27 Dinge, die ich in 6 Jahren als Reiseblogger gelernt habe

Reiseblog Weltreise - Reisebloggerin Anja in Bolivien

Als ich 2012 auf den „Veröffentlichen“-Button für meinen ersten Artikel drückte, war ich aufgeregt. Würde überhaupt jemand meine Beiträge lesen? An Kooperationen, Geld verdienen und TV-Auftritte habe ich damals noch nicht gedacht. Im Artikel verrate ich euch, welche 27 Dinge ich seither als Reiseblogger gelernt habe und ob es ein Erfolgsrezept gibt.

Reiseblogger Anja Beckmann in Neuseeland1 Jahr Weltreise als Basis

Geschätzt 10.000 Fotos und unzählige Erlebnisse. Das war der Grundstock, der aus 1 Jahr Weltreise entstanden ist. Schon damals bloggte ich, allerdings nur für Familie und Freunde. Und auf Blogger.com, Travel on Toast startete ich später mit WordPress.org.

Die Anfänge 2012: Blog & Bloggerszene

Damals gab es bei weitem noch nicht so viele Reiseblogs wie heute. Die Reiseblogger Szene war überschaubar.

Die Nischen bildeten sich erst allmählich heraus. Also der Fokus auf bestimmte Länder, Themen wie Food oder Soloreisen, Reisen mit Kindern oder Urlaub mit Hund.

Im März 2013 besuchte ich zum ersten Mal die weltweit größte Reisemesse ITB Berlin und traf andere Reiseblogger – ein fantastisches Gefühl!

Und ich weiß noch, wie begeistert ich war, als ich wenig später meine erste Einladung zu einer Gruppenbloggerreise erhielt. Es ging nach Spanien.

Was Bloggerreisen sind? Wie Journalisten werden reichweitenstarke und/oder thematisch passende Blogger und Influencer zu Reisen eingeladen – ob von Urlaubszielen, Reiseveranstaltern, Airlines oder Hotels. Am Anfang habe ich sie gerne mitgemacht.

Inzwischen weiß ich jedoch: Während der Reise arbeite ich und danach auch noch, ohne Honorar. Bei Fernreisen sind das gerne mal zwei Wochen Verdienstausfall, denn meist ist der Zeitplan so straff und ich muss auf Social Media posten, dass für nichts anderes Zeit bleibt. Außerdem reise ich dann natürlich ohne Freund und Hund. Mit Urlaub hat das also nicht viel zu tun.

Schon vor der Bloggründung hatte ich mich als Social Media Beraterin bzw. Blogger Relations Beraterin selbstständig gemacht. Die Reisen konnte ich gut neben meinen Kundenprojekten und Seminaren durchführen.

Reiseblogger Anja Beckmann in FloridaReiseblogger heute

Fast forward… Inzwischen gibt es geschätzt 3.000 Reiseblogs im deutschsprachigen Raum.

Dazu Fashion-, Familien- oder Foodblogger, die auch über Reisen schreiben. Weiterhin Influencer mit reichweitenstarken Instagram- oder YouTube-Kanälen.

Meine Lieblinge verrate ich euch in diesem Artikel: Reiseblogs – die 50 besten Reiseblogger.

Viel mehr Konkurrenz, aber auch viel mehr Möglichkeiten als früher gibt es heute. Seien es gesponserte Blogbeiträge (Advertorials), bezahlte Bloggerreisen oder das Schreiben gegen Honorar für Destinations- und Unternehmensblogs.

So kann ich Reisen und Arbeiten verbinden. Kennt ihr dazu schon meine Checkliste Ortsunabhängig arbeiten?

1) Jeder hat sein eigenes Erfolgsrezept

„Was ist dein Erfolgsrezept?“, fragte mich ein Teilnehmer bei meinem Vortrag auf einem Reisebloggertreffen. Das wäre die Chance gewesen, ein E-Book auf den Markt zu bringen.

Aber ernsthaft: Erfolg definiert sich für jeden anders. Mir ist Freiheit am wichtigsten, gepaart mit stabilen Beziehungen.

Dazu habe ich diesen Artikel geschrieben: Reisen, Freund & Hund – kann ich alles haben? Hier findet ihr übrigens mein Fazit: Leben & Reisen – was sich mit Hund ändert.

Als Selbstständige kann ich frei entscheiden, wann ich wo für wen arbeite und wohin ich reise.

Mein langjähriger Freund Carsten und unser Hund Buddy stehen an erster Stelle, auch sind mir Familie und Freunde wichtig. Deshalb verbringe ich rund 4 Monate im Jahr auf Reisen und den Rest der Zeit zu Hause in Mönchengladbach bei Düsseldorf. Dort arbeite ich im Homeoffice.

Mit dem Reisen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. In Reiseblog und Social Media Kanäle habe ich schon viel Herzblut, Zeit und Geld gesteckt. Wie viel? Das mag ich gar nicht nachrechnen.

Viele Kenntnisse brachte ich schon mit:

  • als ehemalige Journalistin das Texten und Fotografieren
  • als ehemalige PR-Beraterin und Pressesprecherin das Wissen um Vermarktungsmöglichkeiten und ein großes Netzwerk
  • als freie Social Media Beraterin Ahnung von den Plattformen

2) Ständige Weiterentwicklung ist nötig

„Die einzige Konstante ist die Veränderung“, das ist mein Lieblingszitat. Als Reiseblogger entwickele ich mich ständig weiter, z. B. indem ich andere Blogs lese, zu Seminaren und Konferenzen gehe.

Wenn ich mir meine ersten Artikel anschaue, waren sie sehr kurz. Und die Fotos? Na ja, da gab es noch Optimierungsmöglichkeiten… Auch manche Reiseziele oder Kooperationspartner passten nicht ganz zu mir. Ich musste meinen Weg erst finden.

Veränderungen im Privatleben schlagen sich natürlich auch im Reiseblog nieder. Bevor Buddy im Juni 2018 zu uns kam, habe ich viele Fernreisen allein gemacht. Jetzt überwiegen die Europareisen im Auto mit Mann und Hund.

Das Tolle: Ich habe mich als Reiseblogger noch nie gelangweilt. Es gibt ständig neue Entwicklungen, z. B. bei Social Media. Stressig? Manchmal! Aber mir macht es vor allem Spaß.

3) Langer Atem hilft

Trotzdem habe ich in den rund 6 Jahren des Reisebloggens ein paarmal überlegt, mein Blog nur noch als Hobby weiterzuführen.

Denn ich arbeite phasenweise deutlich mehr als vorher bei meinen Festanstellungen. Und es gibt so viele tolle Blogs, dass ich bei der starken Konkurrenz sehr happy bin, mittlerweile allein von Blog und Social Media leben zu können.

Inzwischen habe ich bis zu 130.000 Blogleser pro Monat und 75.000 über Social Media.

Bis das erste Geld durch mein Blog hereinkam, dauerte es ein paar Monate. Leben kann bzw. will ich erst seit 2018 vom Reisebloggen. Das Leben in Deutschland samt Miete, Essen und Versicherungen etc. ist teuer.

Bei Durststrecken und Motivationslöchern hilft mir der Dickschädel, den ich von meinem Opa geerbt habe. Tiefphasen sind nicht schön, aber es geht danach immer wieder bergauf. Also dranbleiben!

4) Blogger sind immer noch Exoten

Ich ernte meist großes Erstaunen, wenn ich von meinem Reiseblogger Job erzähle. Ob auf Partys, im Taxi oder beim Friseur.

Die häufigste Frage: „Und damit kann man Geld verdienen?“. Aber ja! Auch wenn es oft nicht ganz einfach ist.

Leider habe ich teilweise schon Neid oder Unverständnis erlebt. Wer nicht selber Blogger ist, weiß oft nicht, wie viel Arbeit hinter dem Job steckt. Da ist nicht viel mit in der Hängematte liegen und nebenbei ein wenig bloggen.

5) Jeder hat ein anderes Ziel als Reiseblogger

Einige verdienen mit dem Reisebloggen ihr Geld, müssen dafür eine gewisse Reichweite erzielen oder eine lohnenswerte Nische besetzen.

Die meisten bestreiten ihren Lebensunterhalt jedoch mit ihrem Hauptjob, bloggen als Hobby oder verdienen damit etwas dazu.

Manche Kooperationspartner verstehen nicht, dass Bloggerreisen ohne Honorar für mich nicht mehr interessant sind. Reisenbloggen ist inzwischen mein Vollzeitjob, nur damit verdiene ich mein Geld. Das ich wiederum in eigene Recherchereisen investiere, wie z. B. 2018 nach New York, Griechenland oder Antwerpen.

6) Reisebloggen ist Arbeit, viel Arbeit

„Bei dir sieht alles immer so mühelos aus“, meinte eine Teilnehmerin des Reisebloggertreffens zu mir. Als ich mich von meinem Lachanfall wieder erholt habe, wurde ich nachdenklich.

Vielleicht liegt es daran, dass so viel hinter den Kulissen passiert? Und dass die Bilder von mir an Stränden oder in fernen Städten oft einen falschen Eindruck vermitteln?

Nämlich, dass ich gerade Urlaub mache. Nicht, dass ich im Ausland arbeite. Denn das Reisen kann anstrengend werden, mal ganz abgesehen von Jetlag, Temperaturunterschieden und fremden Umgebungen.

Ich bin ja rund 4 Monate pro Jahr auf Reisen. Dann mache ich Fotos und Videos, recherchiere für die Blogbeiträge und poste auf Social Media.

Zu Hause wähle ich Bilder aus, bearbeite sie, schreibe den Artikel, verbreite ihn über Social Media und beantworte Kommentare.

Damit ist meine Arbeit aber noch nicht zu Ende. Ich beantworte Kooperationsanfragen, schreibe Angebote, verhandele Verträge und mache zusammen mit meinem Steuerberater die Buchführung.

Kontinuierlich muss ich schauen, dass meine Reiseblogger Ausrüstung aktuell bleibt. Immer wieder gibt es Anpassungen bei meinem Blog, in Zusammenarbeit mit einer kleinen Technikagentur in Köln. Auch für Weiterbildungen muss ich Zeit einplanen.

Arbeit würde mir erspart, wenn sich potenzielle Kooperationspartner vor der Kontaktaufnahme mein Impressum ansehen würden:

  • Ich möchte keine Pressemitteilungen erhalten. = Trotz DSGVO werde ich immer wieder ungefragt auf Verteiler gesetzt. Die Pressemitteilungen bringen mir nichts, ich erhalte Anregungen stattdessen z. B. über Instagram, Pinterest oder die Facebookseiten der Destinationen.
  • Keine unverlangten Produktzusendungen. = „Geschenke“ müsste ich versteuern, ich nehme prinzipiell keine an.
  • Kontaktaufnahme nur per Mail und nicht per Telefon. = Ich vereinbare gerne Telefontermine, möchte aber nicht telefonisch mit einem Kooperationsvorschlag überfallen werden, wenn ich gerade mitten auf einer Verkehrskreuzung oder in der Bank stehe.
  • Keine unpassenden Kooperationsvorschläge. = Als Blogger Relations Beraterin habe ich mir immer die Blogs vorab angeschaut und überlegt, wie die Destination oder das Produkt dazu passen könnten. Leider erhalte ich immer noch Einladungen zu Bloggerreisen ohne Honorar, zu Familienthemen oder zum Skifahren. Passt einfach nicht…

Im Homeoffice in Mönchengladbach arbeite ich 8 bis 14 Stunden pro Tag – auch gelegentlich am Wochenende. Dafür nehme ich mir die Freiheit und lege schon mal spontan einen arbeitsfreien Tag unter der Woche ein.

7) Ein professionelles Reiseblog kostet Geld

Wie war das: Wenn du Geld verdienen willst, musst du welches investieren.

Die Reisen machen den Hauptteil meiner Ausgaben aus.

Ich habe im Laufe der Zeit auch viel investiert in Markeneintragung, Logo, technischen Support, Steuerberater, Versicherungen, Kameras, Smartphone oder Notebook. Hier findet ihr meine Reiseblogger Ausrüstung.

Deshalb freue ich mich sehr, dass ich etwa über Kooperationspartner Geld verdiene. Damit decke ich meine Kosten und kann ich euch alle Inhalte kostenfrei zur Verfügung stellen.

8) Das Geld ist als Reiseblogger nicht leicht verdient

Gut leben in einer deutschen Großstadt können wohl nur die wenigsten vom Reisebloggen.

Wie ich meinen Lebensunterhalt und die Ausgaben decke?

  • Ich verdiene Geld über Werbung auf meinem Reiseblog und Social Media. Hier findet ihr Beispiele für Advertorials – ob zu Reiseziel, Hotel, ProduktenReiseversicherung oder Kreditkarte.
  • Auch nehme ich an Bloggerreisen gegen Honorar teil, ebenfalls klar als „Werbung“ gekennzeichnet. Ein Beispiel findet ihr hier.
  • Instagram Posts & Kampagnen: Ich biete gesponserte Posts an oder nehme an Instagramkampagnen teil, im Feed oder mit Instagram Stories. Immer dabei: die Werbekennzeichnung.
  • Außerdem erstelle ich Inhalte für Destinationen und Unternehmen (Content Creation). Das können etwa Blogbeiträge sein oder ich verkaufe Fotos.
  • Weiterhin setze ich Affiliate Links ein, ebenfalls gekennzeichnet. Bucht ihr etwa ein Hotelzimmer über einen dieser Links, bekomme ich eine kleine Provision. Für euch entstehen keine Zusatzkosten. Ein Beispiel findet ihr etwa hier: Hotels Bangkok – die besten (und bezahlbaren) 5 Sterne Hotels.
  • VG Wort nutze ich auch.

9) Reisen fürs Blog = kein Urlaub

Ich habe das Glück, jetzt häufig mit Carsten und Buddy verreisen zu können. Auch wenn mein Freund als Angestellter nur 30 Urlaubstage hat, so wie ich früher. Mit Freundinnen bin ich ebenfalls unterwegs, etwa nach Griechenland.

Urlaub ist es trotzdem nicht, denn wir haben einen Zeitplan. Vor der Reise recherchiere ich, was wir besuchen wollen, damit ich darüber berichten kann.

Carsten oder die Freundin machen dann auch schon mal Fotos von mir. Ist niemand dabei, muss ich Fremden die Kamera in die Hand drücken. Das klappt meist nicht so gut.

10) Die Selbstständigkeit hat Vor- und Nachteile

Als Reiseblogger macht mir das Reisen auch nach 55 Ländern immer noch sehr viel Spaß, ebenso wie das Schreiben und Fotografieren.

Und ich liebe die Freiheit, die die Selbstständigkeit mit sich bringt. Weckerklingeln? Kenne ich kaum mehr! Dafür kann ich mich relativ spontan (wenn Buddy mitspielt) mit anderen zum Kaffee oder Mittagessen verabreden. Und ich arbeite mit den Kooperationspartnern, die zu mir passen.

Dafür lebe ich mit schwankenden Auftragslagen, teils langen Arbeitstagen, Einsamkeitsmomenten im Homeoffice, der verhassten Buchführung und manchmal Ärger – wenn etwa mal wieder die Technik spinnt. Gut, dass Carsten Techniker ist, er unterstützt mich sehr. Nicht nur mit seinen Fähigkeiten, sondern vor allem emotional.

11) Reiseblog: Themen verändern sich

Ich schreibe über Städtereisen, Strandurlaub, Roadtrips, Winterreisen, Urlaub mit Hund und Food.

Heute reise ich am liebsten mit Carsten und Buddy. Damit haben die Fernreisen abgenommen. Europareiseziele, z. B. innerhalb von Deutschland, besuche ich bzw. wir jetzt deutlich mehr als früher.

Auch mein Reisestil hat sich weiterentwickelt: Vom Backpacker zu Weltreisezeiten bin ich nun bei bequemen, aber für Berufstätige bezahlbaren Reisen angekommen.

12) Blogname: unverwechselbar & flexibel

Ich bin auf Travel on Toast gekommen, weil ich über Reisen und Essen schreiben wollte. Der Blogname gab mir Raum für Entwicklungen.

Andere ärgern sich, weil sie mit einem Namen für ein Foodblog gestartet sind und heute lieber über Reisen schreiben. Begriffe wie „Backpacker“ legen einen auf ein Reisebudget fest, „Solo Traveller“ auf einen Beziehungsstatus.

Mit meinem Blognamen bin ich erstmal happy. Denn immer noch habe ich große Lust aufs Reisen, das wird sich so schnell nicht ändern.

13) Das Logo ist wichtig

Inzwischen habe ich das dritte Logo, es waren Weiterentwicklungen.

Jetzt ist nur noch mein Kopf mit den roten Haaren zu sehen, daran erkennen mich die meisten Leute. Stilfreund Roberto hat es gestaltet, den ich aus der Sixtiesszene kenne.

Ich liebe mein jetziges Logo. Denn es passt zu mir, ist schlicht und dennoch wiedererkennbar.

14) Fehler Nr. 1: Datum in Artikel-URLs

„Mistakes are proof that you are trying“ – das habe ich gerade erst gelesen. Stimmt!

Was auch immer mich geritten hat, beim Blogstart das Datum in die Artikel-URLs zu nehmen, das war ein Fehler. Denn so konnte ich einen Artikel nicht aktualisieren und auf ein neues Datum setzen, die URL hätte sich geändert. Nicht gut für Google…

Inzwischen habe ich das Datum aus den URLs herausgenommen. Bei technischen Fragen hole ich mir immer Unterstützung bei Bastamedia aus Köln, wie beim Relaunch meines Blogs.

15) WordPress + ich = Liebe

Ich habe schon mit einigen Content Management Systemen gearbeitet. Aber mit keinem kam ich so gut zurecht wie mit WordPress. Ich nutze ein selbstgehostetes Premium Theme.

16) Lightroom + ich = Liebe auf den 2. Blick

Ich habe Artikel dazu gelesen und YouTube Tutorials geschaut. Ich wurde nicht richtig schlau aus Lightroom.

Bis es mir ein Fotojournalist auf einer Frankreichpressereise zeigte. Ich werde ihm ewig dafür dankbar sein!

Danach habe ich noch einen Kurs bei Reisefotograf und Fototrainer Stefano Paterna in Köln besucht. Hier findet ihr sein Tutorial zur Lightroom Bildbearbeitung.

17) Fehler Nr. 2: Eine Spiegelreflexkamera kaufen

Nach einiger Recherche habe ich mich damals für die Canon 70D entschieden. Auch lag sie gut in der Hand.

Nach vielen Reisen damit empfinde ich sie nur noch als lästig. Sie ist mir einfach zu schwer. Und so groß, dass ich damit immer auffalle. Muss ja nicht sein…

Meine letzte Anschaffung war deshalb eine Systemkamera: die Olympus OM-D E-M10 Mark II (Affiliate Link*).

18) Das Smartphone als Kamera immer dabei

Ich liebe mein Apple iPhone 7 plus*. Es macht schöne Fotos und Videos, so lange es nicht zu dunkel oder das Motiv zu weit weg ist.

Es ist zwar recht groß. Aber es passt immer noch in die Handtasche und ist schnell gezückt.

19) Eigene Fotos verwenden

Für mein Reiseblog und Social Media setze ich eigene Fotos ein.

Ich nutze keine Stockbilder, sie sind mir zu unpersönlich. Auch PR-Bilder verwende ich nicht, da viele Blogger schon Ärger wegen der Bildrechte hatten.

20) Ein Bildarchiv hilft

Durch die Weltreise und inzwischen rund 6 Jahre Reisebloggen habe ich viele Bilder gesammelt.

Das macht es mir leicht, wenn ich einen ortsunabhängigen Artikel mit Fotos versehen möchte – wie diesen Beitrag.

Die ersten beiden Bilder stammen von meiner Weltreise, das dritte Foto von der Florida Rundreise 2017.

21) Gute Beitragshäufigkeit

Ich versuche sechs- bis achtmal pro Monat zu posten. Für jeden Artikel mit Fotos brauche ich ein bis zwei Tage.

Manchmal bin ich richtig im Flow. Dann geht es schneller. Persönliche Artikel wie dieser hier sind deutlich schneller fertig als Beiträge, für die ich erst noch recherchieren muss.

Die Artikel schreibe ich übrigens meist in der Notizfunktion meines Smartphones.

Einen Redaktionsplan in Excel habe ich geführt, als ich noch ein Autorenteam hatte. Inzwischen notiere ich mir nur noch Artikelideen in einer Liste.

22) Optimale Länge der Blogartikel

Die meisten meiner Artikel sind 1.000 bis 2.000 Wörter lang, mit 20 bis 30 Fotos. Dazwischen streue ich kürzere Beiträge zu „kleineren“ Themen. Also etwa statt zu Thailand zu einer Skybar in Bangkok.

23) Fehler Nr. 3: Mit Autoren arbeiten

Eine Zeitlang habe mit einem festen Autorenteam gearbeitet. Alles talentierte, schlaue und nette Menschen.

Trotz des Namens im Artikeleinstieg, Fotos des Autoren und Autorenbox dachten trotzdem viele, die Artikel seien von mir.

Auch brauchte ich viel Zeit zum Nachbearbeiten von Artikeln und Fotos. Deshalb arbeite ich seit Herbst 2016 wieder allein.

24) Sich vernetzen mit anderen Reisebloggern

Wenn du neu mit einem Blog startest, kann ich dir nur raten: Tausche dich mit anderen aus.

Denn man hat viele Themen gemeinsam, z. B. Suchmaschinenoptimierung, Fotobearbeitung oder Umgang mit Kooperationspartnern.

Kontakte kannst du knüpfen auf der Reisemesse ITB Berlin, bei Bloggertreffen oder du verabredest dich auf einen Kaffee mit Bloggern aus deiner Region.

Reisebloggerballungsgebiete sind Nordrhein-Westfalen und Berlin, dort gibt es besonders viele.

25) Verschiedene Trafficquellen fürs Reiseblog

Mein Traffic kommt vor allem über Google, da ist das Thema SEO (Suchmaschinenoptimierung) wichtig.

Bei Social Media ist insbesondere Pinterest hilfreich für mehr Traffic.

Von Instagram samt Stories lassen sich viele Menschen inspirieren. Für mich ist es deshalb in Hinblick auf bezahlte Kooperationen wichtig. Und es macht mir einfach Spaß!

Als ich mit meinem Reiseblog gestartet bin, hatte ich noch Zeit, Gastbeiträge für andere Blogs zu schreiben und an Roundups teilzunehmen. Dabei gibt es einen Artikel auf dem Gastblog zu einem festgelegten Thema, bei dem jeder Teilnehmer etwas beisteuert.

Außerdem habe ich schon viele Interviews für klassische Medien gegeben. Besonders aufregend waren die Liveauftritte im Fernsehen. An Traffic kommt dabei meist nicht so sehr viel herum, auch ist es nur kurzfristig.

26) Besser auf den Richtigen (Kooperationspartner) warten

In meinem Mailpostfach landen jeden Tag viele Anfragen. 95 Prozent lösche ich, weil sie nicht passen.

So nehme ich ja nicht mehr an unbezahlten Bloggerreisen teil, möchte nicht mit Produkten „bezahlt“ werden und schreibe auch nicht über Familienreisen. Auch kennzeichne ich Werbung und setze die Links auf Nofollow.

Langfristige Kooperationspartner wie die Targobank oder Dr-Walter sind unbezahlbar. Mit der Bank habe ich 14 Advertorials umgesetzt, mit der Versicherung gibt es eine Reihe von 3 Artikeln.

Mit den wenigen Kooperationspartnern, die passen, spreche ich dann die Konditionen ab. Teilweise gibt es auch Verträge. Bei neuen Partnern lasse ich mir den Betrag per Vorkasse zahlen. Zu oft bin ich schon offenen Rechnungen monatelang nachgejagt.

Übrigens habe ich bis vor einiger Zeit auch selbst Destinationen oder Unternehmen angesprochen: Ich schickte ihnen eine Mail, stellte mein Blog vor und sagte, was ich mir als Kooperation vorstellen könnte und was die Gegenseite davon hätte. Den Link zu den Mediadaten (Mediakit) fügte ich bei.

27) Ein Mediakit hilft bei Kooperationen

Heute arbeite ich als hauptberuflicher Reiseblogger, früher auch als Blogger Relations Berater. Deshalb weiß ich, wie hilfreich es ist, wenn ein Blogger das Mediakit mit den wichtigsten Daten öffentlich hat. Hier findet ihr mein Mediakit. Das spart die Anfrage und der andere kann direkt schauen, ob der Blogger passt.

Ansonsten kann ich dir nur sagen: Viel Vergnügen mit deinem Reiseblog! Mir hat es bisher schon rund 6 Jahre mit sehr viel Spaß, unvergesslichen Reisen und netten Kontakten gebracht.

Was habt ihr gelernt als Reiseblogger?

*Affiliate Links: Wenn du einem Link folgst und das Produkt kaufst bzw. buchst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis erhöht sich dadurch für dich nicht. Einnahmen wie diese helfen mir, mein Reiseblog und Social Media weiterhin kostenfrei für euch zu betreiben.

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Anja Beckmann

Reiseblogger bei Travel on Toast
Reisen ist meine große Leidenschaft, am liebsten bin ich mit meinem Freund Carsten und unserem Hund Buddy unterwegs. Ob nah oder fern, Städte, Strände, Roadtrips, Winterurlaub oder leckeres Essen - als hauptberufliche Reisebloggerin bringe ich euch hier im Blog zum Träumen, gebe praktische Hinweise und Geheimtipps. Über Instagram Stories nehme ich euch live mit.

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42 Kommentare

  • Antworten
    Sandra
    19. August 2017 um 00:46

    Hallo Anja.
    Toller Artikel! Wir sind auch noch „Greenhorns“ unter den Reisebloggern und gerade dabei, das eine oder andere ärgerliche Problemchen unseres Blogs zu lösen (zum Beispiel genau das mit dem Datum in der URL). Einige Deiner Tipps werden wir direkt umsetzen. Pinterest hatten wir bisher gar nicht auf dem Schirm. Danke für die Informationen!
    Viele Grüße
    Sandra

  • Antworten
    Kathi
    18. August 2017 um 14:11

    Liebe Anja,
    Das sind wirklich tolle Tipps, vielen Dank dafür! Ich werde sie mir auf jeden Fall einmal in aller Ruhe durchlesen und dann einen Plan für meinen Blog entwickeln :)
    LG Kathi

    • Antworten
      Anja Beckmann
      21. August 2017 um 14:48

      Liebe Kathi,

      super, dass dir mein Artikel gefällt! :)

      Liebe Grüße
      Anja

  • Antworten
    Thomas
    14. August 2017 um 11:22

    Hallo Anja,
    der Punkt mit den Daten in den URLs, beschäftigt und ärgert mich auch. Wie hast Du das denn gelöst? Da bleibt eigentlich nur in den sauren Apfel beißen und irgendwann einen Schnitt machen, oder? Ideal wäre ja, alle alten Artikel so zu lassen und die neuen URLs ohne Datum zu erstellen. Aber ob das technisch irgendwie möglich ist?
    Was die Kamera angeht, habe ich auch mal den Schritt von der Spiegelreflex weg zu einer kleinen Kompakten gemacht. Ich war auch das Schleppen leid, habe mich aber hinterher geärgert. Mittlerweile nehme ich doch wieder die Spiegelreflex fast überall hin mit. Der Qualitätsunterschied ist oft doch sehr groß.
    Liebe Grüße
    Thomas

    • Antworten
      Anja Beckmann
      15. August 2017 um 15:27

      Hallo Thomas,

      bei mir wurden alle URLs umgestellt und Bastamedia hat ein Redirect eingerichtet. Es gab keine Verluste bei den Besucherzahlen, sondern die Google Analytics Zahlen stiegen an.

      Hast du eine Kompakt- oder eine Systemkamera? Denn bei letzterer gibt es – soweit ich weiß – keine großartigen Qualitätsunterschiede mehr.

      Liebe Grüße
      Anja

      • Antworten
        Thomas
        16. August 2017 um 09:29

        Hallo Anja,
        vielleicht sollte ich auch mal drüber nachdenken das so umzustellen. Trotz redirect habe ich aber irgendwie Angst, einige Links zu vergessen…
        Ich habe eine Kompaktkamera. Über Systemkameras denke ich immer mal wieder nach. Allerdings entscheide ich mich doch immer wieder dagegen. Wechselobjektive müsste ich da auch mitnehmen und hätte entsprechend keinen großen Vorteil mehr.
        Liebe Grüße
        Thomas

        • Antworten
          Anja Beckmann
          16. August 2017 um 11:50

          Hallo Thomas,

          der Redirect ist eine Art Formel, die auf alle URLs verweist. Ein Vergessen gibt es da nicht, soweit ich weiß.

          Aber falls du dich da nicht auskennst, würde ich mal mit einem Experten sprechen. Ich lagere alles aus, was ich selbst nicht leisten kann – in diesem Fall an Bastamedia.

          Ich sehe schon einen Unterschied zwischen Spiegelreflexkamera und Systemkamera: Letztere ist leichter und viel weniger auffällig.

          Bei meiner 70D passiert es mir regelmäßig, dass Leute in weiter Ferne zu mir schauen oder mir sogar winken. Liegt vielleicht auch an meiner Größe von 1,80 Metern und roten Haaren. :)

          Deshalb lege ich mir wohl eine Systemkamera zu.

          Liebe Grüße
          Anja

  • Antworten
    Ina
    13. August 2017 um 19:49

    Hallo Anja,
    und da ist er schon :-) der Artikel der mir als Blogger Frischling noch gefehlt hat…. :-)
    SEO scheinst du perfekt zu beherrschen, denn du stehst ganz oben wenn man „Reiseblogs“ bei Google eingibt. Danke für den Tip mit Pinterest. Da hab ich mich bisher nicht ran getraut.
    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg
    Ina

    • Antworten
      Anja Beckmann
      13. August 2017 um 20:54

      Hallo Ina,

      wie schön, dass dir mein Artikel weiterhilft!

      Pinterest ist gar nicht so schwer. Schöne Pins kannst du etwa mit Canva gestalten.

      Liebe Grüße
      Anja

  • Antworten
    Alex
    13. August 2017 um 13:07

    Toll zusammengefasst! Ich könnte mir auch kaum vorstellen, mit einem Autorenteam zu arbeiten, weil mein Blog einfach etwas persönliches ist und das auch bleiben soll. Trotzdem wollte ich unbedingt mit meiner besten Freundin gemeinsam noch einen Reiseblog starten – nur während ich jetzt mein Wissen einsetzen kann, muss sie noch einiges lernen. Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt :)

    • Antworten
      Anja Beckmann
      13. August 2017 um 20:48

      Das klingt spannend, ich wünsche euch beiden viel Spaß und Erfolg!

      Liebe Grüße
      Anja

  • Antworten
    Andreas Kogler
    12. August 2017 um 18:25

    Hallo Anja,
    vielen Dank für den super interessanten Artikel. Ich blogge ja erst seit knapp einem halben Jahr, habe aber an vielen Stellen leise „genau“ gesagt! Hätte nie gedacht, dass bloggen richtige Arbeit sein kann! Leider konnte ich nicht nach Hannover kommen, um Dich und andere Blogger kennenzulernen, komme gerade aus Kuba zurück (übrigens mit meiner Systemkamera Olympus E-M10… :-) und arbeite jetzt an den Blogartikeln. Wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg als Reisebloggerin. Liebe Grüße, Andreas

    • Antworten
      Anja Beckmann
      13. August 2017 um 11:07

      Hallo Andreas,

      schade, dass du nicht beim Reiseblogger Treffen dabei sein konntest. Ich fand es wieder toll, so viele vertraute und neue Gesichter zu sehen.

      Liebe Grüße
      Anja

  • Antworten
    jenny from the blog
    11. August 2017 um 16:50

    Toller Artikel 👌🏼 Vor allem bei Punkt 6 und 14 hab‘ ich mich so ein *klitzekleines* bisschen wiedergefunden 🙈

    • Antworten
      Anja Beckmann
      11. August 2017 um 18:14

      Vielen Dank! Puh, dann bin ich ja froh, dass 12 nicht nur mir passiert ist. :)

      Liebe Grüße
      Anja

      • Antworten
        Holger
        14. August 2017 um 21:55

        Punkt zwölf passiert jedem mal ;)
        Aber warum kein Datum am Beitrag? Gibt es dafür auch einen seorelevanten Grund? Als Blogger würde mich das sehr interessieren, denn als Leser lege ich sehr viel Wert auf ein Datum, besonders dann wenn ich mich über Reisen informieren. Wenn ein Artikel schon etwas älter ist, dann kann es sein, das die Informationen darin nicht mehr auf dem neuesten Stand sind. In deinem Fall kann ich mich auch anhand der Kommentare orientieren von wann ein Artikel stammt, fehlen die aber, stehe ich etwas im Dunkeln.

        • Antworten
          Anja Beckmann
          15. August 2017 um 15:29

          Meinst du, das passiert jedem mal? :)

          Ich versuche immer, meine meistgelesenen Artikel aktuell zu halten. Dann passt das…

          Liebe Grüße
          Anja

  • Antworten
    Anneli
    11. August 2017 um 09:32

    Liebe Anja,
    klasse Artikel! Meinen Blog gibt es ja erst seit Anfang des Jahres und ich kämpfe teilweise noch sehr mit Technik, SEO und solchen Sachen. Ich hatte dich beim Reisebloggertreffen gefragt, ab wann du das Gefühl hattest, alles im Griff zu haben – da musstest du auch lachen…das fand ich sehr beruhigend und es hat mir Mut gemacht. ;-)
    LG, Anneli

    • Antworten
      Anja Beckmann
      11. August 2017 um 16:09

      Liebe Anneli,

      ich glaube, ein Blog ist wirklich wie ein Baby. Es entwickelt sich und ständig kommen neue Aufgaben hinzu.

      Aber gerade das macht mir Spaß. Auch wenn es manchmal für mich nicht einfach ist, alles unter einen Hut zu bekommen.

      Liebe Grüße

      Anja

  • Antworten
    Laura-Lee
    11. August 2017 um 09:19

    Hi Anja,
    da hast du wirklich eine Menge gelernt und sprichst mir mal wieder mit vielen Punkten aus der Seele. Man lernt doch so einiges dazu. Wäre auch komisch, wenn nicht. ;) Ich finde es wunderbar, dass ich dich schon in den Anfängen kennenlernen durfte. Man, ist es schon lange her, dass wir am Plaça del Pi in Barcelona zusammen Tapas gegessen haben.
    Was deine neue Kamerawahl angeht: Ich habe mir vor ein paar Wochen ebenfalls eine Systemkamera gegönnt und bin total begeistert. Es handelt sich bei meiner um die Panasonic Lumix DC-GX800. Die macht 4k Videos und Fotos und man kann natürlich das Objektiv austauschen. Wirklich toll! :)
    Liebe Grüsse und auf noch ganz viele weitere Jahre,
    Laura-Lee

    • Antworten
      Anja Beckmann
      11. August 2017 um 16:05

      Hallo Laura-Lee,

      ich kann mich auch noch an unser erstes Treffen erinnern. :) Und ich finde es klasse, dass der Kontakt über die lange Zeit erhalten geblieben ist und wir uns immer mal wieder irgendwo sehen.

      Vielen Dank für den Kameratipp, die schaue ich mir mal an!

      Liebe Grüße
      Anja

  • Antworten
    Marc
    11. August 2017 um 09:02

    Hallo Anja.

    Ein schöner Beitrag, fasst sehr gut zusammen wie das als Reiseblogger so ist.

    Nummer drei ist am wichtigsten, ganz klar mein Haupt-Learning! :-)

    Liebe Grüße,
    Marc

    • Antworten
      Anja Beckmann
      11. August 2017 um 16:03

      Hallo Marc,

      wie schön, dass dir mein Beitrag gefällt! Ja, Durchhalten finde ich auch wichtig. Selbst wenn es mal knirscht und alles nur noch schwer fällt…

      Liebe Grüße und bis hoffentlich bald mal wieder
      Anja

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