Slawen- und Wikingerdorf Wollin (Polen) – Ausflug ab Kolberg

Slawen- und Wikingerdorf Wollin Polen

(Enthält Werbung) Ins frühe Mittelalter tauchten wir ein im Slawen- und Wikingerdorf Wollin (polnisch: Wolin). Bei der polnischen Ostseeinsel Wollin findet einmal jährlich ein großes Wikinger Festival statt. Außerdem könnt ihr von April bis Oktober das Freilichtmuseum besuchen: an Workshops teilnehmen, Rüstungen und Bogenschießen ausprobieren, typisches Essen kosten und künftig auch übernachten. Hier kommen meine besten Tipps und Bilder zum Museumsdorf.

Urlaub an der polnischen Ostsee mit Ausflügen

Zwei Wochen verbrachten wir im beliebten Ostseebad Kolberg (Kolobrzeg). Hier findet ihr meine Kolberg Tipps.

So hatten wir viel Zeit für die schönen Strände und die Natur, aber auch für Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten. In diesem Artikel findet ihr noch drei weitere interessante Ausflugsziele ab Kolberg.

Auf dem Hinweg legten wir einen Stopp in der Hafenstadt Stettin (Szczecin) ein. Von Stettin oder Kolberg aus erreicht ihr Wollin gut mit dem Auto.

Besuch beim Slawen- und Wikingerdorf Wollin

Slawen und Wikinger Freilichtmuseum Wollin Wolin PolenWollin ist die größte Insel Polens. Mit unserem Hund Buddy fuhren wir im Auto zur Slawen- und Wikingersiedlung. Sie liegt bei der Stadt Wollin, auf der Plage-Insel an der Dievenow. Vom Runenstein für die Fürstin Swietoslawa konnten wir über das Wasser hinweg die Stadt liegen sehen.

Bogenschießen im WikingerzentrumEine Gruppe von Einheimischen hat 1993 erst das Festival mitbegründet. Der Verein Centrum Słowian i Wikingów Wolin Jomsborg Vineta entstand 2001. Er eröffnete das Freilichtmuseum 2008.

Ein kurzer Einblick in die Geschichte: Um 700 nach Christus ließen sich auf der Insel Slawen nieder und gründeten Dörfer.

Um 1.000 unternahmen Wikinger immer wieder Kriegszüge gegen die Insel. Außerdem gründeten sie hier Handelsniederlassungen, die sie mit Burgen schützten.

Bei der heutigen Stadt Wollin gab es früher einen Knotenpunkt für den Handel. Etwa mit Bernstein, Salz oder Stoffen. In der Blütezeit im Mittelalter lebten hier bis zu 11.000 Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Großes Wikingerfestival im Sommer

Highlight ist einmal im Jahr das Wikingerfestival am ersten Augustwochenende. Dazu kommen sonst bis zu 3.000 Besucher aus 30 Ländern, etwa aus den USA oder Chile.

Dann ist Musik aus dem Mittelalter zu hören, es gibt Theateraufführungen, Drachenbootrennen oder Ritterturniere.

Leider wird das Wikinger Treffen 2020 wegen Corona nicht stattfinden.

Eintauchen ins Mittelalter im Museumsdorf

Wikingerpark Wollin Polen PferdWir waren Ende Juni 2020 im Slawen- und Wikingerdorf Wollin. Unser Auto parkten wir auf dem großen, kostenlosen Parkplatz.

Bevor wir zum Freilichtmuseum gingen, schauten wir uns den Fluss mit viel Klatschmohn an den Ufern an. Gerade entstehen dort Unterkünfte für Besucher, die hier bald übernachten können.

Mit Hund an der Leine liefen wir bis zu einem Tor in dem Wall, der das Dorf umfasst. Dort beäugte uns neugierig ein Pferd, das frei herumlief. Genauso wie einige Katzen.

Erlebnisbesichtigung in der Slawen- und Wikingerstadt

Agnieszka Gawron-Klosowska und Tomasz Wojtczak im Wikingerdorf WollinPrompt war es, als wären wir im Mittelalter gelandet: schmale Pfade führten zu den Holzhütten, die Mitarbeiter trugen historische Trachten und ein köstlicher Duft verbreitete sich aus dem Steinofen.

Wir trafen hier Agnieszka Gawron-Klosowska und Tomasz Wojtczak vom Organisationsteam. Tomasz erklärte uns auf Deutsch, Agnieszka auf Englisch alles zur Anlage.

Das Freilichtmuseum umfasst 27 Hütten, vier Tore, den Wall und einen Hafen mit Anleger.

Grundlage waren archäologische Funde, nach denen die slawischen Häuser aus dem 9. und 10. Jahrhundert in Originalgröße rekonstruiert wurden. Jede Hütte war anders eingerichtet, so wie sie vor 1.000 Jahren ausgesehen haben könnten.

Mittelalterliche KleidungIn den Hütten konnten wir etwa Kettenhemden, Geschirr oder Töpfe bewundern. Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch an die Tische setzen oder sogar in die Betten legen.

Kunsthandwerk im WikingermuseumEinige Hütten dienten Handwerkern, z. B. gab es eine mit Musikinstrumenten. Vor den Hütten waren umzäunte Gärten zu sehen.

In dem Dorf übernachten etwa Schauspieler von Zeit zu Zeit. So wurden hier schon Filme und Musikvideos gedreht. Gefilmt wurde etwa für National Geographics „Secrets of the Viking Sword” und die Wikinger-Serie “The Warriors” des History Channels. Ein Videoclip entstand zu Donatans Lied „Słowiańska krew”.

Workshops in mittelalterlicher Handwerkskunst

Handwerker im Wikingerdorf WollinIm Wikingerdorf Wollin könnt ihr nicht nur theoretisch etwas über die Geschichte lernen. Ihr könnt das Gelernte auch praktisch umsetzen.

Workshops im Wikingerdorf WollinDer Schmuckmacher zeigte mir seine Werkstatt und wie er Armreifen fertigt oder Ringe gießt. Hübsch verzierte Schmuckstücke hingen aus, die Besucher kaufen konnten.

Wenn ihr euch vorab angemeldet habt, dann unterrichten euch Handwerker in mittelalterlicher Handwerkskunst. Wie wäre es mit einem Workshop in Töpfern, Filzen oder Schreiben mit einer Gänsefeder?

Rüstungen, Bogenschießen und historisches Essen

Rüstungen im WikingerdorfIch probierte eine der Rüstungen an, die bereitlagen. Allein der Helm war sehr schwer, auch Schild und Schwert wogen einiges. Wie konnten die Kämpfer sich damit fortbewegen? Für ein Fotomotiv hielt ich durch, danach legte ich die Sachen schnell wieder ab.

Leichter fiel mir das Bogenschießen, in dem ihr euch hier versuchen könnt. Agnieszka zeigte mir, wie ich den Pfeil einlegte, die Schnur spannte und zielte. Nach mehreren Versuchen traf ich sogar das Ziel. Hurra!

Am Wasser kamen wir zum Nachbau des Slawenschiffs „Eagle Jumna“, der vor zehn Jahren erstellt wurde. Das Schiff ist zwölf Meter lang und ist z. B. schon nach Schweden gesegelt. Dafür brauchte es 22 Stunden.

Essen im WikingerdorfWir bekamen Hunger und gingen zum Essensstand. Dort erhaltet ihr historische Speisen und Getränke. Carsten verspeiste einen Heringsburger. Als Veganerin aß ich ein warmes Fladenbrot mit Marmelade.

Mein Fazit

Das Slawen- und Wikingerdorf Wollin lohnt sich für alle Geschichts- und Wikingerfans. Ich mochte es sehr, in die Zeit vor 1.000 Jahren einzutauchen. Unser Rundgang mit Führung, Anlegen der Rüstung, Bogenschießen und Essen dauerte etwa zwei Stunden.

Am besten überlegt ihr euch vorher, ob ihr dort z. B. einen Workshop besuchen oder ein Mittagessen zu euch nehmen wollt. Gerade als Gruppe ist die vorherige Anmeldung wichtig.

Adresse, Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Slawen- und Wikingerzentrum
Reclaw 37, Wollin

Von Anfang April bis Ende Oktober geöffnet
April bis Juni und September/Oktober: 10 bis 16 Uhr
Juli/August: 10 bis 18 Uhr

Kinder bis 5 Jahre: kostenlos
Erwachsene: 11 Złoty
Ermäßigter Eintritt: 9 Złoty (Kinder, Jugendliche, Studenten, Rentner)
Gruppenkarte für bis zu 10 Personen: Erwachsene 9 Złoty, ermäßigter Eintritt 7 Złoty

Website: Centrum Słowian i Wikingów Wolin Jomsborg Vineta

Möchtet ihr auch mal zum Slawen- und Wikingerzentrum Wollin?

Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem Polnischen Fremdenverkehrsamt entstanden. Unter www.polen.travel findet ihr viele weitere Informationen über Reisen nach Polen.

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Anja Beckmann

Blogger bei Travel on Toast
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2 Kommentare

  • Antworten
    Sarah
    28. August 2020 um 17:34

    Das klingt ja super interessant, besonders für so einen riesigen Geschichtsnerd wie mich! ;) Das kommt auf jeden Fall auf meine Reiseliste. Ich hoffe, dass das Festival bald wieder stattfinden kann. Das hört sich nämlich super spannend an. Hier in Deutschland kenne ich eigentlich nur die klassischen Mittelaltermärkte. Drachenbootrennen sind da aber leider nie dabei.

    • Antworten
      Anja Beckmann
      28. August 2020 um 17:42

      Hallo Sarah,

      klasse, dass dir mein Artikel gefallen hat!

      Liebe Grüße
      Anja

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