zu Priority Pass Lounges

Alle Lounges eines Flughafens, die ich mit dem Priority Pass betreten kann, finde ich über die Website oder die App.

Bei der Auswahl helfen mir ein Foto der Lounge, Angaben zur Lage, zu den Öffnungszeiten und der Ausstattung. Dazu gehören Snacks (manchmal sogar ein größeres Buffet), Getränke (oft auch alkoholische) sowie Wifi, Zeitungen, TV etc.

In einigen Airport Lounges stehen sogar Konferenzräume, Betten, Duschen oder Spas zur Verfügung.

Am Empfang weise ich mich aus: Ich habe eine Mitgliederkarte aus Plastik sowie eine virtuelle Karte in meiner Apple Wallet. Ich unterschreibe den Beleg und darf die Lounge betreten. Reservieren muss ich vorher nichts.

Berlin Airport Club LoungeErfahrungen aus Berlin-Tegel, Manchester & Miami

Am Anfang fragte ich mich, ob es sich lohnt. Nach dem ersten halben Jahr habe ich mehr als die Hälfte meiner Besuche verbraucht – passt also!

Viermal war ich allein in der Berlin Airport Club Lounge in Tegel. Denn in Berlin gebe ich häufig Social Media Seminare.

Warst du schon mal am Flughafen Tegel? Ich mag ihn, weil er wie der Kölner Airport relativ klein und übersichtlich ist, durch die Sicherheitskontrolle bin ich immer schnell. Doch leider ist er oft auch sehr voll und das Angebot an Essensmöglichkeiten ist überschaubar.

Die Berlin Airport Club Lounge im 1. Obergeschoss von Terminal A (vor dem Sicherheitscheck) bietet rund 35 Sitzplätze – auf bequemen Ledersofas, Sesseln und Stühlen samt Tischen. Da vor allem Geschäftsleute in der Lounge sind, gibt es auch drei Arbeitsplätze. Ich lade hier meine Geräte auf und nutze das kostenlose Wifi.

In einigen Flughafenlounges, in denen ich schon war, standen Sandwiches, Salate oder Suppen bereit.

In Tegel begrenzt es sich auf Kleinigkeiten, mit zu viel Hunger solltest du also nicht hierhin kommen: An herzhaften Snacks gibt es Blätterteigstangen, Chips, Salzbretzeln und Bifis. An Süßem Gummibärchen, Schokolade, Minikuchen, manchmal Donuts sowie Kekse.

Herunterspülen kannst du die Snacks mit nichtalkoholischen Kaltgetränken oder Kaffee. Auch Sekt, Weißwein und Bier stehen in den Kühlvitrinen bereit.

Was mir am besten gefällt: Inmitten des vollen, lauten Flughafens finde ich hier immer einen Ruheort. Meist verbringe ich zwei Stunden hier.

Aspire Lounge im Manchester AirportSuper war die Aspire Lounge im Manchester Airport – groß, modern eingerichtet, mit sehr guten Scones und leckerem Weißwein.

Miami International Airport hat uns eher enttäuscht: Die Club America Lounge war klein und relativ ungemütlich.

Priority Pass Mitgliedschaft: Vorteile

  1. Zugang zu vielen Lounges
    Über 1.000 Flughafenlounges kannst du mit dem Priority Pass besuchen. In Berlin-Tegel ist es nur eine Lounge, in größeren Airports stehen mehrere zur Auswahl.
  2. Bequemes Sitzen
    Oft möchte ich mich einfach nur in Ruhe niederlassen und entspannen – das klappt hier.
  3. Wifi
    Den Wifi Code erhältst du meist am Eingang. Alle Netze habe ich bisher als relativ schnell und stabil erlebt.
  4. Snacks & Getränke
    In der App kannst du nachschauen, was die jeweilige Lounge alles bietet. Alkoholische Getränke etwa sind häufig dabei.
  5. Extras in den Lounges
    Du möchtest duschen? Oder eine Runde schlafen? Das ist in einigen Airport Lounges möglich.

Priority Pass Mitgliedschaft: Nachteile

  1. Manche Lounges nicht erreichbar
    Je nachdem, von welchem Gate du losfliegst, passt der Standort der Lounge nicht. Sie befinden sich vor oder nach der Sicherheitskontrolle. Oft wird auch einfach die Zeit zu knapp: Falls ich Gepäck einchecke, öffnet der Check-In für Langstreckenflüge zwei bis drei Stunden vorher. Bis ich dann durch die Sicherheitskontrolle bin, bleibt mir nicht mehr viel Zeit in der Lounge, wenn eine Stunde vor Abflug das Boarding beginnt.
  2. Schwächen der App
    Ich finde es schade, dass die App nur ein Foto der Lounge zeigt (weitere kannst du herunterladen) und eine kurze Beschreibung. Es gibt keine Bewertungen und keine detaillierte Erläuterung zu Essen und Getränken. Deshalb ist jede Lounge ein wenig wie ein Überraschungsei. Besonders schöne Lounges werde ich dir deshalb in Zukunft vorstellen.
  3. Karte ist nicht übertragbar und Gäste müssen extra zahlen
    Die Priority Pass Mitgliedskarte ist nicht übertragbar, der Name auf der Karte wird mit dem Ticket abgeglichen. Auch kann ich nicht meinen Freund mit auf meine Karte nehmen, so dass zwei Besuche vermerkt werden. Stattdessen muss er 24 Euro bezahlen, die von meiner Kreditkarte abgebucht werden. Eine andere Möglichkeit, falls er ebenfalls Vielflieger wäre: Es gibt die Standard-Partnermitgliedschaft zum halben Preis.

Mein Fazit

Meinen Vertrag werde ich um ein weiteres Jahr verlängern. Für mich lohnen sich die Flughafenlounges, um mich vom Getümmel zurückzuziehen und zu entspannen. Oft kann ich dort auch in Ruhe arbeiten. Perfekt!

Nutzt du auch den Priority Pass? Und welche Airport Lounge muss ich unbedingt mal sehen?

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Hinweis: Die Karte nutze ich privat, es gibt keine Kooperation mit Priority Pass. Alle Empfehlungen basieren auf meinen ganz persönlichen Vorlieben und kommen von Herzen.

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Anja Beckmann

Gründerin & Reiseblogger bei Travel on Toast
Ein Jahr Weltreise war nicht genug. Es zieht mich immer wieder in die Ferne - zu Traumstränden, lebendigen Städten, Roadtrips und leckerem Essen. 2012 habe ich Travel on Toast gegründet, heute unter den Top 10 der deutschsprachigen Reiseblogs. Als hauptberuflicher Reiseblogger bin ich rund vier Monate pro Jahr unterwegs, 55 Länder habe ich bisher gesehen. Ich bringe euch hier zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps - damit eure Reise unvergesslich wird!

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4 Kommentare

  • Antworten
    Markus
    23. Juli 2017 um 20:25

    Hi Anja,

    das ist ja eine spannende Geschichte. Wusste gar nicht, dass es so eine „universelle“ Karte gibt.

    LG Markus

    • Antworten
      Anja Beckmann
      25. Juli 2017 um 12:39

      Ja, und sie ist wirklich zu empfehlen! Gerne erzähle ich dir beim Reisebloggertreffen in Hannover mehr.

      LG, Anja

  • Antworten
    Claudia B
    16. Juli 2017 um 10:45

    Liebe Anja, guter Bericht! Ich finde, die App hat wirklich noch sehr viel Entwicklungspotenzial. Mindestens den Service „Take me there“ sollte sie bieten. Bis man nämlich manchmal die (richtige) Lounge gefunden hat, kann viel Zeit vergehen. Und je nachdem ob man 1. Klasse oder Holzklasse fliegt, sind auch nicht alle Lounges mit PP zugänglich.

    • Antworten
      Anja Beckmann
      16. Juli 2017 um 12:09

      Liebe Claudia,

      vielen Dank! Das stimmt: Die mit PP nutzbaren Lounges findet man zwar über die App, aber den Weg dorthin manchmal nur schwer.

      Liebe Grüße
      Anja

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